Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0606/45963.html    Veröffentlicht: 19.06.2006 08:34    Kurz-URL: https://glm.io/45963

Digitaler Polizeifunk mit einfachen Mitteln abhörbar?

Sichere Endgeräte erst noch in der Entwicklung

Eigentlich wurde der Tetra-Digitalfunk stets als abhörsicher angepriesen, doch nun melden sich Experten zu Wort, dass dies revidiert werden müsse. Nach Stichproben in deutschen Ballungsgebieten, in denen bereits probeweise entsprechende Netze errichtet wurden, konnten sie einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge mit Funkscanner, Notebook und Entschlüsselungssoftware bewaffnet, die Kommunikation mithören.

Das Abhören sei im größten deutschen Feldtest im Raum Aachen bereits gelungen, schreibt die Wirtschaftswoche. Auch die in Hamburg und Leipzig zur WM errichteten Digitalfunknetze ließen sich abhören.

Die Probleme werden just vor dem geplanten Start für den Aufbau des rund drei Milliarden Euro teuren Polizeifunknetzes durch EADS und Siemens bekannt.

In Aachen sei nach Angaben der Beteiligten keine zusätzliche Verschlüsselung eingesetzt worden, da es zu Inkompatibiltäten bei den Funkgeräten verschiedener Hersteller gekommen sei.

Man wolle sich bei Einführung der Tetra-Netze auf eine vom BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) entwickelte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verlassen, so das Bundesinnenministerium gegenüber der Wirtschaftswoche. Entsprechend taugliche Endgeräte seien aber erst noch in der Entwicklung. Sie sollen Ende 2006 serienreif sein.  (ad)


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