Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0601/42797.html    Veröffentlicht: 18.01.2006 15:03    Kurz-URL: https://glm.io/42797

3DMark 06 - Neuer 3D-Benchmark für Spiele-PCs (Update)

Mehr Licht- und Schatteneffekte sowie die CPU-Leistung werden berücksichtigt

Wie angekündigt hat Futuremark nun den speziell für die Ermittlung der 3D-Spieleleistung eines PCs entwickelten 3DMark 06 fertig gestellt. Statt auf Havok setzen die Entwickler dabei auf die Physik-Engine PhysX - können die passenden Beschleunigerkarten aber zum aktuellen Zeitpunkt anders als erwartet noch nicht unterstützen.

Proxycon
Proxycon
Nur auf den ersten Blick sieht der 3DMark 06 seinem Vorgänger, dem 3DMark 05, sehr ähnlich. Die Tests für DirextX-7- bzw. DirectX-8-fähige Grafik-Hardware wurden entfernt, dafür wurden die drei DirectX-9-Tests Proxycon, Firefly Forest und Canyon Flight grafisch deutlich komplexer. Neu hinzugekommen ist ein Deep Freeze getaufter Test, der eine arktische Forschungsstation zu unterschiedlichen Tageszeiten mit wandernden Schatten zeigt. Die Standardauflösung des Benchmarks wurde auf die mittlerweile gebräuchlichen 1.280 x 1.024 Bildpunkte angehoben.

Canyon Flight
Canyon Flight
Die Hardware wird vom 3DMark 06 deutlich mehr gefordert als beim Vorgänger; es werden mehr Lichteffekte, Schatten und komplexere 3D-Objekte genutzt. Darüber hinaus werden in zwei der Grafiktests Shader-Model-3.0-Effekte und HDR-Lichteffekte (High Dynamic Range) kombiniert. Bei den kostenpflichtigen Versionen gibt es wieder die Möglichkeit, die Benchmarks im Batch-Betrieb automatisiert mit mehreren Auflösungen, Kantenglättungs- und Filterstufen zu nutzen.

Deep Freeze
Deep Freeze
Beim in 640 x 480 Bildpunkten ablaufenden Prozessortest werden Single-, Dual-Core und Hyperthreading-CPUs unterstützt, die verspäteten PhysX-Karten konnten Futuremark zufolge noch nicht berücksichtigt werden. Anders als bei den früheren 3DMark-Versionen rechnet Futuremark beim 3DMark 06 die Prozessorleistung doch ins Gesamtergebnis ein - ein weiterer Grund, warum die Werte mit dem 3DMark 05 nicht zu vergleichen sind. Futuremark stuft die CPU-Leistung auf Grund der immer aufwendigeren Physik- und KI-Berechnungen deutlich höher ein.

Vergleich 3DMark 05/06
Vergleich 3DMark 05/06
Der vom 3DMark 06 ermittelte 3DMark-Wert setzt sich aus der Shader-Model-2.0- ("SM2.0 Score"), der HDR/Shader-Model-3.0- ("HDR/SM3.0 Score") und der Prozessorleistung ("CPU Score") zusammen. Diese Werte werden einzeln ausgewiesen, damit für den Nutzer ein Vergleich von unterschiedlichen Grafikkarten im eigenen System einfacher wird. Die Ergebnisse lassen sich auch wieder in Futuremarks Online-Datenbank überspielen, um dort mit denen anderer Systeme verglichen werden zu können.

Firefly Forest: nun mit zwei Glühwürmchen
Firefly Forest: nun mit zwei Glühwürmchen
Nicht verändert wurde leider der Datenexport: Zwar werden die Ergebnisse beim Batch-Betrieb in Textdateien geschrieben, doch will man die Daten in einer Tabelle außerhalb des 3DMark 06 ansehen, muss weiterhin Microsoft Excel installiert sein. OpenOffice.org wird nicht unterstützt, obwohl es mit Excel-Tabellen umgehen kann.

Ein Hauptkritikpunkt am 3DMark bleibt auch mit der neuen Version bestehen: Es handelt sich um einen synthetischen Benchmark, der die Anforderungen kommender Spiele nachahmt, aber die Vielzahl der am Markt erhältlichen 3D-, Physik- und KI-Engines sowie Spiele-Genres nicht berücksichtigen kann. Dennoch kann der 3DMark 06 bei der Einschätzung der ungefähren Spieleleistung eines Systems durchaus eine Hilfe sein.

3DMark 06 - Ergebnis mit Testsystem
3DMark 06 - Ergebnis mit Testsystem
Ein Testsystem mit Pentium 4 Extreme Edition (3,46 GHz), 2 GByte DDR2-RAM und GeForce 7800 GT schaffte es im Test mit einigen laufenden Hintergrund-Tasks auf etwas über 3.900 Punkte.

Der 3DMark 06 steht in mehreren Versionen zur Verfügung, darunter die kostenlose Basic-Version mit den Basistests, die rund 20,- US-Dollar kostende Advanced Edition mit Minispiel und erweitertem Online-Ergebnis-Browser sowie die 500,- US-Dollar teure Professional Edition für den Unternehmenseinsatz.

Nachtrag vom 18. Januar 2006, 21:00 Uhr:
Anders als erwartet, werden die PhysX-Karten zur Beschleunigung von Physik-Berechnungen noch nicht vom 3DMark 06 unterstützt. Der Artikel wurde entsprechend angepasst. Ageia und Partner wollten die Karten ursprünglich Ende 2005 auf den Markt bringen, dies hat aber nicht mehr geklappt. Futuremark zufolge erreichten Karten und Treiber auch die 3DMark-Entwickler nicht mehr rechtzeitig. So wird die Unterstützung vermutlich irgendwann durch einen Patch nachgereicht.  (ck)


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Links zum Artikel:
Futuremark - 3DMark 06 (.com): http://www.futuremark.com/products/3dmark06
Futuremark (.com ) - Ehemals MadOnion.com: http://www.futuremark.com

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