Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0608/46892.html    Veröffentlicht: 02.08.2006 09:21    Kurz-URL: https://glm.io/46892

Red Hat hält an Xen fest

Virtualisierung kommt mit Red Hat Enterprise Linux 5

Nachdem gestern berichtet wurde, dass Red Hat die Virtualisierungstechnik Xen für instabil hält, gibt es nun eine neue Erklärung dazu. Der Linux-Distributor hält Xen demnach tatsächlich für instabil, wird jedoch alles tun, um die nächste Red-Hat-Enterprise-Linux-Ausgabe mit Virtualisierung auszustatten.

Alex Pinchev, Vice President of International Operations bei Red Hat, hatte gegenüber ZDNet erklärt, dass Xen noch nicht für den Unternehmenseinsatz geeignet sei. Vor allem für den Einsatz bei Telekommunikationsunternehmen und Banken sei die Software noch nicht tauglich und Red Hat werde keine instabile Software ausliefern.

The Register veröffentlichte nun eine Stellungnahme von Red Hat, in dem Caroline E. Kazmierski zwar nicht das Gegenteil schreibt, aber Red Hats Position zu Xen klarstellt. Tatsächlich halte Red Hat Xen noch nicht für den produktiven Einsatz in Unternehmen geeignet, schreibt die Pressesprecherin. Dennoch sei Xen ein entscheidender Bestandteil der geplanten Virtualisierungsplattform, die in Red Hat Enterprise Linux 5 enthalten sein soll. Red Hat investiere viel in das Xen-Projekt, um die Software unternehmenstauglich zu machen.

Zwar schreibt auch Kazmierski, dass Red Hat keine instabile Software ausliefert, doch man arbeite aktiv an Xen, um es stabiler zu machen. Zudem integriere man Xen bereits seit längerem in die Community-Distribution Fedora, um es dort zu testen und Kunden anzubieten. Das Engagement für Xen bleibe bestehen, ebenso wie die Verpflichtung, Kunden nur stabile Software anzubieten. Red Hat sei dennoch zuversichtlich, das Xen in Red Hat Enterprise Linux 5 enthalten sei, das für Ende 2006 geplant ist.

Allerdings schreibt auch Kazmierski nochmals, dass Red Hat Xen ausliefert, wenn es für den stabilen Einsatz in Unternehmen geeignet ist - jedoch nicht vorher. Fedora Core 4 war die erste Red-Hat-Distribution, die Xen integrierte. Bei der Entwicklung von Fedora Core 6 sorgt die Virtualisierungstechnik derzeit trotzdem für Ärger, so dass die zweite Testversion noch immer auf sich warten lässt. Eigentlich war die Veröffentlichung schon für den 19. Juli 2006 geplant. Im aktuellen Zeitplan steht als Veröffentlichungsdatum nun "Ask Again Later". Die fertige Version soll am 4. Oktober 2006 verfügbar sein - inklusive Xen.  (js)


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Links zum Artikel:
Red Hat: http://www.redhat.de/
Red Hat (.com): http://www.redhat.com
The Register (.com) - Red Hat's affair with XenSource is back on: http://www.theregister.com/2006/08/01/redhat_yes_xen/

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