Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0601/42606.html    Veröffentlicht: 09.01.2006 11:30    Kurz-URL: https://glm.io/42606

Der billige Schein - Media Markt und Saturn oft teuer

Stichprobeneinkauf belegt hohe Preise in beiden Elektronikmärkten

Stichproben haben nach Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ergeben, dass die Mehrzahl der bei den beiden Elektronikkaufhäusern Media Markt oder Saturn angebotenen Artikel teurer sind als bei der Konkurrenz. Die zu einem Handelskonzern gehörenden Häuser Media Markt und Saturn vermitteln in ihren aggressiven Werbekampagnen jedoch den Eindruck, als seien sie besonders preiswert, was offenbar selbst der Geschäftsführer der Media-Saturn-Holding glaubt.

Mit dem Jahresbeginn 2006 haben sowohl Media Markt als auch Saturn abermals eine aggressive Werbekampagne geschaltet, um dem Verbraucher das Gefühl zu vermitteln, er würde bei beiden Elektronikkaufhäusern günstige Angebote erhalten. Schon seit Jahren fährt das hinter Media Markt und Saturn steckende und zum Metro-Konzern gehörende Unternehmen Media Saturn Holding die Taktik, durch Werbeaussagen so wahrgenommen zu werden, als würden beide Elektronikmärkte besonders günstige Preise bieten.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) hat Werbeaussagen der zum Metro-Konzern gehörenden Elektronikmärkte durch einen Stichprobeneinkauf überprüft und kam zu dem Ergebnis, dass in München 70 Prozent der ausgewählten Artikel bei der Konkurrenz für weniger Geld zu haben sind. In Berlin waren es immer noch 50 Prozent der Produkte, die bei Media Markt und Saturn teurer waren als bei Konkurrenten. Dabei wurden örtliche Händler wie Kaufhof, Karstadt, Medimax oder Schaulandt mit Media Markt und Saturn verglichen.

In einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) versicherte der Media-Saturn-Geschäftsführer Utho Creusen im Dezember 2005: "Wir sind lokal die Günstigsten - über das gesamte Sortiment und über jedes Einzelprodukt." Dieses Selbstbildnis von Media Markt und Saturn hat der Stichprobeneinkauf der Zeitung eindeutig widerlegt.

Erst kürzlich rückte Media Markt in das Visier der Verbraucherschützer, denn der Elektronikmarkt bewarb Anfang 2006 einen DVD-Player für 19,- Euro, der allerdings schon nach wenigen Stunden ausverkauft war. Damit verstößt Media Markt nach Ansicht des Bundesverbands der Verbraucherzentrale gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, wie die FAS berichtet. Über rechtliche Schritte gegen die Media-Saturn-Holding werde in den nächsten Tagen entschieden. Bereits vor fast genau einem Jahr handelten sich die Elektronikkaufhäuser Abmahnungen wegen deutlich erhöhter Preise ein.  (ip)


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Media Markt: http://www.mediamarkt.de
Metro AG: http://www.metro.de
Saturn: http://www.saturn.de

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