Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0601/42525.html    Veröffentlicht: 06.01.2006 14:12    Kurz-URL: https://glm.io/42525

Spieletest: Shadow The Hedgehog - Sonics düsterer Bruder

Neues Sonic-Spiel für Xbox, PS2 und GameCube

Nachdem Shadow The Hedgehog in Sonic-Spielen bisher immer nur in Nebenrollen vorkam, sich bei Spielern aber offensichtlich großer Beliebtheit erfreute, spendiert ihm Sega mit "Shadow The Hedgehog" jetzt seine erste Hauptrolle. Und die dürfte für Anhänger des schnellen Igels Sonic und seiner Freunde recht ungewohnt ausfallen: Ab sofort darf nämlich zu Feuerwaffen gegriffen werden.

Shadow hat ein Problem: Er weiß nicht mehr, was seine Persönlichkeit ausmacht, wo er herkommt und vor allem, was eigentlich sein Ziel ist. Aufgabe des Spielers ist es nun, Shadow bei der Suche nach seiner Identität zu unterstützen - und dabei hat man, eher untypisch für ein Action-Jump&Run, sogar wirkliche Entscheidungsfreiheit. Je nachdem, welche Tipps man annimmt und auf welche Art und Weise Missionen absolviert werden, gestaltet sich auch der weitere Spielablauf, denn Shadow kann wahlweise einen guten oder bösen Weg einschlagen. In jeder folgenden Mission besteht dann erneut die Möglichkeit, sich umzuentscheiden, was die Story stellenweise leider recht wirr erscheinen lässt, aber zumindest für einen erhöhten Wiederspielwert sorgt - immerhin sind gleich zehn alternative Abschlussszenarios integriert worden.

Über weite Teile steuert sich Shadow ähnlich wie Superheld Sonic: In atemberaubend hohen Geschwindigkeiten rast man über Plattformen, nutzt Beschleunigungsstreifen oder Sprungfedern und ist beständig damit beschäftigt, goldene Ringe einzusammeln. Gegnern entledigt man sich allerdings nicht nur mit einem beherzten Sprung auf den Kopf, sondern auch mit Waffengewalt - ein doch gewaltiger Stilbruch für die Sonic-Reihe. Die Shooter-Elemente sind zwar prinzipiell recht gut ins Spiel integriert, ins Szenario passen wollen sie aber dennoch nicht so recht - das haben andere Titel wie etwa Ratchet Gladiator zuletzt besser hinbekommen.

Das Hauptproblem von Shadow The Hedgehog sind allerdings nicht die neuen Schießprügel, sondern vielmehr die Technik - hier gibt es doch so einige Probleme, etwa die Kameraführung: Immer wieder ist der eigentlich relevante Level-Abschnitt nicht einsehbar, so dass direkt in den Abgrund gehüpft wird - eine stetige Quelle von Frust. Noch unbefriedigender ist die Optik: Shadow The Hedgehog nutzt die aktuellen Konsolenplattformen nicht mal ansatzweise. Vor allem die PS2-Version enttäuscht mit vielen Rucklern und matschigen Texturen, aber auch auf GameCube und Xbox sieht das Spiel alles andere als gut aus; immerhin kann auf diesen Konsolen halbwegs flüssig gespielt werden.

Shadow The Hedgehog ist für Xbox, PlayStation 2 und GameCube im Handel erhältlich. Der Titel hat eine USK-Freigabe ab zwölf Jahren erhalten.

Fazit:
Gut, dass hier Shadow und nicht Sonic im Mittelpunkt des Geschehens steht - so zerstört der blaue Igel wenigstens nicht seinen guten Ruf, sondern überlässt den Image-Schaden seinem düsteren Pendant. Mit der Klasse früherer Sonic-Titel kann Shadow The Hedgehog jedenfalls nicht ansatzweise mithalten: Aufgesetzt wirkende Shooter-Elemente, wirre Story, massive Kameraprobleme und eine Grafik von vorgestern ersticken den Spielspaß bereits im Keim.  (tw)


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