Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0610/48494.html    Veröffentlicht: 20.10.2006 09:15    Kurz-URL: https://glm.io/48494

Internet-Wachstum sorgt für Neuverteilung der Werbebudgets

Die 20 größten Webportale machen ein Viertel der Wertschöpfung aus

Nach der Studie einer Unternehmensberatung erwirtschaften die 20 größten Webportale in Deutschland mehr als ein Viertel der im Internet erwirtschafteten Wertschöpfung in Höhe von 8,7 Milliarden Euro. In der Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney wird allerdings in Frage gestellt, ob die Portale ihre vorherrschende Stellung angesichts der Bedeutung und rasanten Verbreitung von sozialen Netzwerken und der Möglichkeiten des Web 2.0 behalten werden.

Die Berater erwarten, dass bis 2015 etwa 70 Prozent der Bevölkerung Breitband-Internet nutzen. Bislang war das Fernsehen das Leitmedium - es soll künftig durch das Internet abgelöst werden bzw. damit verschmelzen. Von der gesamten Mediennutzungszeit der Konsumenten belegt das Internet derzeit rund 20 Prozent. Der Anteil der Werbeaufwendungen im Internet liegt aber nur bei 7 Prozent der Gesamtwerbeaufwendungen. Diese Diskrepanz soll sich in den nächsten Jahren fast auflösen.

"Schon in zehn Jahren wird das Fernsehen vom Internet als am häufigsten genutztes Medium und damit als Leitmedium abgelöst werden, was heute schon für die Alterskategorie der 15- bis 24-Jährigen gilt", so Dr. Martin Fabel von A.T. Kearney.

"Die Entwicklung in den letzten zehn Jahren zeigt eine Konzentration der Portale, die einhergeht mit einer Homogenisierung des Angebots für die Nutzer", so Fabel. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Portale durch Zusammenschlüsse, Einstellungen oder Schrumpfung unter die Wahrnehmungsschwelle um über 60 Prozent gesunken, so die Berater weiter.

Die erfolgreichsten internationalen Portale sind derzeit anzeigenfinanzierte und kostenlos nutzbare Portale wie beispielsweise Google und Yahoo. Traditionelle Portale stehen vor dem Problem, dass ihr Wachstums- und Kommerzialisierungspotenzial auf sehr wenigen Geschäftsmodellen fußt - vor allem in den Bereichen Werbung und bezahlte Inhalte.  (ad)


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Links zum Artikel:
A.T. Kearney: http://www.atkearney.com

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