Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0603/43958.html    Veröffentlicht: 10.03.2006 15:16    Kurz-URL: https://glm.io/43958

Windows Vista ohne EFI-Boot-Unterstützung

Microsofts Betriebssystem wohl nicht auf Intel-Macs nativ lauffähig

In einer Rede auf dem Intel Developer Forum (IDF) hat Microsofts Development Manager Andrew Ritz über die zukünftige Unterstützung des PC-BIOS und des neuen Extensible Firmware Interface gesprochen. Die schlechte Nachricht: EFI-Unterstützung wird nicht vor der Server-Version von Windows Vista mit Codenamen "Longhorn Server" Einzug halten und sich zudem nach derzeitigen Plänen auf 64-Bit-Systeme beschränken.

Bisher ging man davon aus, dass Windows Vista (Codename Longhorn) mit Unterstützung des BIOS-Nachfolgers Extensible Firmware Interface (EFI) aufwarten wird, schließlich hat das PC-BIOS schon einige Jahre auf dem Buckel und nicht nur Intel möchte sich von dieser Altlast lieber früher als später trennen. Die EFI-Unterstützung wird jedoch nicht mit Windows Vista ausgeliefert.

Microsoft möchte in Zukunft dafür gleich den Nachfolger der urpsrünglich von Intel herausgegebenen EFI-Spezifikation unterstützen, der jetzt unter dem Namen Unified EFI 2.0 (UEFI) seit Ende Ferbuar 2006 auf der Website des EFI-Forums zur Verfügung steht. Während UEFI eigentlich auch den Einsatz auf 32-Bit-Systemen vorsieht, plant Microsoft erst gar nicht die Unterstützung von 32-Bit-Plattformen mit EFI.

EFI soll jedoch kommen, versichert Microsofts Development Manager Andrew Ritz, die Unterstützung wird jedoch erst nach der Veröffentlichung der Server-Version von Windows Vista hinzugefügt. Offen bleibt die Frage, wann mit der Erweiterung für den Windows-Client zu rechnen ist.

Die Server-Version soll hingegen von Anfang an mit EFI umgehen können. Auch hier jedoch beschränkt auf 64-Bit-Systeme. Insgesamt zeigte sich Ritz zuversichtlich, was EFI angeht, man erhofft sich einige großartige Funktionen. Ritz empfiehlt den Geräteherstellern zudem, mit den Arbeiten an UEFI-Treibern zu beginnen. Um Treiber für EFI zu schreiben, benötige man einiges an Können, so dass die Hersteller nicht erst mit der Entwicklung anfangen sollten, wenn die Nachfrage aufkommt.

Ritz stellt zudem eines klar: Auch wenn diese Gerätetreiber bereits während des Boot-Prozesses geladen werden, benötigt man trotzdem noch für Windows Vista und seinen Serverableger optimierte Treiber.

Die neuen Pläne werden vor allem Apple-Anwender gleich doppelt treffen, die gehofft hatten, neuere Macintosh-Rechner mit Intel-Prozessoren unter Vista booten zu können.

Zum einen erhoffte man sich mit Windows Vista eine einfache Möglichkeit, auch auf einem Intel-Mac Windows zum Laufen zu bringen, denn auf Apples Intel-Macs kommt EFI bereits zum Einsatz. Diesen Hoffnungen erteilen die Redmonder aber erstmal eine Absage.

Zum anderen setzt Apple derzeit auf Intels Core Duo und Core Solo, einen 32-Bit-Prozessor, so dass diese auch mit einer nachträglichen EFI-Unterstützung kaum mit Windows Vista starten dürften. Hier sind findige Entwickler gefragt, die schon länger versuchen, Windows auf den neuen Intel-Macs zum Starten zu überreden.

32-Bit-Macs schloss Ritz auch gleich aus; bezüglich Apple-Rechnern mit 64-Bit-CPU äußerte er sich dahingehend, dass es vielleicht funktionieren würde, Vista zu booten, man sich aber nicht auf die Apple-Plattform konzentrieren wolle. Die ersten 64-Bit-Intel-Macs werden wohl erst nach der Vorstellung von Intels 64-Bit-Prozessoren Merom oder Conroe für Apple eine Option sein.

Den Grund dafür, dass die Unterstützung von EFI zunächst verschoben wurde, sieht Ritz vor allem bei der mangelnden Geräteanzahl, die bereits EFI-konform arbeiten. Ein Blick auf Itanium-Systeme oder Apples Intel-Macs genügt anscheinend nicht, auch sollen einige Intel-Mainboards bereits mit deaktiviertem EFI ausgeliefert worden sein.

Der rund eine Dreiviertelstunde dauernde englische IDF-Vortrag von Andrew Ritz ist bei apcmag.com zu hören. Microsoft Deutschland konnte auf der CeBIT gegenüber Golem.de dazu keine weiteren Informationen liefern.  (ase)


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