Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0609/47439.html    Veröffentlicht: 01.09.2006 14:46    Kurz-URL: https://glm.io/47439

Spieletest: Chromehounds - Kampf-Roboter in öder Wüste

Sega bringt Mech-Schlacht für die Xbox 360

Der Nachschub an Xbox-360-Software ist derzeit eher spärlich, wirkliche Highlights für Microsofts Next-Generation-Konsole sind erst recht Mangelware. Da sollte man sich eigentlich über eine spezielle 360-Entwicklung wie Chromehounds von Sega freuen; nur leider scheint den Entwicklern entgangen zu sein, mit welcher Art Hardware sie es zu tun hatten.

Chromehounds (Xbox 360)
Chromehounds (Xbox 360)
Das Szenario von Chromehounds glänzt nicht gerade mit Einfallsreichtum: In einem fiktiven Szenario bekämpfen sich drei verfeindete Nationen, der Spieler heuert als Söldner mit an - und muss fortan das eigene Hauptquartier verteidigen, zentrale Überwachungsposten einnehmen oder einfach auch mal eine ganze feindliche Armee niederschlagen. Dafür stehen - je nach Mission - unterschiedliche "Hounds", wie die Kampfroboter hier heißen, zur Verfügung; und natürlich hat jeder von ihnen bestimmte Vor- und Nachteile.

Chromehounds (Xbox 360)
Chromehounds (Xbox 360)
Scharfschützen-Mechs etwa sind über große Entfernungen hinweg immens mächtig, aber im Nahkampf eher unnütz; Verteidigungsroboter hingegen protzen mit beeindruckenden Kampfwerten, sind aber alles andere als wendig. Wer von den vorgegebenen Mechs nicht viel hält, darf übrigens selbst die Werkstatt betreten und aus einer Vielzahl von Einzelteilen den Wunschroboter zusammenschrauben.

Die Bedienung ist ähnlich wie bei anderen Mech-Spielen, der eine Analog-Stick dient also zum Fortbewegen, der andere zum Umschauen, die Action-Buttons natürlich zum Abfeuern der diversen Waffen. Chromehounds ist allerdings eher etwas für Taktiker denn für Ballerfinger; Übersichtskarte und Schadensanzeige wollen gut im Auge behalten werden, damit man im Gefecht eine Chance hat, planloses Abfeuern der MGs, Raketen und Granaten hilft hingegen meist nicht weiter.

Chromehounds (Xbox 360)
Chromehounds (Xbox 360)
Leider haben die Entwickler in technischer Hinsicht geschlafen; Chromehounds sieht zu keinem Zeitpunkt wie ein für die Xbox 360 entwickeltes Spiel aus. Die Szenarien sind farblos und detailarm, derart matschige Texturen sieht man heutzutage auch auf älteren Konsolen kaum noch. Zumindest die Hounds sehen weitestgehend gut aus - angesichts fehlender spektakulärer Effekte wie etwa schicken Explosionen rettet das die Optik aber auch kaum noch.

Chromehounds (Xbox 360)
Chromehounds (Xbox 360)
Immerhin kann der umfangreiche Multiplayer-Modus der eher biederen Singleplayer-Kampagne einigen Spielspaß hinzufügen - in diversen Modi wie Deathmatch, Capture The Flag und mehr können bis zu zwölf Spieler mit selbstgezimmerten Mechs gegeneinander antreten.

Chromehounds ist exklusiv für die Xbox 360 verfügbar und bereits im Handel erhältlich. Der Preis liegt bei etwa 70,- Euro.

Fazit:
Wer Kampfroboterspiele liebt und fast nur Xbox Live spielt, wird an Chromehounds eventuell Gefallen finden, allen anderen muss von dem Titel abgeraten werden - die Missionen sind meist eher einfallslos, und trotz der Möglichkeit, eigene Mechs zu bauen, fällt die Motivation schnell und rapide ab. Hinzu kommt die fade Präsentation - von einem Xbox-360-Action-Spiel sollte schon erwartet werden, dass es zumindest stellenweise technisch beeindruckt und nicht wie ein schlecht designter PS2-Titel aussieht.  (tw)


Verwandte Artikel:
Spieletest: Mech Assault 2 - Aufpolierte Roboter-Schlachten   
(03.02.2005, https://glm.io/36062 )
KI: Musk und andere fordern Verbot von autonomen Kampfrobotern   
(21.08.2017, https://glm.io/129603 )
Spieletest: Burnout Revenge - Noch mehr Crashs auf der 360   
(27.03.2006, https://glm.io/44256 )
Spieletest: Full Auto - Autos, Maschinengewehre und Raketen   
(13.03.2006, https://glm.io/43806 )
Spieletest: Dead Or Alive 4 - Schicke HD-Prügelei   
(01.02.2006, https://glm.io/43063 )

Links zum Artikel:
Sega: http://www.sega.de

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/