Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0510/41141.html    Veröffentlicht: 20.10.2005 12:33    Kurz-URL: https://glm.io/41141

OpenOffice.org 2.0 ist fertig

Final-Version von OpenOffice.org 2.0 für Windows und Linux

Nach langer Entwicklungszeit steht nun die Version 2.0 der freien Office-Suite OpenOffice.org unter anderem in deutscher Sprache für Windows und Linux zum Download bereit. OpenOffice.org 2.0 erhielt verbesserte Import-Filter für die Verarbeitung von Dokumenten aus Microsofts Office-Paket, bietet nun eine Datenbank-Komponente und erhielt verbesserte PDF-Funktionen.

OOo 2.0
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OpenOffice.org 2.0 wurde im Vergleich zu OpenOffice.org 1.1.x um Datenbankfunktionen erweitert und besteht somit aus nun fünf Komponenten. Dazu zählen die Textverarbeitung Writer, die Tabellenkalkulation Calc, das Präsentationsprogramm Impress, das Zeichenprogramm Draw und die neue Datenbank Base. Für einen verbesserten Datenaustausch wurden die Im- und Export-Funktionen von Word-, Excel- und PowerPoint-Dokumenten in OpenOffice.org 2.0 stark überarbeitet, versprechen die Entwickler. Außerdem wurde ein neuer Filter integriert, um auch mit WordPerfect-Dateien umgehen zu können.

OOo 2.0
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OpenOffice.org 2.0 verwendet als Standarddateiformat das von der OASIS verabschiedete OpenDocument, das mittlerweile von allen wichtigen Office-Paketen und Textverarbeitungen unterstützt wird. Einzig Microsoft wird auch im kommenden Office-Paket einen Bogen um OpenDocument machen, was mit fadenscheinigen Erklärungen begründet wird. Mit O3 entsteht allerdings bereits eine Erweiterung für Microsoft Office, um das OpenDocument-Format auch mit den Redmondschen Applikationen verwenden zu können.

Zu einer weiteren auffälligen Neuerung gehört, dass OpenOffice.org 2.0 nun mit einer vollständigen Datenbankfunktion ausgestattet ist. Zwar enthielt auch OpenOffice.org 1.x bereits Datenbankfunktionen, allerdings waren die entsprechenden Funktionen ziemlich versteckt und es war nur der Zugriff auf bestehende Datenbanken möglich. Das ändert sich mit OpenOffice.org 2.0, das nun mit Base eine vollständige Datenbankfunktion bietet, worüber sich mit Hilfe eines Tabellenassistenten Datenbanken leicht erzeugen lassen. Ein eigenständiger Datenbank-Server wird nicht benötigt, weil OpenOffice.org 2.0 alle dafür notwendigen Funktionen mitbringt.

OOo 2.0
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Umfangreiche Überarbeitungen erhielt OpenOffice.org 2.0 auch bei den PDF-Funktionen. So lassen sich PDF-Dokumente nun mit Hyperlinks erzeugen, die ins Internet oder auf andere Bereiche im Dokument verweisen können. