Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0606/45935.html    Veröffentlicht: 15.06.2006 12:31    Kurz-URL: https://glm.io/45935

Nielsen will Fernsehnutzung immer und überall erfassen

Neue Techniken für ein "Anytime Anywhere Media Measurement"

Nielsen Media Research will Einschaltquoten künftig für jede Art von Endgeräten entwickeln, ganz gleich ob die Programme im normalen Fernsehen, per Internet, auf dem Handy oder iPod geschaut werden. Dazu startet die VNU-Tochter das Programm "Anytime Anywhere Media Measurement", kurz "A2/M2".

Neben der herkömmlichen Erfassung von Einschaltquoten im Haushalt will Nielsen in Zukunft auch Video-Streams, die über das Internet verbreitet werden, erfassen, ebenso den Fernsehkonsum außer Haus (Out-of-Home Measurement). Bis 2011 will Nielsen dazu in allen lokalen Märkten eine elektronische Messung einführen und zudem neue Messmethoden entwickeln, um die Fernsehnutzung auf portablen Geräten zu erfassen und auch Zuschauerbindung soll gemessen werden.

Die Messung von Fernseh- und Internetdaten soll verzahnt werden. Die Konzernschwester Nielsen-NetRatings soll ebenfalls Daten zuliefern. Das "People Meter", das von Nielsen Media Research geführte Panel zur Erhebung der Daten, soll dazu mit Software von Nielsen-NetRatings ausgestattet werden, um auch die Aktivitäten der Probanden am PC und Notebook zu erfassen. Die Daten sollen dann miteinander fusioniert und angeboten werden.

Neue Messgeräte sollen es ab Ende 2008 zudem erlauben, den Fernsehkonsum außerhalb der eigenen vier Wände zu erfassen, beispielsweise in Kneipen, Hotels und Flughäfen. Erste Tests zweier "Go Meters" getaufter Messgeräte soll es ab Anfang 2007 geben. Bei einem der beiden ist die Messtechnik in einem Mobiltelefon untergebracht, das andere kommt als MP3-Player daher.

Auch die Nutzung auf mobilen Endgeräten will Nielsen erfassen und arbeitet dazu an einem so genannten "Solo Meter", das mit jedem Endgerät zusammenarbeiten soll. Für Plattformen, die WLAN oder Bluetooth unterstützen, will Nielsen ein kleines Gerät entwickeln, das per Funk lauscht. Drahtgebundene Geräte sollen über ein Gerät überwacht werden, das vor die Kopfhörer gesteckt wird. Um möglichst geräteunabhängig zu sein, werden die genutzten Medien anhand des Tonsignals erkannt.  (ji)


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Links zum Artikel:
Nielsen Media Research: http://www.nielsen-media.de
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