Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9910/4829.html    Veröffentlicht: 18.10.1999 09:45    Kurz-URL: https://glm.io/4829

BMW: Vom Cockpit in das Internet

BMW hat sich in einer Konzeptstudie überlegt, wie man gemäß des Firmenslogans die "Freude am Internet-Surfen" mit der "Freude am Fahren" verbinden kann und stellt mit der Entwicklung "Snake" einen Entwurf zur Diskussion, der hinter dem Lenkrad einen herausklappbaren Bildschirm samt PC beherbergt.

Das Forschungsprojekt "ecopute" zeigt die neuartige Gestaltung des Fahrzeug-Cockpits mit interaktiven Bedienmethoden derzeit im BMW Group Pavillon in München im Rahmen der Ausstellung "Connected Drive" vom 15. Oktober bis zum 27. November 1999.

Statt flächig verteilter Direkt-Schalter für Licht, Klima, Audio etc. steht dem Fahrer ein einziges lang gestrecktes Schalterfeld auf der Mittelkonsole zur Verfügung. Diese so genannte "Snake" ermöglicht eine Betätigung der Direkt-Schalter ohne Blickzuwendung.

An Stelle des heutigen Instrumenten-Kombis übernimmt ein großer TFT-Bildschirm die Fahrerinformation. Dieser zeigt in seiner durch das Lenkrad sichtbaren oberen Hälfte die bekannten Anzeigeelemente wie Tachometer und Drehzahlmesser. Er dient auch als zentrales Informationssystem, beispielsweise für die Navigation. Weitere Bildschirme für den Fahrer sind so überflüssig und nicht vorgesehen.

Als Ersatz für die traditionelle Lenksäule dient ein neuer brückenförmiger Lenkradträger. Hinter dieser Konstruktion, mit der das Lenkrad nach oben zur Windschutzscheibe bewegt werden kann, verbirgt sich das wahre Geheimnis von "ecopute".

Beim elektromotorischen Schwenken des Lenkrads nach oben wird der zentrale Bildschirm erstmals vollständig nutzbar. Das frei programmierbare 16-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1280 x 1024 Punkten bewegt sich dem Fahrer entgegen. Eine ausfahrbare Tastatur vervollständigt das Equipment zum temporären, ergonomisch einigermaßen akzeptablen Computer-Arbeitsplatz.

Für die Online-Fähigkeit des rollenden Drittbüros wird der neue UMTS-Mobilfunkstandard sorgen. Nach der bisher sehr langsamen Übertragungsrate von 9,6 Kbit pro Sekunde im heutigen GSM-Standard werden mit UMTS bis zu zwei Mbit pro Sekunde in ein stillstehendes Fahrzeug ermöglicht.

Während der Fahrt können konzeptbedingt noch nahezu 400 Kbit pro Sekunde übertragen werden. Es versteht sich von selbst, dass der Computer-Arbeitsplatz während der Fahrt vollkommen verborgen bleibt.  (ad)


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