Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0608/47506.html    Veröffentlicht: 31.08.2006 12:03    Kurz-URL: https://glm.io/47506

Telekom kündigt Preissenkungen bis zu 30 Prozent an

Neue Tarife für Single, Double und Triple Play

Preissenkungen bis zu 30 Prozent verspricht die Telekom mit ihrem neuen Tarifsystem, das der Konzern im Vorfeld der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin enthüllte. Kern des neuen Tarifangebots sind neben den Mobilfunktarifen von T-Mobile Bündelangebote aus Telefonie und Internet der Festnetzsparte T-Com.

Schlechte Bilanzzahlen, praktisch kein Umsatzwachstum im heimischen Festnetz sowie ein steter Kundenstrom weg von der Telekom und hin zu deren Konkurrenten setzt die Telekom-Spitze unter Druck. Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke und auch Festnetz-Vorstand Walter Raizner müssen um ihren Job bangen, meldet die Süddeutsche Zeitung. Der Aufsichtsrat werde am Freitag und Samstag über die Strategie des Konzerns beraten. Dabei gehe es zwar nicht um Köpfe, werden Aufsichtsratskreise zitiert, Rickes Schicksal werde sich aber in den nächsten Wochen entscheiden.

Hinzu kommt die Hängepartie VDSL. Hier kämpft die Telekom auf politischer Seite um eine Befreiung von der Regulierung, um in den ersten Jahren Monopolgewinne abschöpfen zu können. Und obwohl die Telekom die Bundesregierung auf ihrer Seite zu haben scheint - die EU macht dem Ganzen wohl einen Strich durch die Rechnung. Aber auch auf technischer Seite hat die Telekom Probleme, noch stehen die VDSL-Anschlüsse an kaum einem Ort zur Verfügung, interessierte Kunden lässt das Unternehmen weitgehend im Dunkeln, obwohl das neue Hochgeschwindigkeitsnetz offiziell in einigen deutschen Großstädten verfügbar ist. Die Uhr tickt derweil, denn um die Vermarktung von VDSL anzukurbeln, hat die Telekom nicht nur in Technik, sondern auch in Bundesliga-Rechte investiert, von rund 50 Millionen Euro ist die Rede. Doch noch sind die Übertragungen, die Premiere für die Telekom macht, kaum zu empfangen.

Mit neuen Tarifmodellen will sich die Telekom aus ihrer Krise befreien: "Mit den Tarifmodellen, die wir Ihnen hier heute vorstellen, schlagen wir ein neues Kapitel auf: T-Com hat ein einfach strukturiertes Tarifraster entwickelt, in dem unseren Kunden nach der Verschmelzung endlich die Internet- und Festnetzflatrate aus einer Hand angeboten werden kann", sagte Kai-Uwe Ricke, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG. Endlich könne man kundenorientierte Bündeltarife bis hin zur Dreifach-Flatrate aus Internet, Festnetz und Mobilfunk mit deutlichen Preisnachlässen anbieten.

Ab dem 18. September 2006 wird es neue Komplettpakete für die Sprach- und Internetkommunikation von T-Com geben: T-Com spricht von einem vereinfachten Tarifportfolio mit jeweils drei Angeboten für Telefonie und drei Angeboten für Festnetztelefonie kombiniert mit Internetkommunikation - "Call & Surf" genannt. Ein Triple-Play-Angebot soll im vierten Quartal 2006 das Portfolio vervollständigen.

"Call & Surf Basic" bietet eine Kombination aus einem Festnetzanschluss und einem T-DSL-2000-Anschluss mit Volumentarif inklusive 500 MByte Traffic und 120 Inklusivminuten bzw. bei ISDN 240 Inklusivminuten für Festnetzgespräche in Deutschland. Der Preis liegt bei 34,95 Euro im Monat. "Call & Surf Comfort" für 49,95 Euro im Monat kommt mit einer Doppel-Flatrate, also für Internet und Telefongespräche ins deutsche Festnetz.

Noch größer ist das Paket "Call & Surf Comfort Plus", das neben der Doppel-Flatrate T-DSL 16.000, ein Sicherheits- und E-Mail-Paket sowie den kostenlosen Installationsservice für die gebuchte Hardware durch einen T-Com-Servicetechniker mitbringt und 59,95 Euro im Monat kostet. Gegenüber dem Einzelkauf der Komponenten sollen dabei Kunden rund 26,- Euro bzw. 30 Prozent sparen.

