Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0512/41943.html    Veröffentlicht: 01.12.2005 09:25    Kurz-URL: https://glm.io/41943

NRW-Jugendminister warnt vor Panikmache bei Computerspielen

Armin Laschet fordert offensive Diskussion über Computerspiele

Nachdem einige Aufregung um das im Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU erwähnte geplante Verbot von "Killerspielen" entstanden ist, hat sich auch der NRW-Kinder- und Jugendminister Armin Laschet geäußert. Er warnte vor einer pauschalen Verurteilung und fordert die Entwickler und Vertreiber von Computerspielen auf, sich verstärkt in die Diskussion einzubringen.

"Computerspiele sind Jugendkultur und gehören für Kinder und Jugendliche zum Alltag", so Laschet in Essen bei der Verleihung des "German Game Developer Award", eines Preises für deutsche Computerspiel-Entwickler.

Gerade Eltern, die meist selbst nicht spielen, seien angesichts der aktuellen Verbotsdiskussion über so genannte "Killerspiele" verunsichert. "Horrorszenarien wie das der 'Medienverwahrlosung' oder der 'Verrohung einer ganzen Generation' helfen nicht weiter", so Laschet.

Ein Blick auf die Altersfreigaben der Spiele zeige, dass diese deutlich besser sind als ihr Ruf: 95 Prozent aller Spiele, die in den vergangenen beiden Jahren auf den deutschen Markt kamen, waren für Kinder und Jugendliche freigegeben. Fast die Hälfte hatte keinerlei Alterseinschränkung und nur 3 Prozent (71 Spiele von insgesamt 2.217) wurden ausschließlich für Erwachsene freigegeben.

Man müsse auch sehen, dass Computerspiele Bildungs- und Entwicklungsprozesse positiv beeinflussen könnten. So weisen wissenschaftliche Untersuchungen immer wieder darauf hin, dass mit Computerspielen Fähigkeiten trainiert werden, die im Berufsleben nützlich seien. Dazu zählen Teamfähigkeit, Stressresistenz, Führungsstärke, strategisches Denken und Konzentrationsfähigkeit. Laschet: "Wir sollten Computerspiele nicht verdammen, sondern vielmehr darüber diskutieren, wie Computerspiele für die Bildung in Schule und Jugendhilfe genutzt werden können."

"Grundsätzlich ist eine Verbesserung des Jugendschutzes, wie sie im Koalitionsvertrag für die Bundesregierung formuliert wird, nur zu begrüßen. Auf welchem Weg dieses Ziel am besten erreicht wird, darüber müssen alle Beteiligten miteinander sprechen", so Laschet weiter.  (ad)


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