Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0603/43714.html    Veröffentlicht: 02.03.2006 12:09    Kurz-URL: https://glm.io/43714

AMD sieht seine Kunden durch Skype benachteiligt

Intels Konkurrent strengt gerichtliche Untersuchung an

Vor kurzem hat Skype einen Teil seiner Nutzerschaft brüskiert, indem in einer gemeinsamen Werbeaktion mit Intel der volle Funktionsumfang von Skype nur Benutzern mit Dual-Core-Prozessoren des Herstellers Intel zur Verfügung gestellt wird. Der Intel-Konkurrent vermutet eine künstliche Einschränkung; etwas, das nicht nur falsch, sondern auch illegal wäre, betonte ein AMD-Sprecher gegenüber Golem.de.

In dem strittigen Fall geht es um die jüngst erweiterte Konferenzfunktion der Internet-Telefonie-Software Skype - zuvor waren nur max. fünf aktive Gesprächsteilnehmer möglich. Mit Intels Dual-Core-Prozessoren der Serien Pentium D, deren Extreme Edition und dem Pentium-M-Nachfolger Core Duo steigt die Zahl auf zehn aktive Konferenzteilnehmer. Erst Intels Dual-Core-Prozessoren bringen entsprechende Leistung dafür mit, heißt es. Nur bietet AMD ebenfalls Dual-Core-Prozessoren, die sich in der Leistung nicht vor Intels Schöpfungen verstecken müssen.

Dennoch hat die Partnerschaft von Skype und Intel zur Folge, dass die 10er-Konferenzen auf AMDs Prozessoren nicht laufen - unabhängig davon, ob Dual- oder Single-Core. AMD vermutet, dass es an einer Code-Zeile liegt, die lediglich die Prozessor-Identität und nicht die eigentliche Leistung überprüft. Die Gründe dafür will AMD nun in den USA durch Einsicht u.a. in den Skype-Quellcode ans Tageslicht bringen und hat entsprechend die dortige Justiz eingeschaltet.

Künstliche Einschränkungen zu Gunsten von Intel und zu Ungunsten von AMD und seinen Kunden werde man nicht hinnehmen, so AMD Deutschland. AMD hat in Asien, Europa und den USA diverse Monopoluntersuchungen gegen Intel ins Rollen gebracht, Intels Zusammenarbeit mit Skype ist AMD deshalb umso mehr ein Dorn im Auge.

Das mittlerweile eBay gehörende Unternehmen Skype hat durch seine Ankündigung, Intel-Prozessoren mit speziellen Skype-Funktionen zu unterstützen, so einige AMD-Kunden erzürnt. Im offiziellen Skype-Forum laufen entsprechende Diskussionen, in deren Beiträgen der eine oder andere auch angab, künftig auf Skype verzichten zu wollen. Inwiefern das dann wirklich auch umgesetzt wurde, ist nicht bekannt.

Die Konferenzfunktion solle erst der Start der Partnerschaft zwischen Intel und Skype sein - gegenüber News.com hatte Skype aber auch schon angegeben, dass es sich um zeitlich exklusive Funktionen handeln würde. Was immer das bedeutet.  (ck)


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Skype (.com): http://www.skype.com

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