Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0603/44165.html    Veröffentlicht: 22.03.2006 08:25    Kurz-URL: https://glm.io/44165

SPD fordert mehr Jugendschutz bei Handy-Kosten

Einführung einer "Jugendschutzoption" im Prepaid-Bereich gewünscht

Die hohen Kosten, die Kindern und Jugendlichen auf Grund von Handys entstehen, sind der SPD-Bundestagsfraktion ein Dorn im Auge. Ulrich Kelber, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, fordert deshalb eine "Jugendschutzoption" im Prepaid-Bereich durch die Discount-Anbieter.

Zwar würden nach Darstellung des Sprechers die meisten Jugendlichen Guthabenkarten nutzen und so ihre Kosten kontrollieren können, doch reiche dies noch nicht aus. Mobilfunkbetreiber bieten seit 2004 spezielle Optionen an, womit sich Sonderrufnummern und teure SMS-Dienste sperren lassen - jedoch gebe es keine kostenlose Sperrung teurer Nummern oder SMS-Dienste bei den Discounter- Angeboten. Es sei aber zu erwarten, das Jugendliche die auf den ersten Blick günstiger erscheinenden Tarife von Discountanbietern nutzen wollen, so der SPD-Sprecher.

Auf Anfrage der SPD nach Einführung solcher kostenlosen Sperren hatten die meisten Discount-Anbieter mit Ablehnung reagiert und mit den hohen Kosten argumentiert. Außerdem seien solche Sperrangebote nicht notwendig. Die SPD verlangt, dass Kinder und Jugendliche vor den Risiken teurer Sonderdienste geschützt werden. Sollten keine freiwilligen Angebote der Mobilfunkbetreiber entstehen, würde man eine gesetzliche Regelung anstreben. Die Mobilfunkbetreiber müssten dafür sorgen, dass die Tarife mit Jugendschutzoption nicht teurer sind als andere für Jugendliche zugängliche Tarife.

Viele Kinder und Jugendliche geben einen Großteil des Taschengeldes für ihre Handys aus. Bei einem durchschnittlichen Taschengeldbetrag von rund 30-, Euro entfallen laut der im Februar 2006 erschienenen Studie 'Jugend und Geld 2005' 18,- Euro auf anfallende Handy-Kosten.  (ad)


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