Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0602/43535.html    Veröffentlicht: 22.02.2006 10:56    Kurz-URL: https://glm.io/43535

Canons neue Kompaktmodelle: Digital Ixus 60, 65 und 800 IS

Digital Ixus 800 IS mit 6-Megapixel-CCD-Sensor in kompakter Bauweise

Die Digital-Ixus-Familie von Canon hat drei Mal Nachwuchs bekommen. Vorgestellt wurden die Ixus 60, die Ixus 65 und das neue Flaggschiff, die Ixus 800 IS. Bei der Ixus 800 IS, einem 6-Megapixel-Modell mit CCD-Sensor, wurde ein voll versenkbares optisches 4fach-Zoomobjektiv (35 bis 140 mm äquivalent Kleinbildformat) in ein Gehäuse von hosentaschentauglichen 90,4 x 56,5 x 26,4 mm gepackt, der Bildstabilisator wurde verbessert. Das Highlight der Digital Ixus 65 besteht aus einem hochauflösenden 3-Zoll-Display mit 173.000 Bildpunkten.

Digital Ixus 800 IS
Digital Ixus 800 IS
Klein und handlich soll die Ixus 800 IS sein. Doch wie sich Golem.de bei der Präsentation vor Ort überzeugen konnte, ist die Ixus 800 IS kein Fliegengewicht. Wer sie in die Hand nimmt, ist zuerst erstaunt: 165 Gramm sind eben mehr, als man von den bisherigen Ixus-Modelle gewohnt ist. Zum Vergleich: die Ixus 60 (86,0 x 53,5 x 21,7 mm ) bringt 140 Gramm auf die Waage, die Ixus 65 (90,3 x 56,8 x 20,2 mm ) nur 5 Gramm mehr. Das mag an der Technik liegen, die in der Ixus 800 IS verbaut wurde: Das 4fach-Zomm ist komplett im Body versenkbar, zusätzlich wurde auch der Bildstabilisator verbessert: Der optische Bildstabilisator (IS) arbeitet laut Canon nach einem vergleichbaren Prinzip wie in den professionellen EF-Objektiven der EOS-Serie. Statt wie bisher 1.000 werden nun 4.000 Bewegungsimpulse pro Sekunde gemessen und die Linsenstellung in der Kamera entsprechend ausgesteuert. Durch diesen Verwacklungsschutz soll der Nutzer zwei bis drei Blendenstufen weiter aufmachen können, ohne unscharfe Bilder zu bekommen. Darüber hinaus soll die neue mechanische Konstruktion das Volumen der IS-Einheit auf rund ein Viertel von herkömmlichen Canon-Systemen, beispielsweise der PowerShot S3 IS, reduziert haben.

Das optische System des 4fach-Zoomobjektivs beinhaltet ein hochbrechendes, asphärisches UA-Linsenelement (UA = Ultra High Refractive Aspherical), das einen Zoombereich von 35 bis 140 mm (äquiv. Kleinbild) erlaubt. Außerdem hat Canon der Digital Ixus 800 IS einen optischen Sucher spendiert. Da muss allerdings nachgebessert werden: Der Sucher ist so klein, dass man kaum etwas erkennen kann und noch einen Teil des ausgefahrenen Zoomobjektivs im Blick hat. Besser kann der Fotograf sein Motiv über das 2,5-Zoll-Display mit 173.000 Bildpunkten und den einblendbaren Gitternetzlinien kontrollieren. Eine Nachteinstellung sorgt für eine bessere Erkennbarkeit des Motivs bei Dunkelheit.

Digital Ixus 800 IS
Digital Ixus 800 IS
Gegen das Verwackeln der Fotos hat Canon neben dem Bildstabilisator auch die Möglichkeit vorgesehen, einen hohen ISO-Wert zu verwenden. Bei schlechten Lichtverhältnissen ist die Gefahr des Verwackelns beim Fotografieren aus der Hand groß. Wer den Blitz zuschaltet, kann zwar das Risiko des Verwackelns reduzieren, doch oft geht dabei die natürliche Lichtstimmung eines Motivs verloren. Kürzere Verschlusszeiten helfen, Verwacklungen ebenfalls zu vermeiden, eine entsprechend hohe Lichtempfindlichkeit des Sensors ist bei ungünstigen Lichtverhältnissen jedoch Voraussetzung. Die Digital Ixus 800 IS bietet einen Empfindlichkeitsbereich von ISO 80 bis 800. Nun kann der Kamerabesitzer nicht nur einen bestimmten ISO-Bereich einstellen, er kann auch auf "High-ISO-Auto" setzen. Da regelt die Kamera je nach Licht die ISO-Einstellung automatisch.

