Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0606/46140.html    Veröffentlicht: 27.06.2006 12:11    Kurz-URL: https://glm.io/46140

PalmOS als Open Source in der Mache

Mitstreiter für Open-Source-Projekt gesucht

Der in der Sega-CD-Welt bekannte Entwickler "Mask of Destiny" arbeitet derzeit an einer Open-Source-Variante von PalmOS und sucht noch Mitstreiter für sein Projekt. Mit einer Open-Source-Variante will er vor allem eine Alternative zum kommenden PalmOS bieten, das als Unterbau auf Linux setzen wird.

Vorerst will der Programmierer "Mask of Destiny" alle Arbeiten auf der Spielekonsole Sega CD oder auf einem 68K Amiga durchführen. Als Grund nennt er, dass er sich auf diesen Plattformen gut auskennt. Allerdings ist noch nicht entschieden, ob er das Open-Source-PalmOS nur für eine oder beide genannten Plattformen schreiben wird.

Bislang sieht er das Projekt eher als eine Kuriosität, da es weit von einer Einsatzfähigkeit entfernt ist. Erst nach Abschluss der grundlegenden Arbeiten will der Initiator das Open-Source-PalmOS auf reale PDA-Hardware bringen. Dann soll sich das Betriebssystem von einer Speicherkarte starten lassen und so lange im Arbeitsspeicher des PDAs oder Smartphones verbleiben, bis ein Hard-Reset vorgenommen wird.

Womöglich wird es auch eine Variante geben, um das Open-Source-PalmOS vollständig in das Flash-ROM zu verbannen. Allerdings ist dies erst vorgesehen, wenn das Alternativ-Betriebssystem stabil und zuverlässig läuft und einen würdigen Ersatz für PalmOS darstellt.

Zunächst will "Mask of Destiny" das Speicher- und Prozessmanagement als Basis vollenden, bis er sich an weitere Aufgaben heranwagt. In einem nächsten Schritt sind Multitasking-Funktionen geplant, allerdings müssen sich dazu erst Applikationen reibungslos starten lassen. Das Open-Source-PalmOS soll am Ende kompatibel zu PalmOS 5 sein. Unklar ist derzeit noch, ob der Initiator sein Betriebssystem eher auf PDAs oder Smartphones zuschneiden will oder ob beide Gerätetypen unterstützt werden.

Der Initiator sucht noch Mitstreiter, die sich in der Programmiersprache C auskennen. Er bietet an, bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, wenn dies erwünscht ist. Wohl vor allem aus zeitlichen Gründen sieht er aber nicht, wie er das Projekt alleine schultern kann und sucht daher Unterstützung.

Aber auch Nicht-Programmierer können sich an dem Projekt beteiligen, indem sie etwa helfen, einen passenden Projektnamen für das Open-Source-PalmOS zu finden. Derzeit firmiert das Ganze unter dem Projektnamen "Flatfoot" und auch ein passendes Logo muss noch entworfen werden. Zudem würde er das Einstellen des Projekts auf Sourceforge gerne durch helfende Hände erledigt wissen, weil sich "Mask of Destiny" damit nicht auskenne. Aber auch bei der Ausarbeitung der verwendeten Lizenz für das Open-Source-Betriebssystem würde er gerne auf Hilfe zurückgreifen.

Als Anstoß für das Projekt benennt "Mask of Destiny" seine Sorge, dass mit der kommenden auf Linux basierenden PalmOS-Version das bisherige PalmOS sterben würde. Da derzeit nur rudimentäre Details zum kommenden als AccessLinux Platform (ALP) bezeichneten PalmOS vorliegen, ist unklar, wie begründet diese Befürchtungen sind. Es ist durchaus vorstellbar, dass das kommende PalmOS zwar Linux als Basis verwendet, aber die Bedienoberfläche vom bisherigen PalmOS in Grundzügen übernommen wird und dass auch bisherige PalmOS-Applikationen darauf laufen können.  (ip)


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