Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0512/42139.html    Veröffentlicht: 12.12.2005 11:14    Kurz-URL: https://glm.io/42139

Druckbare Elektronik - Neue deutsche Forschungskooperation

Chemiekonzern Degussa AG und Forschungszentrum Karlsruhe kooperieren

Im Rahmen einer strategischen Allianz wollen die in Düsseldorf beheimatete Degussa AG und das Forschungszentrum Karlsruhe in den nächsten 30 Monaten neue Funktionsmaterialien für druckbare Elektronik auf Basis halbleitender Nanopartikel entwickeln. Die Forschungskooperation hat einen Umfang von 2 Millionen Euro, die je zur Hälfte von beiden Partnern getragen werden.

Grundlage für die enge Zusammenarbeit zwischen Degussa und dem Forschungszentrum Karlsruhe ist die langjährige Partnerschaft im Netzwerk NanoMat. In diesem Netzwerk bündeln 25 Mitglieder aus Forschung und Industrie ihre Kompetenzen im Bereich Nanomaterialien www.nanomat.de. In ihrem neuen Projekt wollen die Wissenschaftler der Degussa und des Forschungszentrums Karlsruhe nun zusammen Nanopartikelsysteme entwickeln, die den Druck elektronischer Bauelemente für preiswerte Elektronikanwendungen bis hin zu Elektronikprodukten für den einmaligen Gebrauch ermöglichen. Darunter sollen auch Funketiketten, so genannte RFID-Tags (Radio Frequency Identification), fallen, die sich im Druckverfahren günstiger herstellen lassen könnten.

Im Rahmen der Forschung geht es vor allem um kostengünstige Massendruckverfahren. Elektronische Bauteile, die nicht aus einem wochenlangen Fertigungsprozess hervorgehen, sondern innerhalb von Sekunden auf einer Druckmaschine entstehen, bergen laut Degussa ein enormes wirtschaftliches Potenzial. Experten würden die Größenordnung des Marktvolumens im Jahr 2015 auf rund 30 Milliarden Euro schätzen.

"Wir wollen die gute Druckbarkeit organischer Materialien mit den hervorragenden elektrischen Eigenschaften anorganischer Halbleiter verbinden", so Dr. Roland Schmechel, Leiter der neuen gemeinsamen Arbeitsgruppe von zehn Wissenschaftlern im Institut für Nanotechnologie des Forschungszentrums Karlsruhe. Das wäre eine Revolution für die Elektronik, so Schmechel weiter.

Am Institut für Nanotechnologie im Forschungszentrum Karlsruhe arbeiten 140 Mitarbeiter an "nanostrukturierten Materialien" und dem "Elektronentransport durch nanoskalige Systeme". Auch Degussa arbeitetet bereits an Nanomaterialien und investierte dazu eigenen Angaben zufolge in den vergangenen vier Jahren rund 100 Millionen Euro.  (ck)


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Links zum Artikel:
Degussa: http://www.degussa.de
Forschungszentrum Karlsruhe: http://www.fzk.de/

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