Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0512/42307.html    Veröffentlicht: 21.12.2005 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/42307

Spieletest: Prince of Persia - The Two Thrones

Der Prinz entdeckt seine dunkle Seele

Pünktlich ein Jahr nach dem letzten Prince-of-Persia-Abenteuer schicken die Entwickler von Ubisoft den Spieler erneut ins alte Babylon. Neben einer neuen Geschichte, in der man auch den einen oder anderen alten Bekannten wiedertrifft, wurde auch das Gameplay an sich zwar nicht umgekrempelt, aber zumindest überarbeitet - und wartet jetzt mit einigen Überraschungen auf.

Prince of Persia - The Two Thrones (Gamecube, PS2, Xbox, PC)
Prince of Persia - The Two Thrones (Gamecube, PS2, Xbox, PC)
Zur Einstimmung kann wieder einmal ein hervorragendes Render-Intro betrachtet werden: Der Prinz kehrt nach gewonnener Schlacht nach Babylon zurück, muss allerdings im Hafen seiner geliebten Stadt feststellen, dass hier irgendjemand brutal gewütet hat - viele Gebäude sind zerstört oder stehen in Flammen, es herrscht Chaos und Angst. Zu allem Überfluss wird kurze Zeit später auch noch Kaileena, die Begleiterin des Prinzen, entführt - und schon ist man wieder mittendrin im Mix aus Geschicklichkeit und Kampf.

Screenshot #2
Screenshot #2
Zu Beginn scheint sich nicht viel getan zu haben - die ersten Minuten des Spiels, in denen grundsätzliche Bewegungen gelernt werden, dürften PoP-Freunden bestens bekannt sein. Der Prinz, der immer aus der Verfolgerperspektive gesteuert wird, verfügt über ein beeindruckendes Bewegungsarsenal und kann nicht nur rennen und springen, sondern auch seitlich an Wänden entlanglaufen, sich über Abgründe schwingen oder große Höhen akrobatisch überwinden. Nötig wird das einerseits bei den vielen Geschicklichkeitspassagen, die es zu meistern gilt, aber vor allem auch bei den Fallen, die dem Prinz immer wieder nach dem Leben trachten - etwa im Königspalast von Babylon, der mit fiesen und tödlichen Gemeinheiten geradezu gespickt ist.

Diese Geschicklichkeitspassagen gehen allerdings oft fließend in die Kämpfe über - mit einem Dolch, aber auch anderen Hieb- und Stichwaffen, wobei auch zweihändiges Waffenführen möglich ist, bekämft man die aggressiven Widersacher. Ein Großteil der Kampf-Combos ist bekannt, es gibt aber auch Neues zu entdecken, etwa die so genannten Speed Kills, bei denen man sich unauffällig an den Gegner heranschleicht - oder sich beispielsweise von einem hängenden Seil auf einen Kontrahenten fallen lässt - und dann das richtige Timing besitzen muss: Drückt man im richtigen Moment die Aktionstasten, ist der Kontrahent schnell ausgeschaltet, ansonsten muss eben doch auf herkömmliche Art und Weise gefochten werden.

Screenshot #4
Screenshot #4
Der Spielname The Two Thrones hat natürlich seine Bedeutung - und ohne hier zu viel über die durchaus spannende Geschichte verraten zu wollen, sei doch erwähnt, dass der Prinz sich an bestimmten vorgegebenen Stellen in eine Art düsteren Zwilling verwandelt, der sich dann auch merklich anders spielt. Ausgestattet mit einer gefährlichen Kette besitzt er andere Combos, kann die Kette aber auch nutzen, um bestimmte Mechanismen auszulösen oder sich an Vorsprüngen festzuhalten.

Screenshot #10
Screenshot #10
Wenig geändert hat sich am Schwierigkeitsgrad: Auch auf der niedrigsten der drei anwählbaren Stufen sind vor allem einige der Bosskämpfe eine echte Herausforderung. Zwar kann mit Hilfe des "Sands of Time" die Zeit wie gewohnt zurückgedreht werden, allerdings natürlich nur in einem gewissen Rahmen und nur so lange, wie noch Sand vorhanden ist - danach wird man dann an den letzten, allerdings meist fair verteilten Speicherpunkt zurückversetzt.

Screenshot #23
Screenshot #23
Auf PlayStation 2 und Xbox sieht The Two Thrones beeindruckend gut aus; die Szenerien sind im Vergleich zum Vorgänger wieder etwas heller und begeistern mit zahlreichen Details, Lichteffekten und geschmeidigen Animationen. Die Xbox hat dabei leicht die Nase vorn, da es auf der PS2 gerade bei Kämpfen mit mehreren Angreifern zu leichten Rucklern kommen kann. Auf dem PC ist die Optik hingegen ein wenig zwiespältig: Einerseits wartet hier natürlich eine höhere Auflösung auf den Spieler, andererseits lassen etwas kantige Gesichtsmodelle schon erkennen, dass man es hier eigentlich mit einer Konsolenentwicklung zu tun hat. Ein weiterer Punkt, der für die Konsolen spricht, ist die Bedienung: Während mit PS2- und Xbox-Pad butterweiche Combos möglich sind, ist die PC-Tastatur deutlich überfordert; PC-Besitzer sollten also über ein gutes Pad verfügen, wenn sie an der Bedienung nicht verzweifeln wollen.

Prince of Persia: The Two Thrones ist bereits im Handel für PlayStation 2, Xbox und PC erhältlich; zudem gibt es auch eine GameCube-Version, die uns allerdings nicht zum Test vorlag. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten.

Fazit:
Auch wenn die spielerischen Neuerungen wie die Speed Kills oder der dunkle Prinz das bekannte Gameplay nur leicht variieren, stellt Two Thrones einen neuen Höhepunkt der Reihe dar - vor allem die toll erzählte und inszenierte Geschichte sowie die harmonische Verbindung von Kampf- und Geschicklichkeitspassagen überzeugt. Wer vor dem erneut hohen Schwierigkeitsgrad nicht zurückschreckt, sollte sich also auf den Weg nach Babylon machen.  (tw)


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Links zum Artikel:
Ubisoft: http://www.ubisoft.de

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