Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0511/41427.html    Veröffentlicht: 04.11.2005 12:59    Kurz-URL: https://glm.io/41427

DRM-Software von Sony BMG sorgt weiter für Wirbel

Mehrere Virenscanner klassifizieren DRM-Software als Schadsoftware

Das in die Kritik geratene von Sony BMG eingesetzte DRM-System "XCP1 Burn Protect" lässt sich dazu missbrauchen, um Cheat-Programme für das Spiel World of Warcraft zu verstecken, berichten die Sicherheitsspezialisten von Security Focus. Das DRM-System nutzt Schadsoftware-Merkmale und wird somit seit Kurzem von einer Reihe von Anbietern von Antiviren-Software als Schadsoftware identifiziert.

Nach einem Bericht von Security Focus lassen sich die Versteckfunktionen des DRM-Systems "XCP1 Burn Protect" dazu verwenden, um auch andere Applikationen mit diesen Mitteln versteckt im System abzulegen. Cheat-Programme für das Spiel World of Warcraft machen bereits Gebrauch davon, wozu nur ein Schlüsselwort vor den Namen der zu versteckenden Datei gesetzt werden muss. Damit wird etwa das Finden von Cheat-Programmen seitens Blizzard, dem Entwickler von World of Warcraft, erschwert, wenn nicht sogar verhindert.

Außerdem haben verschiedene Anbieter von Virenscannern ihre Produkte mittlerweile aktualisiert und klassifizieren die von Sony BMG auf verschiedenen Musik-CDs eingesetzte DRM-Software als Schadsoftware. Denn bereits die Erkenntnisse über die Arbeitsweise der Software zeigen alle Merkmale, die sonst nur von Schadsoftware bekannt ist. Kurz nachdem die Arbeitsweise aufgedeckt und kritisiert wurde, veröffentlichte Sony BMG einen Deinstaller für die DRM-Software, der aber weiterhin nur auf ausdrückliche Anfrage heraus gerückt wird.

Das DRM-System "XCP1 Burn Protect" installiert sich beim Einlegen der CD ins Windows-System, erlaubt in Verbindung mit einer speziellen Audio-Software nur drei Kopiervorgänge und erstellt DRM-versehene Musik-CDs, die ebenfalls mit dem Kopierschutz versehen, aber nicht weiter kopiert werden dürfen. Dazu nistet sich die Software in Schadsoftware-Manier so tief ins System ein, dass eine Deinstallation eben nur mit einem speziellen Deinstaller möglich ist.

Anders als vom XCP-Entwickler First 4 Internet und Sony BMG angegeben, ergibt sich also durchaus ein zusätzliches Sicherheitsrisiko durch das DRM-System - es bietet anderen Dateien Unterschlupf, die ebenso wenig versteckt sein sollten wie das DRM-System selbst.  (ip)


Verwandte Artikel:
Deinstaller für das versteckte DRM-System von Sony BMG   
(03.11.2005, https://glm.io/41393 )
Sony BMGs DRM-System nistet sich wie Schadsoftware ein   
(01.11.2005, https://glm.io/41350 )
DRM: Google erstellt HDCP für Intels Linux-Treiber   
(05.12.2017, https://glm.io/131496 )
Assassin's Creed: Denuvo und VM Protect bei Origins ausgehebelt   
(04.02.2018, https://glm.io/132570 )
Sony BMG verrät, wie eigener Kopierschutz zu umgehen ist   
(20.06.2005, https://glm.io/38729 )

Links zum Artikel:
Mark's Sysinternals Blog - Sony, Rootkits and DRM gone too far (.com): http://www.sysinternals.com/blog/2005/10/sony-rootkits-and-digital-rights.html
Sony: http://www.sony.de
Sony (.com): http://www.sony.com
Sony BMG - Fragen und Antworten zum XCP-DRM (.com): http://cp.sonybmg.com/xcp/english/faq.html
Sysinternals - RootkitRevealer (.com): http://www.sysinternals.com/utilities/rootkitrevealer.html
XCP Aurora - Link zum XCP-Updater (.com): http://www.xcp-aurora.com/aurora_support.aspx

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/