Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0609/47842.html    Veröffentlicht: 16.09.2006 13:29    Kurz-URL: https://glm.io/47842

Angetestet: Alle neuen iPods

Erster Eindruck des neuen iPod, nano und shuffle

Kurz nach der Vorstellung der neuen iPod-Generation führte Apple die neuen mobilen Unterhalter in München vor. Auch die erst im Oktober 2006 erhältliche musikalische Briefklammer "iPod shuffle" konnte dabei überzeugen.

Apples Informationspolitik ist bislang ebenso extravagant wie konsequent: Offizielle Informationen zu neuen Produkten vor dem Marktstart gibt es nicht, und Testgeräte schon gar nicht. So werden seit dem vergangenen Freitag, dem 15. September 2006, die neuen Videomodelle des iPod mit bis zu 80 GByte Kapazität und der neue iPod nano bereits an die Händler geliefert, Testexemplare stehen ebenfalls erst in diesen Tagen bereit. Daher hat es Apple zur Tradition gemacht, in kleinem Kreis der Presse zumindest ein erstes "Look and Feel" neuer iPods zu ermöglichen. Durch die von Apple aufgespielten Medien und die laute Testumgebung verzichten wir auf eine klangliche Bewertung des neuen Hoffnungsträgers iPod nano.

iPod nano in fünf Farben
iPod nano in fünf Farben
Von der neuen Version dieses Modells, das laut Apple der meistverkaufte iPod ist, erwartet sich das Unternehmen auch im Weihnachtsgeschäft eine Menge. Der erst vor Jahresfrist vorgestellte erste nano ist laut Apple-Sprecher Georg Albrecht zwar noch in großen Stückzahlen vorhanden, dürfte aber bis zum Jahresende ausverkauft sein. Lieferschwierigkeiten mit den neuen nanos erwartet Apple diesmal nicht. Dass der bisherige nano noch recht begehrt sein dürfte, liegt am etwas geänderten Design und der Art, wie das neue Modell in der Hand legt. Apple hat sich von der wegen seiner Kratzanfälligkeit oft kritisierten Kunststoff-Front des nano verabschiedet und die bisher harten und klar wirkenden Kanten an den Seiten durch Rundungen ersetzt. Statt einer Metallrückseite umschließt nun eine Aluminiumhülse die Elektronik vollständig. Damit erinnert der neue Player eher an den längst eingestellten iPod mini.

Helles Display
Helles Display
Die Grundfläche des neuen nano blieb gleich, er ist lediglich etwas dünner. Durch die gleiche Breite und den unveränderten Dock-Connector dürfte das Gerät in die meisten Zubehöradapter passen. Apple stellte bereits neue Umhängekopfhörer und einen neuen Armbandhalter vor, welcher der schlankeren Taille gerecht wird. Das Display wirkt deutlich heller als beim Vorgängermodell und ist immer noch gestochen scharf, die Auflösung von 176 x 132 Pixeln und die Diagonale von 1,5 Zoll blieben unverändert.

Verlustängste: iPod shuffle fest im Griff
Verlustängste: iPod shuffle fest im Griff
Argwöhnisch beobachtet wurde bei der Vorstellung der Geräte das einzige vorhandene Exemplar des neuen iPod shuffle. Mit 27,3 x 41,2 Millimetern Grundfläche kann man den Winzling immerhin unter zwei 2-Euro-Münzen verstecken - oder vielleicht sogar verschlucken, was beim Geschenk an Kinder sicher noch für Diskussionen sorgen wird. Trotz der geringen Abmessungen wirkt die an der Rückseite angebrachte Klammer recht robust und hat einen überraschend festen Zug. Wenn man beispielsweise am Kabel hängen bleibt, während der shuffle an die Kleidung geclippt ist, dürfte eher der Kopfhörer aus der Buchse rutschen als die Klammer von der Jacke.

Musikalischer Geldclip
Musikalischer Geldclip
Der Hörer wird trotz des Zwergformats mit einem herkömmlichen 3,5-Millimeter-Stecker angeschlossen. Ein bei anderen Mini-Playern ungelöstes Problem wird ebenfalls mit der Klammer adressiert: Sich in der Jackentasche verheddernde Kopfhörerkabel kann man durch die Klammer umgehen. Sicher sorgt hier die Zubehörindustrie mit besonders schlanken und gewinkelten Steckern bald für passende Ohrstöpsel. Apples mitgelieferter Hörer verfügt über einen kurzen, aber geraden Stecker. Der neue Shuffle benötigt ein neues Dock, über das er per USB 2.0 an den Rechner angeschlossen wird und das den Akku auflädt. Im Gegensatz zum iPod nano wird dieses Dock mitgeliefert.

iPod-Dock
iPod-Dock
Unverändert ist das Dock beim neuen iPod mit Festplatte, es kommt weiterhin mit einem S-Video-Ausgang daher. Bei nun bis zu 80 GByte Kapazität wird es immer interessanter, auch einige Dutzend Spielfilme neben der kompletten Musiksammlung mit sich herumzutragen. Dem wird auch mit dem neuen Display Rechnung getragen, das laut Hersteller um 60 Prozent heller als beim Vorgänger ist. Mit 2,5 Zoll Diagonale und 320 x 240 Pixeln Auflösung ist die Anzeige des iPods aber inzwischen auf Video optimierten Playern unterlegen. Doch gerade durch die geringe Größe wirken die bewegten Bilder besonders scharf, das Display scheint dem ersten Eindruck nach auch recht schnell zu schalten - auch bei hektischen Musikvideos zeigten sich keine Schlieren. Die Kunststoffscheibe über dem Display spiegelt jedoch noch immer stark.

Scharfes Videodisplay
Scharfes Videodisplay
Die wesentliche neue Funktion der Festplatten-iPods sind kleine Spiele, die ebenfalls von der schnellen Anzeige profitieren. Dabei ist die Bedienung etwas ungewohnt, weil Apple-logisch. So kann man beim Arcade-Klassiker "Pacman" zwar mit den unten, links und rechts befindlichen Sensorflächen des Clickwheel in die erwarteten Richtungen steuern. "Oben" funktioniert aber nicht mit der dort befindlichen Taste, denn da steht bei einem iPod "Menu" - und das öffnet sich dann auch mitten im Spiel, wenn man auf die Taste kommt.

Pacman goes iPod
Pacman goes iPod
Aber auch auf das Clickwheel zugeschnittene Spiele hat sich Apple programmieren lassen, hier sei stellvertretend die 3D-Version des Klötzchen-aus-Mauer-Baller-Spiels "Breakout" namens "Vortex" genannt. Hier kann man in einem von oben betrachteten Tunnel Steine abräumen, den Schläger steuert man dynamisch je nach Bewegungsgeschwindigkeit auf dem Clickwheel.

3D-Breakout namens Vortex
3D-Breakout namens Vortex
Bei allen drei neuen iPod-Modellen ist der Akku wie stets bei Apple-Playern fest eingebaut. Bisher hat Apple hier für rund 100,- Euro einen Austausch des Stromspenders angeboten; ob und zu welchem Preis dieses Programm auch bei den neuen Modellen fortgeführt wird, konnte das Unternehmen noch nicht sagen. Insbesondere beim neuen shuffle, der nur 79,- Euro kostet, wäre hier ein günstigerer Ersatzakku wünschenswert.  (nie)


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