Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0609/47846.html    Veröffentlicht: 18.09.2006 08:25    Kurz-URL: https://glm.io/47846

Leica bringt digitale Messsucherkamera mit Wechselobjektiven

Leica M8 mit bis zu 1/8.000 Sekunde Verschlusszeit

Die M8 ist die erste digitale Messsucherkamera von Leica. Wie bei einer Spiegelreflexkamera kann auch die M8 mit Wechselobjektiven ausgestattet werden, jedoch schaut man beim Blick in den Sucher nicht durch das Objektiv. Anders als eine Spiegelreflexkamera kann dieser Kameratyp auf Basis von Triangulation dem Fotografen die manuelle Scharfeinstellung erleichtern. Die Kamera stellt dabei die Aufnahmeszene in zwei leicht versetzten Aufnahmewinkeln im Sucher dar, die man überlagern muss.

Die Scharfstellung erfolgt manuell und soll auch unter schwierigsten Lichtbedingungen sehr schnell möglich sein. Außerdem verdeckt im Falle des Auslösens der Spiegel nicht wie bei einer üblichen Spiegelreflexkamera die Sicht.

Leica M8
Leica M8
Der CCD-Bildsensor mit einer Auflösung von 10,3 Megapixeln stammt von Kodak und wurde speziell an die Leica M8 angepasst. Der Sensor misst 18 x 27 mm und sorgt bei den Objektiven für eine Verlängerung der Brennweite um den Faktor 1,33.

Für die nachträgliche Bildkontrolle sowie die Menüsteuerung bietet die M8 ein 2,5 Zoll großes LC-Display mit einer Auflösung von ca. 230.000 Pixeln. Die Kamera kann dort auch ein Tonwert-Histogramm mit Kennzeichnung heller Bilddetails einblenden. Die Kamera arbeitet wahlweise in den Farbräumen Adobe RGB, sRGB und ECI RGB.

Leica M8
Leica M8
Die Kamera kann mit einer Zeitautomatik betrieben werden, so dass die korrekte Verschlusszeit bei manueller Blendenvorwahl ermittelt wird. Alternativ ist auch eine Wahl der Verschlusszeit und der Blende möglich, wobei die Kamera einen Belichtungsvorschlag im Sucher einblendet.

Die Verschlussgeschwindigkeit ist zwischen 1/8.000 und 4 Sekunden im manuellen Betriebsmodus einstellbar. Bei Zeitautomatik lässt sich die Verschlussgeschwindigkeit von 32 s bis 1/8000 Sekunden einstellen. In der "Bulb"-Stellung kann der Verschluss beliebig lange offen gehalten werden. Die Blitzsynchronisationszeit liegt bei 1/250 Sekunde. Die Lichtemfindlichkeit kann manuell von ISO 160 bis ISO 2500 eingestellt werden.

Leica M8
Leica M8
Die M8 arbeitet mit einer stark mittenbetonten TTL-Belichtungsmessung mit voreingestellter Arbeitsblende. Die Kamera speichert die Bilder entweder im unkomprimierten und standardisieren Rohdatenformat DNG mit 3.916 x 2.634 Pixeln oder als JPEG mit 3.936 x 2.630 Pixeln Auflösung.

Neben Einzelbildaufnahmen kann die Kamera auch Serienaufnahmen mit 2 Bildern pro Sekunde und 10 Bildern in Folge anfertigen. Einen Selbstauslöser mit 2 oder 12 Sekunden Verzögerung gibt es ebenfalls.

Leica M8
Leica M8
Der Weißabgleich kann automatisch oder anhand von sechs Voreinstellungen bzw. manuell vorgenommen werden. Außerdem lässt sich die Farbtemperatur von 2.000 bis 13.100 Kelvin manuell eingeben.

Die Stromversorgung wird mit einem Lithium-Ionen-Akku realisiert. Zum Anschluss an den Rechner ist eine USB-2.0-Schnittstelle eingebaut. Die Kamera misst ca. 139 x 80 x 37 mm und wiegt leer, d.h. ohne Speicherkarte und Akku, 545 Gramm. Gespeichert wird auf SD- und SDHC-Karten.

Preisangaben machte Leica nicht. Die Leica M8 soll ab Ende November 2006 verfügbar sein.  (ad)


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Leica: http://www.leica-camera.com/

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