Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0604/44724.html    Veröffentlicht: 18.04.2006 14:49    Kurz-URL: https://glm.io/44724

Spieletest: Odama - Innovation trifft Konfusion

Genre-Mix für Nintendos GameCube

Spielerische Innovationen sind im Markt für Konsolenspiele bekannterweise eher eine Seltenheit, was die Entwickler von Odama dazu inspiriert hat, gleich mehrere kreative Ideen in einem Titel zu vermengen - und so die meisten Spieler auf Grund zahlreicher ungewöhnlicher Ideen gleich wieder zu überfordern.

Odama (GC)
Odama (GC)
Auf die Idee muss man erstmal kommen: Ein Mix aus diversen Genres ist an sich noch nichts Neues, den Gedanken, ausgerechnet einen Flipper mit Strategie-Gameplay zu verknüpfen, hatte bisher allerdings wohl noch niemand. Odama spielt im mittelalterlichen Japan, in dem sich zwei Klane bis aufs Blut bekriegen.

Odama (GC)
Odama (GC)
Dem Spieler obliegt es, an der Spitze einer der beiden Armeen die Vorherrschaft zu erringen. Wie in anderen Strategietiteln gibt es hier also auch Landschaften mit Hügeln, Flüssen und Wiesen sowie Soldaten; am unteren Bildschirmrand stehen allerdings zwei Flipper - und warten darauf, die große Kugel mit Namen "Odama" übers Feld zu scheuchen.

Odama (GC)
Odama (GC)
Prinzipiell spielt sich Odama über weite Strecken wie ein klassischer Flipper: Die Kugel wird über den Tisch gespielt, wobei man sich Mühe geben sollte, ihren Lauf möglichst gut zu planen - im Idealfall erwischt man die feindlichen Truppen und kegelt sie vom Schlachtfeld, im schlechtesten Fall müssen die eigenen Leute dran glauben, was für einen rapiden Abfall der soldatischen Motivation sorgt.

Die Odama-Kugel ist aber nicht das einzige Element, das beachtet werden muss: Auf dem Schlachtfeld bewegen sich zwei besondere Soldaten, die das wichtigste Heiligtum des eigenen Clans spazieren tragen: die Ninten-Glocke. Ziel ist es, eben diese Glocke durch ein Tor am oberen Bildschirmrand zu tragen, was die eigenen Truppen automatisch machen - aber eben nur dann, wenn sie nicht von den feindlichen Soldaten gestoppt oder gar zurückgedrängt werden. Gleichzeitig ist die Glocke auch noch eine Art Wunderwaffe: Trifft man sie mit der Odama-Kugel, wird ein Gong ausgelöst, der alle Feinde in der Umgebung ausknockt.

Odama (GC)
Odama (GC)
Als wäre das alles nicht schon abgedreht genug, liegt der Spielepackung auch noch ein Mikrofon bei, mit dem sich die eigenen Truppen durch simple Sprachbefehle dirigieren lassen. Gefechte führen sie zwar selbsttätig, dem Spieler ist es aber überlassen, durch Worte wie "Sammeln" oder Richtungsangaben ihre Bewegungen zu kontrollieren, Gegenstände wie Schlüssel zum Öffnen weiterer Tore einzusammeln und neue Soldaten ins Feld zu schicken.

Odama (GC)
Odama (GC)
Leider übertreibt es Odama ein wenig mit den guten Ideen - zumal nicht alles so gut funktioniert, wie es soll: Die Spracherkennung hakt manchmal, die gegnerischen Truppen sind meist in deutlicher Überzahl und das Platzieren der Flipper-Kugel ist auch oft ein Glücksspiel - nicht selten erwischt es letztendlich doch die eigenen Truppen. Ein herbes Zeitlimit erschwert das Ganze zusätzlich und lässt ein wirklich strategisches Vorgehen oft gar nicht erst zu.

Odama ist exklusiv für den Nintendo GameCube erhältlich und kostet inklusive Mikrofon knapp 60,- Euro. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab sechs Jahren erhalten.

Fazit:
Trotz toller Ansätze und vieler kreativer Ideen sind die Entwickler von Odama ein wenig übers Ziel hinausgeschossen: Das Spiel ist über weite Strecken viel zu hektisch und ungenau, als dass man sich wirklich an diesem originellen Genre-Mix erfreuen könnte. Zudem sorgt der extrem hohe Schwierigkeitsgrad für viel Frust, und auch die Präsentation bleibt weit hinter den Möglichkeiten des GameCube zurück - hier wäre ausnahmsweise etwas weniger Innovationsdrang seitens der Entwickler wahrscheinlich die bessere Wahl gewesen.  (tw)


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