Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0606/45996.html    Veröffentlicht: 20.06.2006 10:14    Kurz-URL: https://glm.io/45996

Opera 9 mit Widgets und BitTorrent besteht Acid2-Test

Neue Opera-Version mit Tab-Vorschau und seitenspezifischen Einstellungen

Ab sofort steht der Webbrowser Opera 9 als Final-Version kostenlos zum Download bereit. Der Browser beherrscht nun den Umgang mit BitTorrent-Downloads, kann sich über Widgets erweitern lassen, bietet einen Werbeblocker und besteht den Acid2-Test. Die Rendering Engine Presto unterstützt die wichtigsten Funktionen für Webapplikationen, um den Anforderungen von Web 2.0 alias AJAX gewachsen zu sein.

Opera 9
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Durch die Unterstützung von Widgets lassen sich kleine Programme in Opera 9 einbinden, die auch jenseits des Browsers zur Verfügung stehen. Widgets sind Miniprogramme, welche im Falle von Opera die Rendering Engine des norwegischen Browsers nutzen und beliebig auf dem Bildschirm positioniert werden können. Zahlreiche Widgets stehen zur Wahl, um sich etwa Uhren, Taschenrechner, Spiele, Umrechnungsfunktionen, News-Feeds oder aber Schnellzugriffe auf beliebte Webdienste auf den Desktop zu holen.

Widgets lassen sich im Vordergrund oder im Hintergrund positionieren und können sich wie eine normale Applikation verhalten, so dass diese etwa in der Taskleiste auftaucht und darüber oder per Taskwechsel aufgerufen werden kann. Verschwunden ist die Option aus der Beta 1, einzelne Widgets an eine bestimmte Bildschirmposition zu pinnen, um ein versehentliches Verschieben zu verhindern.

Opera 9
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Der Aufruf der Widget-Funktion hat sich seit der Beta 2 in den Grundzügen nicht mehr verändert, so dass auch die Final-Version den gleichen Widget-Manager enthält, den man über einen separaten Menüpunkt erreicht. Innerhalb des Managers lassen sich Widgets vergleichbar zu Lesezeichen in Verzeichnissen gruppieren und zentral verwalten. Der Widget-Manager erinnert wie gehabt von der Optik und Bedienung her an Operas Download-Manager.

Opera bietet als erster Browser serienmäßig die Möglichkeit, BitTorrent-Downloads ohne separaten Client abzuwickeln. Hierbei wird auch die Multitracker-Option unterstützt, um mehrere Tracker pro Datei zu nutzen. Zudem speichert die Software BitTorrents Hash-Daten in den Metadaten, um bei einer Wiederaufnahme eines Downloads auf eine Dateiüberprüfung verzichten zu können. BitTorrent-Downloads behandelt Opera 9 ähnlich wie herkömmliche http- oder ftp-Übertragungen und überlässt die Verwaltung dem Download-Manager.

Opera 9
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Die neue Webseitenvorschau liefert eine Miniaturansicht einer aufgerufenen Webseite, wenn man den Mauspfeil einen Moment über das betreffende Browser-Tab hält. Das soll Anwendern helfen, den Überblick über mehrere geöffnete Webseiten zu behalten. Einzelne Browser-Tabs lassen sich außerdem gegen ein versehentliches Schließen oder Verschieben schützen und quasi abschließen.

Über seitenspezifische Einstellungen legt der Nutzer bei Bedarf für einzelne Webseiten fest, wie sich eine Seite optisch präsentiert und welche Möglichkeiten der Webseite gewährt werden. Damit lässt sich etwa individuell die Anzeige von Bildern beeinflussen oder man kann bestimmten Webseiten die Ausführung von JavaScript oder die Annahme von Cookies verbieten.

Opera 9
Opera 9
Mit Opera 9 können endlich eigene Suchmaschinen für einen Direktzugriff in den Browser eingebunden werden, ohne dafür separate Software zu bemühen oder die Search.ini manuell zu bearbeiten. Über Suchfelder auf Webseiten lassen sich beliebige Suchen bequem per Kontextmenü in Opera integrieren, um die betreffende Suche aus dem Browser heraus mit Anfragen zu füttern. Bei Suchen innerhalb einer Webseite markiert Opera 9 zudem alle Suchtreffer farblich, um diese leichter zu finden.

