Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9908/4139.html    Veröffentlicht: 13.08.1999 13:30    Kurz-URL: https://glm.io/4139

E-Plus - Datenkommunikation im Festnetztempo

Mobil und schnell im Netz
Mobil und schnell im Netz
Kaum kündigt Mannesmann D2 die Einführung von GPRS für schnelle mobile Datenübertragung an, zieht E-Plus mit der Ankündigung hinterher, als erster deutscher Netzbetreiber in Kürze besonders hohe Übertragungsraten für mobile Datenkommunikation anbieten zu wollen, mit der Einführung von HSCSD (High Speed Circuit Switched Data).

E-Plus-Kunden sollen damit noch in diesem Jahr im Festnetztempo mobil im Internet surfen sowie E-Mails und große Datenmengen von unterwegs austauschen können.

E-Plus Geschäftsführer Klaus Thiemann: "Wir steigen damit um einige Monate vor dem Wettbewerb in den boomenden Markt für mobile Datenkommunikation ein. Im extrem dynamischen Mobilfunkmarkt ist das eine Ewigkeit." Außer HSCSD will E-Plus, wie auch Mannesmann, künftig GPRS (General Packet Radio Services) anbieten.

Für die deutschen Mobilfunkkunden wird GPRS frühestens ab dem dritten Quartal 2000 nutzbar sein. "Das dauert uns zu lange. Im Markt für mobile Datenkommunikation werden die Weichen sehr schnell gestellt. Gerade die privaten Heavy-User und die Geschäftskunden drängen nach neuen Angeboten", so Thiemann. E-Plus ist in Europa neben Orange (Großbritannien), Telia (Schweden) und Telenor (Norwegen) der vierte GSM-1800-Betreiber, der HSCSD startet.

Bei HSCSD erfolgt die Erhöhung der Übertragungsrate u.a. durch die Bündelung von Mobilfunkkanälen und den Aufbau von Leitungskapazitäten für die Dauer des Datenaustauschs. Erzielt werden so realistische Datenraten von bis zu 43,2 kbit/s. Bislang war Datenaustausch über Mobilfunknetze nur mit einer Übertragungsrate von 9,6 kbit/s möglich.

Zur Nutzung von HSCSD genügt ein kleines "Card Phone", das in Notebooks eingeschoben wird und die Daten funkt. Eine solche Datenkarte bietet zunächst Nokia an, aber auch andere namhafte Hersteller haben HSCSD-fähige Endgeräte in Form von Datenkarten oder Handys angekündigt.

Bei GPRS werden die Daten ebenfalls auf gebündelten Kanälen, jedoch als Datenpakete, durch die Mobilfunknetze geschickt. In der Anfangsphase, so E-Plus, liegen die Übertragungsraten von GPRS für den einzelnen Kunden höchstens auf dem Niveau von HSCSD. Erst ab dem Jahr 2002 - mit der zweiten Endgerätegeneration von GPRS - werden Datenraten oberhalb des heutigen ISDN-Niveaus erzielt, so E-Plus.  (ji)


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