Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0605/45584.html    Veröffentlicht: 30.05.2006 10:33    Kurz-URL: https://glm.io/45584

Schadcode - Vorgebliches Windows-Update unterwegs

Trojanisches Pferd spioniert Zugangsdaten von Online-Banken aus

Per E-Mail macht derzeit ein Trojanisches Pferd die Runde, das sich als Windows-Update ausgibt. Die in holprigem Deutsch gehaltene E-Mail soll Anwender dazu bringen, das im Anhang enthaltene Archiv zu öffnen, die ausführbare Datei zu starten und sich so das Trojanische Pferd auf den Rechner zu holen. Der Schädling versucht dann an die Zugangsdaten von Online-Bankkunden zu gelangen.

Fällt ein Opfer auf diesen plumpen Trick herein, nistet sich das Trojanische Pferd Sinowal auf einem Windows-System so ein, dass besonders Bankdaten abgefangen werden. Dazu fügt der Schädling eigenen HTML-Code beim Aufruf von Bankenseiten ein und lässt so ein Pop-up-Fenster erscheinen. Gibt das Opfer hier seine Zugangsdaten ein, fängt das Trojanische Pferd diese ab. Der Schädling soll sich mit Hilfe von Spam-Methoden verteilen, bietet selbst aber keine Verbreitungsfunktionen.

Die betreffende E-Mail kennzeichnet ein sehr holpriges Deutsch, das viele offensichtliche Fehler enthält, was in jedem Fall einen Warnhinweis darstellt. Hier ein Auszug des Beginns der betreffenden E-Mail: Im weiteren E-Mail-Text wird der Nutzer aufgefordert, das an der Mitteilung hängende ZIP-Archiv zu öffnen und die darin zu findende EXE-Datei zu starten. Folgt ein Opfer dieser Aufforderung, nistet sich das Trojanische Pferd auf dem betreffenden Windows-System ein und kommt seiner Protokollaufgabe nach.

Wie andere Softwareanbieter verteilt auch Microsoft keine Programm-Updates per E-Mail, so dass allgemein davon auszugehen ist, dass es sich in einem solchen Fall um Schadcode handelt. Updates für Applikationen werden üblicherweise per Webseite als Download zur Verfügung gestellt und nur äußerst selten direkt an Kunden per E-Mail verteilt. Mancher Shareware-Anbieter stellt Updates seiner Produkte per E-Mail bereit, allerdings gilt dies nicht für die großen Softwarekonzerne wie Microsoft.  (ip)


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