Opera 9
Opera 9
Ein Inhaltsfilter blendet bei Bedarf bestimmte Bereiche einer Webseite aus, die man dazu bequem mit der Maus auswählt, um etwa Werbebanner auszublenden. Die betreffenden Seitenbereiche ignoriert der Browser dann künftig und stellt diese nicht mehr dar, wobei die Einstellungen global oder einzeln für eine Webseite vorgenommen werden können. Darüber hinaus wurde der Pop-up-Blocker optimiert, der lästige Werbe-Pop-Ups effizienter als bisher bekämpfen soll. Der Export von Lesezeichen als HTML-Datei geschieht nun im Netscape-Bookmark-Format, so dass diese leicht mit diversen Online-Lesezeichendiensten abgeglichen werden können, versprechen die Norweger.

Über die neue Einstellungsoption "opera:config" lässt sich der Browser umfangreich konfigurieren, ohne umständlich irgendwelche ini-Dateien zu editieren. Die sich an Profinutzer richtenden Einstellungen erhält man nach Eingabe von "opera:config" in der Browser-Adresszeile. Ferner unterstützt der aufgemotzte Quelltext-Editor Syntax-Highlighting, so dass Befehle optisch hervorgehoben werden. Wenn alle geöffneten Webseiten in einer Browser-Instanz geschlossen werden, öffnet sich neuerdings automatisch ein leeres Tab-Fenster, um den Aufruf einer neuen Webseite zu vereinfachen.

Opera 9
Opera 9
Zudem wurde der E-Mail-Client in Opera 9 überarbeitet, der nun die neuen IMAP-Funktionen beherrscht und verschiedene kleine Verbesserungen erhielt. Mit Opera 9 ändert sich das Datenbankformat für E-Mails, so dass man nicht ohne weiteres zu Opera 8.x wechseln kann. Ebenfalls unter der Haube haben die Entwickler die Rendering-Engine Presto weiter verbessert. So wurde die CSS-Unterstützung erweitert, um hier eine größere Standardübereinstimmung zu erreichen.

Der Browser besteht nun den Acid2-Test und unterstützt SVG 1.1, Canvas, XSLT 1.0, XHTML, XPath 1.0 sowie WebForms 2.0. Auf Grund der Presto-Anpassungen versprechen die Norweger den unkomplizierten Einsatz von AJAX-Anwendungen in Opera 9, so dass der Browser fit für Web 2.0 sein sollte. JPEG-Bilder zeigt der Browser nun auch an, wenn sie als YCCK oder CMYK vorliegen. Als kleine Neuerung am Rande verwendet Opera künftig als neues Feed-Icon das aus Firefox bekannte Symbol und unterstützt Atom 1.0. Außerdem wurden einige Tastenkürzel geändert, so dass man etwa neue Browserfenster nun nicht mehr mit strg-n, sondern mit strg-t öffnet, während strg-n eine neue Browser-Instanz aufruft.

Opera 9
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Für die Windows-Plattform stehen zwei verschiedene Installationspakete bereit, weil mit Opera 9 erstmals Microsofts Windows-Installer unterstützt wird. Das bisherige Windows-Installationsarchiv wird weiterhin angeboten, weil dieses kompakter ausfällt, so dass sich kürzere Download-Zeiten ergeben, was etwa für Modemnutzer wichtig sein kann. Die Opera-Version für MacOS X wurde bereits so angepasst, dass der Browser ohne Emulation auch direkt auf Intel-Maschinen läuft. Auf Unix-Plattformen lässt sich Opera per Druck auf Strg-H nun bequem im Systray ablegen.

Opera 9 steht ab sofort für Windows, MacOS X, Linux, FreeBSD und Solaris kostenlos unter anderem in deutscher Sprache zum Download bereit.  (ip)


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Links zum Artikel:
Opera - Opera Download (.com): http://www.opera.com/download/
Opera Software (.com): http://www.opera.com/

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