Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0511/41817.html    Veröffentlicht: 24.11.2005 10:43    Kurz-URL: https://glm.io/41817

Sicherheitssoftware in Deutschland mit geringer Verbreitung

Deutsche Onliner beim Online-Einkauf Spitze, aber recht unbesorgt

Nach einer Untersuchung des Marktforschungsinstituts Forrester sind im internationalen Vergleich die deutschen Internetanwender in puncto Einsatz von Sicherheitssoftware nicht besonders gut weggekommen: Nur 6 Prozent setzten fünf verschiedene Arten von Sicherheitsprodukten ein, während dies 19 Prozent der Online-Nutzer im Durchschnitt der untersuchten Länder tun.

Sieben Prozent aller Anwender wissen hier zu Lande nicht, ob sie irgendeine Art von Sicherheitssoftware einsetzen. Demzufolge verwenden deutsche Internetnutzer im Schnitt weniger Sicherheitsprodukte als in den USA, Großbritannien oder Kanada: Rund 43 Prozent haben nur zwei oder weniger Programme dieser Kategorie auf ihren Rechnern installiert.

Unter Sicherheitssoftware klassifiziert Forrester neben Antiviren- und Firewall-Software auch Spam-Blocker und Anti-Spy-Software sowie Zugangsschutz-Software für Jugendliche. Unter den verschiedenen Sorten von Sicherheitssoftware ist die Antivirensoftware die am häufigsten eingesetzte. 84 Prozent aller Nutzer verwenden sie. Firewall-Programme sind mit 70 Prozent ebenfalls weit verbreitet, während E-Mail-Filterprogramme und Spam-Blocker gerade einmal von der Hälfte verwendet werden. Anti-Spyware setzen nur 43 Prozent ein, Content-Filter gerade einmal 9 Prozent. Zwei Prozent haben den Studienergebnissen nach gar keine Sicherheitsprogramme.

Im Rahmen der Studie untersuchte man neben der Software-Sicherheitsausstattung auch andere Themen rund um die Computersicherheit, darunter die Einstellung zum Onlineshopping unter dem Sicherheitsaspekt: Deutsche Anwender sind im internationalen Vergleich beim Shopping im Internet weniger stark hinsichtlich potenzieller Sicherheitsrisiken besorgt: 61 Prozent geben an, hier "besorgt" zu sein. Im internationalen Vergleich liegt dieser Wert bei 72 Prozent.

Rund die Hälfte (45 Prozent) der Befragten ist sich nicht sicher, ob sie online vor Kreditkartenmissbrauch geschützt sind. Den Schutz ihrer persönlichen Daten bezweifeln 78 Prozent. Eine große Mehrheit, 85 Prozent, ist der Meinung, dass Online-Händler zu wenig für den Schutz ihrer Kunden tun.

Das bedeutet allerdings keinesfalls, dass die deutschen Internetanwender ausgeprägte Online-Shopping-Muffel sind, im Gegenteil: Nur 10 Prozent der Befragten gaben an, in dieser Weihnachtssaison nicht online einzukaufen.

Informationen zur Computersicherheit versuchen hiesige Internetnutzer wie auch in den anderen untersuchten Ländern vorrangig von Freunden, Bekannten und Kollegen zu bekommen. 79 Prozent suchen hier nach Rat. Eine Sonderstellung nehmen in Deutschland aber Fachartikel im Internet ein: Sie rangieren mit 71 Prozent an zweiter Stelle, während sie international das Schlusslicht bei der Quelle für Informationen bilden.

Die Untersuchung wurde bei über 4.700 Internetnutzern in Deutschland, den USA, Großbritannien und Kanada im Oktober und November 2005 durchgeführt.

Eine Anfang 2005 veröffentlichte und vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Auftrag gegebene Umfrage zeigte für Deutschland, dass 25 Prozent der deutschen Internetnutzer keinen Virenscanner nutzen und die Hälfte ohne Firewall surft. 90 Prozent der befragten Nutzer gaben allerdings an, sehr wohl zu wissen, dass ihr PC über das Internet einer Gefahr ausgesetzt ist.  (ad)


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Links zum Artikel:
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: http://www.bsi.de/
Forrester Deutschland (.com): http://www.forrester.com/de

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