Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0609/47696.html    Veröffentlicht: 08.09.2006 12:16    Kurz-URL: https://glm.io/47696

Spezialprozessor für künstliche Intelligenz in Spielen (Upd)

Neuer Chip namens "Intia" soll AI drastisch beschleunigen

Wie schon Ageia mit ihrem PhysX-Chip schickt sich jetzt ein Unternehmen namens "Aiseek" an, Spiele-PCs einen weiteren Spezialprozessor einzupflanzen. Der "Intia Prozessor" soll typische Aufgaben der künstlichen Intelligenz weit schneller als bisherige Lösungen ausführen.

Auch auf Anfragen geizt das israelische Unternehmen aus der Nähe von Tel Aviv mit Informationen über seine Technologien oder den Prozessor selbst. Bilder des Chips gibt es vorerst nicht, sondern nur einige Videos, welche die allgemeinen Prinzipien der künstlichen Intelligenz zeigen, wie sie derzeit in PC-Spielen eingesetzt wird. Ob diese Videos aber auch mit hardwaregestützter "artificial intelligence" (AI) erstellt wurden, gibt Aiseek nicht an.

Ebenso gibt es keine Informationen, mit welcher Architektur oder gar Fertigungstechnologie der Intia-Prozessor hergestellt werden soll. Er soll jedoch Aufgaben wie die Wegfindung und die Terrain-Auswertung beherrschen und dabei mindestens 100-mal schneller sein als bisherige Softwarelösungen. Aiseek zieht für seine Vergleiche den heuristischen Suchalgorithmus A* aus der künstlichen Intelligenz heran. Konkrete Angaben, etwa zu den Engines AI-lastiger Spiele wie Fear oder Far-Cry, sucht man ebenfalls vergebens. Nach eigenen Angaben arbeitet Aiseek mit zahlreichen Studios und Publishern zusammen, die den Intia-Prozessor unterstützen wollen. Namen will man jedoch erst im ersten Halbjahr des Jahres 2007 nennen.

Ohnehin scheint ein weiterer Prozessor neben CPU und Grafikchip in Spiele-PCs fragwürdig. Schon als Ageia ihren Physik-Prozessor endlich auf den Markt brachten, bemühten sich gleich die GPU-Hersteller, diese Funktionen in ihre Produkte zu integrieren. Und auch AMD will ab 2008 Prozessoren mit mehreren Kernen anbieten, die entweder auf mehr Rechen- oder Grafikleistung zugeschnitten sind. Und schon 2007 beginnt die Ära der Quad-Core-CPUs mit vier Kernen - die Rechenleistung steigt nach etwas rückläufigem Trend wieder rasant. Auch die Next-Generation-Konsolen wie Xbox 360 und PlayStation 3 setzen auf mehrere Kerne, die universell verwendbar sind, und nicht auf zahlreiche Prozessoren für nur einen Einsatzzweck.  (nie)


Verwandte Artikel:
Microsoft: Verbesserte künstliche Intelligenz in der Azure-Cloud   
(02.03.2018, https://glm.io/133117 )
Künstliche Intelligenz: Die dummen Computer noch dümmer machen   
(29.12.2017, https://glm.io/131893 )
AMDs Embedded-Pläne: Ein bisschen Wunschdenken, ein bisschen Wirklichkeit   
(23.02.2018, https://glm.io/132925 )
Forschungsförderung: Medizin-Nobelpreisträger Rosbash kritisiert Trump   
(11.12.2017, https://glm.io/131597 )
Crytek: Großes Update für Cryengine mit neuen Editoren   
(16.12.2016, https://glm.io/125119 )

Links zum Artikel:
Aiseek: http://www.aiseek.com/

© 1997–2018 Golem.de, https://www.golem.de/