Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0511/41664.html    Veröffentlicht: 16.11.2005 10:49    Kurz-URL: https://glm.io/41664

Kollisionsgenerator für MD5

Patrick Stach setzte Methoden von Xiaoyun Wang um

Im August 2004 veröffentlichten chinesische Forscher um Xiaoyun Wang Methoden, die Kollisionen in den Hash-Algorithmen MD4, MD5, HAVAL-128 und RIPEMD aufzeigten. Nun legte Patrick Stach einen MD5-Collision-Generator vor, der auf Basis dieser Methoden arbeitet.

Mit dem Programm von Stach sollen sich Kollisionen mit relativ geringem Aufwand finden lassen. Laut Stach braucht sein Programm auf einem Pentium 4 mit 1,6 GHz im Durchschnitt rund 45 Minuten, um Kollisionen zu finden.

Der Algorithmus MD5 ermittelt Hash-Werte aus gegebenen Daten, so dass sich anhand dieser Signatur überprüfen lässt, ob die Daten verändert wurden. Zwar gibt es dabei prinzipbedingt eine unendliche Zahl unterschiedlicher Sätze von Ausgangsdaten, die zu gleichen Hash-Werten führen, da die Zahl der unterschiedlichen Hash-Werte aber sehr groß ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich zwei gleiche finden lassen, sehr gering.

Mit den Ansätzen von Xiaoyun Wang und dem Code von Stach lassen sich gleiche Hash-Werte deutlich schneller finden als mit einem "Brute-Force-Angriff".  (ji)


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Links zum Artikel:
Stach & Liu: MD5 Collision Generation (.net): http://www.stachliu.com.nyud.net:8090/collisions.html

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