Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0606/45713.html    Veröffentlicht: 03.06.2006 14:15    Kurz-URL: https://glm.io/45713

Neue Notebooks mit 2 und 8 Kilogramm von Dell

XPS-Serie um Multimedia-Geräte erweitert

In München hat Dell in der vergangenen Woche zwei neue Mobilrechner der noblen XPS-Serie vorgestellt. Stellt das XPS M1210 noch ein echtes Subnotebook mit kompletter Ausstattung dar, so ist das XPS M2010 ein Design-Rechner als Desktop-Ersatz, der allenfalls portabel, aber nicht mobil zu nennen ist.

Bisher waren die unter der Marke "XPS" geführten Rechner bei Dell reinrassige Spielemaschinen, die Notebooks zeichneten sich durch hohe Leistung, aber kurze Akkulaufzeiten aus. Inzwischen versteht Dell XPS eher als Multimedia-Linie, die Rechner sollen nicht mehr nur zum Spielen, sondern als mobile Unterhaltungszentrale dienen.

Dell XPS M2010
Dell XPS M2010
So ist auch das neue Monster-Notebook M2010 nur mit der Media Center Edition 2005 von Windows XP zu haben und wird mit einer üppigen Fernbedienung geliefert. Auf Grund des riesigen 20,1-Zoll-Displays mit 1.680 x 1.050 Pixeln und Hochglanz-Beschichtung sieht Dell es auch eher als Designer-PC für den Schreibtisch denn als mobiles Notebook für den alltäglichen Gebrauch. Während man mit den laut Dell rund 2,5 Stunden Akkulaufzeit noch für gelegentlichen Einsatz leben könne, wird das M2010 durch seine 8,2 kg Gewicht im Wortsinne untragbar. Konsequenterweise ist an der Rückseite ein Griff angebracht, den das Gerät im Format eines Aktenkoffers auch braucht.

Der moderne Notebook-Koffer
Der moderne Notebook-Koffer
Auf dem Schreibtisch macht das in der Optik von Klavierlack und Kunstleder gehaltene Gerät eine bessere Figur als unterwegs. Dell nutzt die Breite von 47 Zentimetern für eine normalgroße Tastatur, samt rechts von den Buchstabentasten angebrachtem Touchpad und einem daneben liegenden Ziffernblock. Bei Verwendung einer Maus rechts neben der Tastatur muss man dafür mit langen Wegen zum Zeigerschubser leben. Die Tastatur kann durch einen raffinierten Mechanismus mit recht sanfter Gewalt einfach aus dem Rumpf des Geräts gezogen werden und gibt ihre Eingaben dann per Funk weiter. Der Akku in der Tastatur lädt sich, sobald die Klaviatur wieder an den Rumpf gesteckt wird.

Motorbetriebene DVD-Lade
Motorbetriebene DVD-Lade
Auch sonst setzt Dell beim XPS M2010 ganz auf Design: Der 8fach-DVD-Brenner mit Slot-In-Laufwerk klappt motorisch nach oben, wenn man die blau beleuchtete Auswurftaste drückt. Die Rückseite des Monitors ist mit schwarzem Kunstleder bezogen und der Monitor ist durch einen langen Arm in Höhe und Abstand zum Benutzer verstellbar. Es ist allerdings nicht vorgesehen, Tastatur und Monitor abzubauen und nur den Rumpf des Notebooks, etwa zum Arbeitsplatz, zu transportieren.

Breakout-Box für Ton, rechts der optionale Tuner
Breakout-Box für Ton, rechts der optionale Tuner
Die Multimediaausstattung reduziert sich im Wesentlichen auf acht integrierte Lautsprecher und einen Subwoofer. Der 7.1-Sound kann auch über eine externe Box auf andere Lautsprecher ausgegeben werden. Für Bild (DVI) und Ton (SPDIF) stehen digitale Ausgänge bereit, einen integrierten Tuner bringt das XPS M2010 jedoch nicht mit. Für rund 100,- Euro Aufpreis liefert Dell einen DVB-T-Tuner von Avermedia als USB-Box, die auch mit dem Windows Media Center kompatibel ist. Der Rest der Ausstattung entspricht mit einem 13-in-1-Cardreader, WLAN bis 54 MBit/s, Gigabit-Ethernet und V.92-Modem gutem Standard.

Das XPS M2010 ist laut Dell sofort lieferbar - und zwar zu einem Preis von rund 2.900,- Euro ohne Versandkosten. Dafür sind zwar Intels schneller Core-Duo-Prozessor T2500 (2 GHz) sowie 1 GByte DDR2-667-Speicher und ATIs Mobility X1800 als Grafikchip samt 256 MByte geboten. In der kleinsten Konfiguration steckt aber nur eine 80-GByte-Festplatte. Angesichts des Anspruchs als schneller Desktop-Ersatz und Media Center scheint da die für rund 360,- Euro gebotene Option auf ein RAID-0 mit 200 GByte Kapazität praxisgerechter.

Dell XPS M1210
Dell XPS M1210
Als XPS-Notebook für den wirklich mobilen Einsatz empfiehlt Dell das neue Modell M1210. Es ist als Subnotebook mit 12,1-Zoll-Display konzipiert, die Schriften des nur mit 1.280 x 800 Pixeln lieferbaren Panels wirken dabei aber arg klein. Dell positioniert das Gerät aber auch eher als mobilen Unterhalter, der mit internem DVD-Laufwerk und zwei Kopfhörer-Ausgängen auch für ein Pärchen auf dem Flug für Filmvergnügen sorgen soll. Bei nur knapp zwei Kilogramm soll das Notenbook auch mit dem mitgelieferten 6-Zellen-Akku beinahe vier Stunden durchhalten, mit einem optionalen 9-Zellen-Stromspender sei ein ganzer Arbeitstag von acht Stunden möglich, verspricht Dell.

Dell XPS M1210
Dell XPS M1210
Das gilt jedoch nur für die Version des 1210 mit integrierter Grafik auf Basis von Intels 950-Chipsatz. Wie lange das Gerät mit dem ebenfalls auf Wunsch erhältlichen GeForce Go 7400 läuft, gab Dell noch nicht an. Dieser Grafikprozessor beherrscht zwar DirectX 9 samt Shader Model 2.0, ist aber durch seine Architektur mit TurboCache deutlich langsamer als andere Notebook-GPUs. Immerhin hat Dell dem Grafikprozessor eigene 64 MByte RAM spendiert, so dass er nur bis zu 192 MByte im Hauptspeicher belegt.

In der kleinsten Konfiguration mit einem Core Duo T2300 (1,73 GHz), 512 MByte DDR2-533-RAM, DVD/CDRW-Kombilaufwerk, integrierter Grafik und und 60-GByte-Festplatte ist das XPS M1210 für 1.200,- Euro zu haben. Mit dem Core Duo T2400 (1,83 GHz), 1 GByte DDR2-533-Speicher, 8x-DVD-Brenner, einer 100-GByte-Festplatte und dem GeForce Go 7400 kostet das Gerät aber schon 1.650,- Euro.  (nie)


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