Digital Ixus 800 IS
Digital Ixus 800 IS
Eine Testaufnahme eines Portraits einmal mit der Ixus 800 IS und einmal mit der Canon Powershot A80 bei der Canon-Pressekonferenz hat ergeben: Bei ISO 400 rauscht das Bild noch ebenso stark wie beim Vorgängermodell. So gut gedacht die Auto-ISO-Funktion also ist, so sollte sie doch eher sparsam eingesetzt werden.

Die Neuerungen bei der Digital Ixus 60 und 65, welche die Vorgängermodelle Ixus 50 und 55 ablösen, zeigen sich beim Display und beim Design. Bei der Digital Ixus 65 ist zum Silber des Gehäuses noch schwarzer Lack hinzugekommen - nicht unbedingt eine glückliche Wahl, da die Spuren der Finger immer ablesbar sind. Gleich ins Auge fällt die größte Verbesserung gegenüber dem Vorgängermodell Ixus 55: ein 3-Zoll-Display mit 173.000 Bildpunkten (Ixus 55: 115.000 Bildpunkte), auf dem sich auch Motivdetails gut erkennen lassen. Auf die Vorteile der großen Anzeige wurde die Lupenfunktion angepasst: Das "Image Inspections Tool" zeigt auf Wunsch direkt nach der Aufnahme zusätzlich einen vergrößerten Ausschnitt. Dieser Lupenbereich kann wahlweise zwischen den bei der Aufnahme genutzten AF-Messfeldern oder frei verschoben werden, um wichtige Motivbereiche detailliert zu prüfen.

Digital Ixus 60
Digital Ixus 60
Bei beiden Kameras wurde die Anordnung der Bedienelemente und die Position des integrierten Lautsprechers mit Blick auf eine bessere Bedienbarkeit optimiert. Wie schon bei der Ixus 800 IS verfügen auch die anderen beiden Modelle über einen Empfindlichkeitsbereich von ISO 80 bis 800 und die neue High-ISO-Auto-Einstellung. Darüber hinaus verfügt die Digital Ixus 65 wie auch die kleine Schwester, die Ixus 60, genau wie die Ixus 800 IS über einen 6-Megapixel-CCD-Sensor mit DIGIC-II-Prozessor und 9-Punkt-Mehrfeldmessung bzw. Spotmessung beim Autofokus. Die Naheinstellgrenze liegt bei der Ixus 60 und der Ixus 65 bei 3 cm, bei der Ixus 800 IS bei 2 cm. Maßgeblich unterscheidet sich die Digital Ixus 60 von ihrer größeren Schwester durch das eher klassische Ixus-Design, das 2,5-Zoll-Display und den optischen Sucher.

In der Programmautomatik können bei allen drei Neuvorstellungen unter anderem der Blitz, die Belichtungsmessmethode, die Belichtungskorrektur und der Weißabgleich weitgehend in Eigenregie gesteuert werden. Die neun "Special Scene"-Modi, beispielsweise für Aufnahmen am Strand, im Schnee, bei Feuerwerk oder im Innenraum, sollen bei kritischen Aufnahmesituationen eine passende, automatische Kameraeinstellung bescheren. Nutzt man für Tauchgänge das optional als Zubehör erhältliche Unterwassergehäuse, so leistet der Modus "Unterwasser" eine weitgehend farbneutrale Wiedergabe, verspricht Canon.

Digital Ixus 60
Digital Ixus 60
Erweitert wurde auch der My-Color-Modus, der die Beeinflussung von einzelnen Farben, Hauttönen und die Umwandlung in Schwarz-Weiß oder Sepia ermöglicht. Dabei lassen sich die "My Color"-Funktionen nun auch nachträglich auf ein Foto anwenden oder - mit Vorschau - bereits bei der Aufnahme. Die Manipulation im Nachhinein lässt experimentierfreudigen Fotografen nun mehr Möglichkeiten. Denn gerade in Schnappschuss-Situationen hat das Festlegen vor dem Fotografieren bisher viele My-Color-Einstellungen verhindert.

