Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0607/46758.html    Veröffentlicht: 26.07.2006 17:37    Kurz-URL: https://glm.io/46758

Scalix plant, E-Mail-Plattform als Open Source freizugeben

Scalix Community Edition wird ab August 2006 Stück für Stück veröffentlicht

Die kostenlose E-Mail- und Kalender-Software Scalix Community Edition wird als Open Source freigegeben. Der Anbieter Scalix richtet zu diesem Zweck eine eigene Webseite ein und plant, die einzelnen Komponenten ab August 2006 nach und nach im Quellcode zu veröffentlichen.

Die freie Variante der unter Linux laufenden Scalix Community Edition soll aus dem Scalix-Server, einem neuen Web-Services-API zur Integration von Applikationen, dem Scalix-Installer, der Administrationskonsole, Scalix Web Access Mobile sowie Such- und Indexierungsdiensten bestehen. Zudem möchte Scalix Open-Source-Komponenten aus dem Scalix-Ready-Programm integrieren, einer Zertifizierung, die unter anderem dem freien Virenscanner ClamAV, dem Spam-Filter SpamAssassin und dem Verzeichnisdienst OpenLDAP die Kompatibilität mit Scalix' E-Mail-Plattform bescheinigt.

Der Veröffentlichungsplan sieht vor, dass Ende August 2006 eine neue Webseite mit Forum, einem Meldungssystem für Fehler, einem Dokumentations-Wiki und einem Blog gestartet wird. In den folgenden Monaten möchte der Anbieter Quellcode einzelner Komponenten veröffentlichen und auch Lokalisierungs-Kits, technische Dokumentationen und neue Binarys anbieten. Den Anfang soll im September 2006 der Quelltext einer Web-Services-Plattform für eine Administrationsinfrastruktur machen. Datenzugriff und die Integration von Anwendungen unterstützt diese Plattform ebenfalls.

Im selben Monat wird auch der Scalix-Web-Access-Client für mobile Geräte zusammen mit dem neuen Such- und Indexierungsdienst veröffentlicht. Der Code des darunterliegenden Mail- und Verzeichnisservers hingegen braucht etwas länger, eine Freigabe peilt der Anbieter jedoch für das erste Quartal 2007 an.

Bei diesem Vorhaben setzt Scalix auf eine Dual-Lizenzierung, wobei die freien Komponenten unter der Scalix Public License erscheinen sollen, die auf der Mozilla Public License (MPL) basiert. Dadurch lässt sich Code, der unter einer anderen, auch proprietären, Lizenz steht, zusammen mit dem freien Scalix verwenden. Zusätzlich wird es eine proprietäre Lizenz für die Enterprise-Edition und eine Prozedur geben, mit der sich Beiträge von anderen Entwicklern integrieren lassen.

"Eine von der MPL abgeleitete Lizenz in einem Dual-Lizenzierungs-Modell zu verwenden, ist in der Open-Source-Community mittlerweile sehr verbreitet. Es ist die flexibelste Wahl einer Lizenz, da es sowohl der Open-Source-Community als auch Dritten mit proprietärer Lizenz ermöglicht, ihre Produkte zu integrieren", kommentierte Florian von Kurnatowski die Entscheidung für die eigene Lizenz. Von Kurnatowski übernimmt bei Scalix ab sofort die Rolle des "Director of Open Source Programs".

Die freie Edition basiert auf der kommenden Ausgabe von Scalix' Enterprise-Produktlinie. Eine Vorschauversion dieser Produkte ist für August 2006 angekündigt. Die Veröffentlichung als Open Source erfolgt in Zusammenarbeit mit Hewlett-Packard. Dabei kündigte Scalix auch an, in Zukunft mit Open-Source-Projekten wie Mozilla, GNOME und KDE, Asterisk, der Jabber Software Foundation sowie SugarCRM und Compiere zusammenzuarbeiten.

Die Scalix Community Edition ist eine kostenlose E-Mail- und Kalender-Plattform, auf die Nutzer über einen Webclient zugreifen, der aus Desktop-Programmen bekannte Funktionen bietet. Die aktuelle Version 10 der kostenlosen Software steht unter scalix.com für x86 und x86-64 zum Download bereit.

Mit der Open-Source-Edition steht Scalix in Konkurrenz zu anderen freien E-Mail-Plattformen wie Open-Xchange und Zimbra.  (js)


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Links zum Artikel:
Scalix (.com): http://www.scalix.com

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