Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0601/42875.html    Veröffentlicht: 24.01.2006 14:07    Kurz-URL: https://glm.io/42875

Spieletest: Ridge Racer 6 - Driften auf der 360

Neuer Teil der Rennspielreihe zunächst exklusiv auf Xbox 360

Die Ridge-Racer-Reihe hatte sich in der Vergangenheit vor allem auf PlayStation-Konsolen einen Namen gemacht, der sechste Teil der Serie erscheint allerdings zunächst nur für die neue Xbox 360 - und soll Microsoft unter anderem dabei helfen, auch im für den Konzern schwierigen japanischen Markt endlich Fuß zu fassen. Einfach wird es das Spiel allerdings in keinem Teil der Welt haben - schließlich gibt es mit Project Gotham Racing 3 bereits äußerst hochwertige Konkurrenz.

Ridge Racer 6 (Xbox 360)
Ridge Racer 6 (Xbox 360)
Die Fakten zu Ridge Racer 6 klingen zunächst einmal gut - etwa der Karrieremodus, der über 110 Herausforderungen bereithält und dem Spieler einige Freiheiten bei der Reihenfolge der Aufträge lässt. Oder auch die umfangreiche Strecken- und Fahrzeugauswahl, die eine breite Palette unterschiedlichster Autos bereithält; allerdings wie gewohnt allesamt unlizenzierte Boliden, Ähnlichkeiten zu real existierenden Fahrzeugen sind also längst nicht immer gegeben. Auch auf ein Schadensmodell muss wieder verzichtet werden: Kollisionen kosten nur Zeit, kein Material.

Screenshot #2
Screenshot #2
Die Besonderheit von Ridge Racer lag schon immer in der besonderen Schwerpunktlegung auf Drifts, und daran hat sich natürlich auch im sechsten Teil nichts geändert; wer gekonnt durch die Kurven schlittern will, muss also ein Gespür für die richtige Dosierung von Gas und Bremse haben und es zudem auch schaffen, den Wagen nach der jeweiligen Kurve wieder sicher auf der Strecke zu halten. Wie schon in der Ridge-Racer-Version für die PSP gibt es jetzt zudem einen speziellen Nitro-Boost, der sich durch Drifts auflädt und dann per Knopfdruck gezündet wird; das Ganze hat zur Folge, dass man auch in eher harmlosen Kurven zu massiven Drifts ansetzt, um die drei verfügbaren Nitro-Felder so schnell wie möglich zu füllen und so gelegentlich auch einen "Super Boost" einsetzen zu können.

Während auf der fahrerischen Seite also alles mehr oder weniger beim Alten geblieben ist, bleibt die Technik leider doch deutlich hinter den Erwartungen zurück; Ridge Racer 6 vermittelt zu keinem Zeitpunkt wirklich den Eindruck, ein reines 360-Spiel zu sein. Das liegt vor allem an den teils kargen Landschaftsszenarien und den enttäuschenden Texturen - insbesondere Gebäude und Tunnel wirken farbarm und blass. Effekte gibt es ebenfalls kaum, dafür stimmt das Geschwindigkeitsgefühl: Über weite Strecken fühlt es sich wirklich an, als würde man über die Pisten schweben.

Screenshot #6
Screenshot #6
Die KI der Computergegner ist recht solide; zunächst drehen sie recht unbeeindruckt ihre Runden, im späteren Spielverlauf wird das Verhalten der Kontrahenten aber deutlich aggressiver; da wird dann auch schon mal gerempelt oder abgedrängt. Wer selbst gerne andere von der Piste drängt, kann dies übrigens nicht nur innerhalb der World Tour oder bei einem kleinen Zeit- oder Platzierungsrennen zwischendurch tun, sondern auch im Mehrspieler-Modus gegen menschliche Mitfahrer; wahlweise via 2-Spieler-Splitscreen oder online bei Xbox Live.

Ridge Racer 6 ist derzeit exklusiv für die Xbox 360 im Handel und kostet etwa 70,- Euro.

Fazit:
Ridge-Racer-Fans brauchen sich keine Sorgen zu machen - die Entwickler von Namco haben prinzipiell wieder auf die Stärken der Reihe gesetzt und liefern Hochgeschwindigkeitsrennen auf zahlreichen unterschiedlichen Strecken ab, die durch das neue Boost-Feature zusätzlich an Tempo gewinnen. Technisch hingegen ist der Titel keine Meisterleistung und wäre in dieser Form sicherlich auch auf der alten Xbox realisierbar gewesen; Project Gotham Racing 3 braucht sich um seine Vormachtstellung also vorerst keine Sorgen zu machen.  (tw)


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Links zum Artikel:
Namco (.com): http://www.namcoarcade.com/

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