Weiterhin neu ist der 16:9-Breitbildmodus mit einer Auflösung von 2.816 x 1.584 Pixeln. Dieser Aufnahmemodus eignet sich besonders für die Bildwiedergabe auf hochauflösenden 16:9-Fernsehern oder für Panoramaprints im Format 10 x 20 cm. Zusätzlich stehen elf Special-Scene-Modi für spezielle Aufnahmesituationen zur Verfügung, darunter die Funktionen "Farbton" und "Farbwechsel", die eine Manipulation der Bilder bereits vor der Aufnahme ermöglichen.

Digital Ixus 60
Digital Ixus 60
Der Videomodus erlaubt standesgemäße Aufnahmen in VGA-Auflösung mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde. Die Länge des Videoclips wird nur durch die Datenmenge begrenzt, die beim Aufnehmen des Videos entsteht. Da können schnell mal mehrere MByte zusammenkommen. Maximal speichern die Canon-Modelle bis zu 1 GByte an Videoaufnahmen, eine entsprechende Speicherkarte vorausgesetzt. Der QVGA-Modus arbeitet wahlweise mit 15, 30 oder 60 Bildern pro Sekunde. Zusätzlich kann der Kamerabesitzer auf "Zeitlupe" umschalten, wobei die Aufnahme mit 60 Bildern pro Sekunde gezeigt wird. Töne zeichnen die drei Kameramodelle ebenfalls auf. Allerdings sollte der Sprecher nahe an der Kamera stehen. Schon wenn eine zweite Person Kommentare abgibt und dabei rund einen Meter weg steht, gerät die Aufzeichnung sehr leise.

Drucken direkt von der Kamera geht standardmäßig über PictBridge-Unterstützung. Die erweiterten PictBridge-Funktionen umfassen beispielsweise die Möglichkeit, ein Foto mit ausgewählten Aufnahmeeinstellungen zu drucken. Im Zusammenspiel mit einem Canon-Selphy-CP-Drucker soll das einfache Drucken von Passbildern und einzeln auswählbaren Bildsequenzen eines Movies möglich sein. Ob die Funktion auch mit Druckern andere Hersteller harmoniert, ist derzeit nicht bekannt.

Ixus 60 vs. Ixus 800 IS
Ixus 60 vs. Ixus 800 IS
Die drei neuen Modelle sind sowohl zu MMC- als auch zu SD-Speicherkarten kompatibel. Im Lieferumfang enthalten ist jedoch nur eine magere 16-MByte-Speicherkarte. Die Kamera wird mit einem leistungsstarken Lithium-Ionen-Akku und passendem Ladegerät geliefert.

Optional dazu kann der Kamera-Fan für die Digital Ixus 800 IS das Unterwassergehäuse WP-DC5 kaufen. Es ist für Tauchtiefen bis max. 40 Meter ausgelegt und lässt sich mit Hilfe der speziellen Gewichte WW-DC1 austarieren. Der High Power Flash HF-DC1 erweitert den Einsatzbereich beim Blitzen. Das Kompaktnetzteil ACK-DC30 versorgt die Kamera bei Bedarf direkt aus der Steckdose mit Strom. Für die Digital Ixus 60 und 65 wird als Zubehör optional ebenfalls ein Unterwassergehäuse angeboten (Digital Ixus 60: WP-DC3, Digital Ixus 65: WP-DC4). Es eignet sich ebenfalls für Tauchtiefen bis zu 40 Meter Tiefe und lässt sich mit den speziellen Gewichten WW-DC1 versehen. Das Kompaktnetzteil ACK-DC10 versorgt die Kamera bei Bedarf direkt aus der Steckdose mit Strom.

Die Digital Ixus 60 soll ab März 2006 für 350,- Euro in die Regale kommen, ab April 2006 gibt es die beiden Schwestermodelle Digital Ixus 65 für 400,- Euro und Digital Ixus 800 IS für 500,- Euro. [von Yvonne Göpfert]  (ip)


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