Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0601/42814.html    Veröffentlicht: 19.01.2006 11:19    Kurz-URL: https://glm.io/42814

Auch Nvidia plant Treiber mit H.264-Beschleunigung (Update)

... wartet allerdings noch auf entsprechende Wiedergabe-Software

Während ATI bereits mit dem Radeon-Treiber Catalyst 5.13 eine Hardware-Beschleunigung von H.264-Videos (MPEG-4 AVC) für X1300 bis X1800 einführte, will Nvidia erst zur CeBIT 2006 mit einem entsprechenden Treiber aufwarten. Auf der CES 2006 hatte Nvidia bereits H.264-Beschleunigung in Aktion gezeigt.

Ab dem Treiberpaket ForceWare 85 soll es soweit sein, sowohl GeForce-6- als auch GeForce-7-Grafikchips sollen dem Prozessor dann bei der Dekodierung von hochauflösenden H.264-Videos unter die Arme greifen können. Auf Grund der aufwendig komprimierten Videos reicht dann die für MPEG-2 und WMV9-Beschleunigung genutzte Video-Engine in Nvidias Grafikchips alleine nicht mehr aus. Aus diesem Grunde werden zusätzlich die Shader-Einheiten der Grafikchips mitgenutzt, die jeweilige Beschleunigungsleistung hängt vom Grafikchip-Takt und der Shader-Leistung ab.

Ab einem GeForce-6150-Grafikkern sollen sich H.264-Videos mit Auflösungen bis 720p, ab einer GeForce 7300 GS mit bis zu 1080i und ab einer 6600 GT mit bis zu 1080p beschleunigen lassen. Die mit Nvidias Purevideo getaufter Video-Beschleunigungsfunktion aufgetretenen WMV9-Beschleunigungsprobleme der NV40-basierten GeForce 6800 Ultra und 6800 GT sollen bei der H.264-Beschleunigung keine Relevanz haben.

In Bezug auf die im Vergleich zu ATI spätere Auslieferung von Treibern mit H.264-Beschleunigung wies Nvidia gegenüber Golem.de darauf hin, dass es zwar H.264-Videos gebe, aber Wiedergabe-Software mit Unterstützung für H.264-Beschleunigungsfunktionen von Grafikkarten noch nicht existiere. Voraussichtlich erst zur CeBIT 2006 sollen WinDVD 7.2 und ein Patch für PowerDVD 6 erscheinen, die dann bei der H.264-Wiedergabe Hardware-Beschleunigung bis zu einer HD-Auflösung von 1080p bieten. Auch Quicktime 7 nutzt derzeit nur den Prozessor für seine im eigenen Format gespeicherten H.264-Videos; ob sich das irgendwann ändert, bleibt abzuwarten.

Entsprechend will Nvidia seinen ForceWare-85-Treiber mit H.264-Beschleunigung erst dann bereitstellen, wenn die entsprechende Wiedergabe-Software auf dem Markt ist.  (ck)


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