Daneben gibt es unter dem Namen Calltime ein Single-Play-Paket, das nur die Sprachkommunikation umfasst. Im Basispaket sind zum monatlichen Preis ab 19,95 Euro neben dem Telefonanschluss 120 bzw. 240 (ISDN) Minuten für Festnetzgespräche innerhalb Deutschlands inklusive. Jede weitere Minute kostet 1,5 Cent. Das Komplettpaket XXL Local umfasst eine Flatrate für Gespräche im eigenen Vorwahlbereich und angrenzende Ortsnetze für 25,95 Euro monatlich. Mit XXL Fulltime kann zum Pauschalpreis von 35,95 ins deutsche Festnetz telefoniert werden.

Im Bereich Triple-Play startet die Telekom mit "T-Home Classic". Hier wird ein DSL-Anschluss mit 6 MBit/s mit Video-on-Demand gebündelt. T-Home Classic ist inklusive analogem Telefonanschluss ab 65,84 Euro monatlich erhältlich.

Das Paket "T-Home Complete Basic" umfasst zusätzlich zu den Leistungen von T-Home Classic den Fernsehempfang über das neue VDSL-Netz. Neben dem Internetzugang und der DSL-Telefonie haben Kunden damit Zugriff auf ein TV-Angebot von bis zu 60 frei empfangbaren Kanälen, darunter die Öffentlich-Rechtlichen sowie die Privatsender der RTL- und ProSiebenSat1-Gruppe. Weiter stehen auch Video on Demand und TV-Archive zur Verfügung. Der Preis liegt inklusive analogem Telefonanschluss und VDSL 25 (25 MBit/s) bei 80,84 Euro im Monat. Allerdings ist VDSL derzeit nur recht spärlich verfügbar.

"T-Home Complete Plus" schlägt mit 90,84 Euro im Monat zu Buche und umfasst zusätzlich Pay-TV Sender, wie z. B. Discovery, The History Channel und der Musiksender Mezzo TV mit Jazz und Klassikformaten. Zu den Inklusivleistungen gehören auch zwei Live-Spiele der Fußball-Bundesliga. Beide "Complete-Pakete" können mit einzelnen Optionen erweitert werden, z.B. um ein Bundesliga-Paket für 9,95 Euro monatlich oder ein MTV-Paket für 2,95 Euro im Monat. Darüber hinaus stehen verschiedene fremdsprachige TV-Bouquets als Abo zur Verfügung, darunter russische, türkische und polnische Programmangebote.

Die nötige Hardware wie der Mediareceiver T-Home X 300T sowie das VDSL-Modem und das Homegateway mit Routerfunktion werden zum Handelsstart in einem Komplettpaket für 99,95 Euro erhältlich sein.

Zusätzlich zu diesen Tarifen soll die T-Com Servicepakete anbieten. So übernimmt der Kundendienst von T-Com zum Festpreis von 49,99 Euro die Installation aller gebuchten Hard- und Softwarekomponenten, also PC, Telekommunikationsanlage oder W-LAN-Router.

Man wolle nicht zum billigen Jakob werden, zeichnet Ricke die Strategie der Telekom: "Wir werden den Kampf um Marktanteile nicht über den Preis gewinnen. Wir brechen hier keinen Preiskrieg vom Zaun. Wir kommen unserer Verantwortung als Marktführer nach und verringern innerhalb des regulatorischen Rahmens den Abstand zu unseren Wettbewerbern", so Ricke.

Als ersten Schritt zu einer neuen Art der Bündelung von Angeboten führt die Telekom einen Bündeldiscount bei T-Mobile- und T-Com-Produkten ein. Jede Stufe der T-Com-Tarife - Single-, Double- und Triple-Play - kann mit Relax-Tarifen kombiniert werden. Die Kunden erhalten Vergünstigungen von 50, 100 bzw. 150 Euro je Stufe. Eine Kombination aus Call&Surf Comfort und dem neuen Relax Max umfasst eine Internet-Flatrate sowie eine Telefon-Flatrate für Gespräche innerhalb des deutschen Festnetzes sowie vom Handy ins Festnetz und das Netz von T-Mobile für rund 81,- Euro im Monat.  (ji)


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