Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9908/4241.html    Veröffentlicht: 25.08.1999 17:41    Kurz-URL: https://glm.io/4241

Reg TP vergibt Richtfunkfrequenzen für letzte Meile

Der Wettbewerb der Telekommunikationsanbieter im Ortsbereich könnte mit der heutigen Vergabe der Richtfunkfrequenzen durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) endlich in Schwung kommen.

Bundesweit waren in 262 Versorgungsbereichen von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post insgesamt 662 Frequenznutzungen für die drahtlose Teilnehmeranschlussleitung ausgeschrieben worden. 32 Unternehmen hatten sich mit 1450 Einzelbewerbungen um diese Richtfunk-Frequenzen bemüht, mit deren Hilfe sie die letzte Meile zum Endkunden überbrücken wollen.

Die rege Nachfrage verdeutlicht das große Interesse an drahtloser Anschlußtechnik in allen ausgeschriebenen Regionen, so die Reg TP in einer Pressemitteilung. So gibt es keine Region ohne Frequenzzuteilung, also auch keine weißen Flecken auf der Landkarte. Die Regionen Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, München und Stuttgart seien naturgemäß stark umworben gewesen. Hier bekundeten jeweils 13 Unternehmen ihr Interesse. Von den 32 Bewerbern waren im Ausschreibungsverfahren 12 Unternehmen erfolgreich.

Die jetzt vergebenen Frequenzen ermöglichen es den Unternehmen, die sogenannte letzte Meile zum Endkunden drahtlos zu überbrücken und so Sprachtelefondienst und andere Dienste mit höheren Bitraten unabhängig vom drahtgebundenen Teilnehmeranschluß anzubieten.

"Die Frequenzvergabe stellt einen weiteren Schritt zur Förderung des Wettbewerbs im Ortsnetz dar und unterstreicht Deutschlands Rolle als führende Industrienation in Europa." sagte Klaus Dieter Scheurle, Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post.

Die Bewerbungen der 32 Unternehmen, die zusammen 21,6 Tonnen wogen, wurden nach den Kriterien Fachkunde, Leistungsfähigkeit, Versorgungsgrad, technische Planung und geschäftliche Planung ausgewertet, aus denen sich ein Ranking ergab. Waren zwei Unternehmen gleichwertig, bekam der Bewerber den Zuschlag, der in anderen Versorgungsbereichen einen höheren räumlichen Versorgungsgrad sicherstellt.

Zu den erfolgreichen Bewerbern gehören Associated Com, BroadNET, Callino, Deutsche LandTel, FirstMark, K-net, Mannesmann Arcor, Star One, tesion, 18, VIAG Interkom, Viaphone und Winstar. Allerdings ging Arcor dabei weitestgehend leer aus und erhielt nur 9 Frequenzen, der größte Konkurrent, Viag Interkom hingegen, war mit 193 Frequenzen am erfolgreichsten. Ebenfalls sehr erfolgreich waren Star One mit 159 Frequenzen und FirstMark mit 111 Frequenzen.

Zuordungstabellen nach Versorgungsgebieten und Anbietern finden sich auf den Seiten der Reg TP.  (ji)


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