Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0512/42388.html    Veröffentlicht: 27.12.2005 12:03    Kurz-URL: https://glm.io/42388

LiMux: Münchner Linux-Projekt kommt voran

Migration der Fachanwendungen gestaltet sich weiter schwierig

Die Vorbereitungen für die Umstellung der Stadt München auf Linux gehen weiter voran und so soll 2006 eine Testphase des LiMux-Basis-Clients gestartet werden. Rund um die Entwicklung des Clients entstand auch ein angepasstes Softwareverteilungssystem. Bereits im Einsatz ist ein Briefkopf- und Vorlagensystem auf Basis von OpenOffice.org.

Die künftige Benutzeroberfläche LiMux-Basis-Client wurde bereits in einigen Tests eingesetzt, so dass aus den Beobachtungen Erkenntnisse für die Anpassung des Arbeitsplatzes gewonnen werden konnten. So wurde der KDE-Desktop so gestaltet, dass eine möglichst intuitive Bedienung möglich ist. 2006 soll eine Testphase mit der neuen Version des Clients starten.

Bereits im Einsatz ist eine erste Version des künftigen Briefkopf- und Vorlagensystems auf Basis von OpenOffice.org 2. Dieses "WollMux" getaufte System umfasst derzeit stadtweit einheitliche Vorlagen, die automatisch mit den passenden Benutzerdaten ausgefüllt werden und sich modular erweitern lassen sollen. Künftig soll WollMux auch Lösungen für die Verwaltung von Textbausteinen und Vorlagen beinhalten.

Um die Administration der LiMux-Basis-Clients zu vereinfachen, entstand eine angepasste Version von FAI, einem automatischen Installationssystem für Debian GNU/Linux. Auch der GOnicus System Administrator, eine PHP-basierende Systemverwaltung, wurde an LiMux angepasst, um so die Clients bequem über ein Webinterface administrieren zu können. Die Verbesserungen wurden dabei an die Projekte zurückgegeben und stehen somit auch der Allgemeinheit zur Verfügung.

Nach Angaben des LiMux-Projektes gestaltet sich jedoch auch weiterhin die Migration der Fachanwendungen kompliziert, so dass man weiter auf die Übergangslösungen wie Terminalserver und Emulationen setzt.

In den kommenden Monaten soll in München nun eine Testphase gestartet werden. Verläuft dabei alles nach Plan, kann anschließend mit der Umstellung erster Arbeitsplätze begonnen werden, wobei der fertige Client den Mitarbeitern noch vor dem Sommer 2006 präsentiert werden soll.

Die Stadt München beschloss im Mai 2003, die 14.000 Computer der Stadtverwaltung auf das freie Betriebssystem umzustellen.  (js)


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