Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0601/42990.html    Veröffentlicht: 27.01.2006 11:11    Kurz-URL: https://glm.io/42990

Wachsende Kritik an Googles China-Engagement

Blogger kritisieren China-Engagement mit modifizierten Google-Logos

In den USA wächst die Kritik an Google, weil der Suchmaschinenbetreiber seinen Suchindex für den Eintritt in den chinesischen Suchmaschinenmarkt den Zensurforderungen der chinesischen Regierung unterwirft. Tibetische Studenten haben daher vor dem Google-Hauptquartier demonstriert und für Mitte Februar 2006 ist eine Anhörung zu dem Thema im US-Kongress vorgesehen.

Rund 20 aus Tibet stammende Studenten haben vor dem Google-Hauptquartier dagegen protestiert, dass sich der Suchmaschinenprimus den chinesischen Zensurforderungen unterworfen hat, um auf dem chinesischen Markt aktiv zu werden. Auf Plakaten erinnern sie Google an das selbst gestellte Firmenmotto, nicht böse zu sein (Don't be evil) und fordern, dass der Suchmaschinenbetreiber die chinesischen Zensurbestimmungen nicht umsetzt.

Außer auf der Straße sorgt Googles China-Zensur aber auch in der Politik für Aufregung. Der republikanische Kongressabgeordnete Chris Smith aus New Jersey hat beantragt, dass sich Mitte Februar 2006 der Kongress mit Googles China-Aktivitäten befassen wird. Bei der Debatte soll aber nicht nur Google im Zentrum stehen, sondern man will allgemein das Engagement von US-Suchmaschinenanbieter auf dem chinesischen Markt unter die Lupe nehmen, erklärte Chris Smith gegenüber der Financial Times.

Auch die Blog-Welt griff Googles China-Pläne auf und entwarf als Zeichen des Protests Google-Logos, in denen die Zensurumsetzungen kritisiert wurden. So wurde aus dem Firmennamen Google schnell mal Gagged (geknebelt) oder den Google-Schriftzug zieren zwei Handschellen an Stelle der beiden "o". Die Bloggerin Michelle Malkin zeigt außerdem ein Google-Logo mit Hammer-und-Sichel-Symbolen und will weitere Protestlogos sammeln.

Außerdem wurde ein neues Blog mit dem Titel  (ip)


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