Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0511/41375.html    Veröffentlicht: 02.11.2005 13:57    Kurz-URL: https://glm.io/41375

Telekom will 32.000 Stellen abbauen

Konzern macht vor allem die Regulierung verantwortlich

Die Deutsche Telekom plant einen umfangreichen Um- und vor allem Abbau seines Personals. Zwar sollen rund 6.000 junge Experten und Nachwuchskräfte neu eingestellt werden, vor allem aber sollen über die nächsten drei Jahre rund 32.000 Mitarbeiter den Konzern verlassen. Der Stellenabbau trifft vor allem die Festnetzsparte T-Com.

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke begründet den umfangreichen Stellenabbau vor allem mit dem "weltweiten Umbruch der Branche" sowie der rasanten technischen Entwicklung und des "regulierungsbedingt harten Wettbewerbs im Festnetz- und Breitbandbereich in Deutschland".

In den nächsten drei Jahren sollen rund 32.000 Mitarbeiter in Deutschland den Konzern verlassen. Dazu zählen auch rund 7.000 Mitarbeiter, deren Beschäftigungsverhältnisse endgültig aus der Beschäftigungsgesellschaft Vivento ausgegliedert werden. Diese Mitarbeiter sollen also nicht mehr bei der Telekom, sondern für andere Unternehmen tätig sein. Ein Beispiel dafür seien die Vivento-Call-Center.

Den übrigen 25.000 Mitarbeitern, die aus dem Konzern gehen, stehen etwa 6.000 Neueinstellungen gegenüber. Dies sollen zum Beispiel "junge Know-How-Träger und Nachwuchskräfte für T-Punkte" sein, so die Telekom. Unter dem Strich bleibt ein Abbau von 19.000 Arbeitsplätzen.

Der Abbau setzt sich aus 20.000 Stellen bei T-Com aus dem Projekt Simplicity, 1.500 in den Zentralfunktionen des Konzerns sowie 5.500 Stellen bei T-Systems zusammen. Im Gegenzug sollen 5.000 Arbeitsplätze im Rahmen der Schaffung eines Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetzes und 3.000 Arbeitsplätze bei den T-Punkten geschaffen werden.

Dabei macht die Telekom vor allem die Regulierungsbehörde, also die heutige Bundesnetzagentur, für den Abbau verantwortlich: "Künftige wie auch bestehende Beschäftigungsmöglichkeiten sind allerdings stark von Regulierungsentscheidungen abhängig. Sollte beispielsweise der Aufbau eines Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetzes aufgrund von Regulierung dieses neuen Marktes gefährdet sein, droht ein zusätzlicher Entfall von 5.000 Stellen."

Der Aufwand für das Gesamtprogramm beträgt rund 3,3 Mrd. Euro, verteilt über drei Jahre. Dabei soll der Arbeitsplatz-Abbau über den Einsatz freiwilliger Personalabbauinstrumente wie z.B. Angebote zur Altersteilzeit und Abfindungen erfolgen. "Mit Blick auf Beamte sind Gespräche mit dem Bund hinsichtlich einer Vorruhestandsregelung notwendig. Die Gespräche sollen nach Konstituierung der Bundesregierung aufgenommen werden", betonte Telekom-Personalvorstand Dr. Heinz Klinkhammer. "Es wird wie vereinbart in der Deutschen Telekom AG bis Ende 2008 keine betriebsbedingten Kündigungen geben."  (ji)


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