Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0609/48030.html    Veröffentlicht: 26.09.2006 14:08    Kurz-URL: https://glm.io/48030

Linux-Verband schaltet sich in GPL-Diskussion ein

Branchenverband möchte vermitteln

Nachdem die Mehrheit der aktiven Linux-Kernel-Entwickler in einer Umfrage die GPL in der Version 3 abgelehnt hatte, ist die Diskussion um die neue Fassung der Open-Source-Lizenz wieder voll im Gange. Nun schaltet sich auch der Linux-Verband ein und möchte moderierend eingreifen.

Der Branchenverband der Linux- und Open-Source-Industrie hat Vertreter der Free Software Foundation (FSF) Deutschland und der Free Software Foundation Europe kurzfristig zu Gesprächen eingeladen, um über die Neufassung der GNU General Public License (GPL) zu diskutieren. Zuletzt hatten die Linux-Kernel-Entwickler ihre Ablehnung der neuen Lizenz in Form einer Umfrage deutlich gemacht. Darunter auch Entwickler wie Alan Cox, die die GPLv3 anfangs noch befürwortet hatten.

Der 1. Vorsitzende des Linux-Verbandes, Elmar Geese, hält die Argumente der Programmierer zwar für nachvollziehbar, gibt aber zu bedenken, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. "Wir hoffen, dass sich die Free Software Foundation davon überzeugen lässt, dass noch maßgebliche Veränderungen am aktuellen Entwurf der Lizenz erforderlich sind", so Geese.

Zusammen mit Georg Greve und Bernhard Reiter als Vertreter der FSF Deutschland und Europe werde man über die Probleme diskutieren. Insgesamt möchte der Verband damit erreichen, dass die FSF auch den deutschen und europäischen Blickwinkel sowie Bedenken berücksichtigt, erklärte Werner Riek vom Linux-Verband gegenüber Golem.de. Vor allem die so genannte "Patentklausel" sei schwierig, Verfahrensregeln in Bezug auf Softwarepatente gehörten nicht in Lizenzvereinbarungen. Damit schließt sich der Linux-Verband auch der Meinung der Kernel-Entwickler an.

Vor allem befürchtet der Verband aber, dass durch weitere Ablehnung der GPLv3 bei Entwicklern und Unternehmen mehrere Lizenzversionen parallel eingesetzt werden und damit eine zusätzliche Unsicherheit entsteht. Bereiche wie Digital Rights Management und Trusted Computing müssten in jedem Fall diskutiert werden, dies solle aber nicht über eine Lizenz geschehen, so Dr. Johannes Loxen, der beim Linux-Verband für Softwarepatente zuständig ist.  (js)


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Links zum Artikel:
Free Software Foundation Europe (.org): http://www.fsfeurope.org
FSF - GPLv3: http://gplv3.fsf.org
Linux Verband LIVE: http://www.linux-verband.de/

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