Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9909/4448.html    Veröffentlicht: 14.09.1999 11:22    Kurz-URL: https://glm.io/4448

FXT1 - Open-Source-Texturkompression von 3dfx

Grafikkartenhersteller 3dfx hat mit FXT1 eine Texturkompressions-Technologie vorgestellt, die im Gegensatz zur an Microsoft lizenzierten und auf DirectX beschränkten S3TC Texturkompression von S3 kostenlos in alle Grafikschnittstellen und Betriebssysteme integriert werden kann. Entsprechend können Hersteller von Grafikchips FXT1 ohne Lizenzgebühren in ihre Hardware integrieren. Als Erstes wird 3dfx', voraussichtlich Ende des Jahres auf den Markt kommende, neue Grafikkartengeneration mit FXT1 ausgestattet sein.

Im Gegensatz zu S3s Texturkompression, arbeitet FXT1 mit vier verschiedenen Kompressionsalgorithmen, die auf eine in Blöcke aus 4 x 4 oder 4 x 8 Pixeln x 8 Bit Farbtiefe zerlegte Textur angesetzt werden. Dabei werden pro Block bei der Kompression jeweils alle 4 Algorithmen angewandt und dann automatisch das am wenigsten Speicherplatz verbrauchende und visuell am dichtesten am Original liegende Ergebnis ausgewählt. So wird für jeden Block einzeln der jeweils optimalste Kompressionsalgorithmus ausgewählt.

Eine unkomprimierte 256 x 256 Pixel große Textur in 32-Bit Farbtiefe benötigt etwa 256 KByte Speicher, während sie nach der Kompression per FXT1 nur noch 32 KByte groß ist, was einer Kompressionsrate von 8:1 entspricht. Das entspricht der Kompressionsrate von S3TC, FXT1 soll jedoch näher am Original liegen und weniger Artefakte, also weniger erkennbare Bildfehler, erzeugen.

Die erstmals auf der ECTS hinter verschlossenen Türen gezeigte FXT1 Texturkompression lieferte wirklich sehr ansprechende Resultate, allerdings dürfte in den oft sehr hektischen 3D-Spielen der Unterschied zwischen S3TC und FXT1 nicht auffallen. Wichtiger als ein Vergleich der Bildqualität, die bei beiden Kompressionsformaten sehr hoch ist und beeindruckende Details ermöglicht, sind ohnehin die Einsatzmöglichkeiten. Hier liegt 3dfx dank des Open-Source-Modells von FXT1 weit vorne.

3dfx will mit diesem Schritt den 3D-Markt auf allen Plattformen weiterbringen und hochauflösende Texturen auf allen Plattformen ermöglichen, vom Macintosh bis hin zum Linux- oder BeOS-PC. Ob jedoch die Konkurrenz mitziehen wird, muss sich noch zeigen - es wäre allerdings zu hoffen, denn derzeit floriert S3TC nur auf Windows-Plattformen. In Anbetracht dessen, dass 3D-Grafik nicht nur auf Windows begrenzt ist, wird erst eine plattformübergreifendes Texturkompression den Durchbruch schaffen.

Software- und Hardwareentwickler finden FXT1 Sourcen und Entwicklungswerkzeuge auf den 3dfx Developer Program Webseiten , die jedoch erst nach kostenloser Registrierung zugängig sind.  (ck)


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