Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9908/4152.html    Veröffentlicht: 16.08.1999 15:28    Kurz-URL: https://glm.io/4152

Rechtsverbindlicher Datenaustausch im Internet

Deutschland und Spanien setzen Sicherheitsstandards für den elektronischen Datenaustausch per digitaler Signatur über sogenannte Trust-Center. Was bisher in beiden Ländern einzeln geregelt war - der sichere Informationsaustausch bei Bedarf mit rechtsgültiger Signatur -wird nun auch erstmals länderübergreifend möglich.

Auf einer Smartcard ist der, für niemanden sonst zugängliche, geheime persönliche Schlüssel einer Behörde, eines Unternehmens oder einer Einzelperson gespeichert, die virtuelle Unterschrift des Absenders.

Der dazu passende zweite Schlüssel ist öffentlich verfügbar. Beide zusammen machen die Überprüfung von Nachricht und Absender möglich. Damit erhalten Dokumente im Internet Rechtsverbindlichkeit. Der Absender läßt sich identifizieren, seine wahre Identität ist abgesichert, das erklärte heute die Bundesdruckerei in Berlin.

Herausgegeben werden künftig beide Schlüssel von lizensierten Unternehmen, sogenannten Trust-Centern wie D-Trust, einem Gemeinschaftsunternehmen der Bundesdruckerei und des debis Systemhauses.

D-Trust garantiert bei Datenaustausch mit digitaler Signatur die Authentizität der Kommunikationsteilnehmer. Nachrichten oder Dokumente lassen sich außerdem ver- und entschlüsseln. Nutzer können ihre Geschäfte vom eigenen PC zu Hause sicher abwickeln. Verträge, Steuererklärungen, Mahnvorgänge, Wohnsitz- und Kfz-Anmeldungen, Reisebuchungen und Rezeptausstellungen können zukünftig über das Internet sicher und rechtsgültig abgewickelt werden.

Deutschland und Spanien sehen sich dabei als Vorreiter. Beide Länder wollen möglichst viele EU-Länder von einer Kooperation im Bereich der elektronischen Zertifizierung überzeugen, so die Bundesdruckerei in ihre Presseerklärung.  (ji)


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