Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0603/44054.html    Veröffentlicht: 16.03.2006 08:22    Kurz-URL: https://glm.io/44054

Hybrid-USB-Tuner - Terratec geht gegen Nachahmer vor

Abmahnung gegen Konkurrenten Avermedia wegen dessen Hybrid-USB-Stick-Tuner

Das deutsche Unternehmen Terratec geht gegen Konkurrenten vor, die als Nachzügler ebenfalls mit Hybrid-TV-Tunern in USB-Stick-Größe aufwarten. Als Erstes hat Avermedia eine Abmahnung wegen des gerade erst auf der CeBIT 2006 vorgestellten "AVerTV Hybrid+FM Volar" erhalten.

Terratec Cinergy Hybrid T USB XS
Terratec Cinergy Hybrid T USB XS
Dabei beruft sich Terratec auf ein im Februar 2006 beim deutschen Patentamt eingetragenes Gebrauchsmuster mit der Nummer 20 2005 017 348. Dieses beschreibt eine "Empfangsvorrichtung für Bild- und/oder Tonsignale", deren Gehäuse in Form "eines endseitig mit einer Schnittstelle versehenen Stiftes kleiner Bauart ausgebildet ist" und neben wenigstens einem Empfänger für digitale Signale auch mindestens einen Empfänger für analoge Signale enthält.

Damit wird ein USB-Stick-Tuner beschrieben, der mindestens zwei Tuner enthält - womit Terratec seinen Hybrid-USB-Stick-Tuner "Cinergy Hybrid T USB XS" unter Schutz gestellt sieht. Gebrauchsmuster gelten als "kleine Patente", dürfen nicht für Verfahren genutzt werden, haben einen geringeren Gültigkeitzeitraum und werden erst im Rechtsstreit auf Gültigkeit geprüft.

Nach Auffassung von Terratec verletzt die Avermedia GmbH das geschützte Gebrauchsmuster. Da Avermedia sich laut Terratec bisher im Hinblick auf eine Zusammenarbeit nur "sehr zögerlich" verhalten habe, sah sich Terratec dazu gezwungen, Avermedia wegen Gebrauchsmusterverletzung abzumahnen und zum Abgeben einer Unterlassungserklärung zu drängen.

Terratecs geschäftsführender Gesellschafter Walter Grieger will zur Not auch noch weiter gehen: "Wir werden gegebenenfalls auch nicht davor zurückschrecken, in Deutschland alle Hybrid-Sticks von Verletzern aus den Geschäften herausholen zu lassen."

AVerTV Hybrid+FM Volar
AVerTV Hybrid+FM Volar
Auf Nachfrage von Golem.de erklärte Terratec, dass es darum gehe, eigene Investitionen zu schützen, das gewählte Vorgehen sei ein erster Schritt dabei. So würden auf Basis von Standardbausteinen selbst entwickelte Produkte bei asiatischen Herstellern in Auftrag gegeben und von diesen gefertigt. Dabei bleibt es aber meist nicht, mitunter sollen Konkurrenten günstigere Nachbauten angeboten bekommen, ohne dass sie irgendwelche Entwicklungsarbeit leisten mussten.

Allerdings geht es nicht unbedingt nur um Nachbauten, auch wer selbst entwickelt hat, aber zu spät dran war, muss sich nun mit Terratec auseinander setzen. Anders als Avermedia seien andere Hersteller aber sehr einsichtig gewesen. Von Avermedia gab es bisher noch keine Stellungnahme, das Unternehmen ist noch mit der CeBIT 2006 beschäftigt.  (ck)


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Links zum Artikel:
AVerMedia Technologies (.com): http://www.aver.com
Terratec: http://www.terratec.de

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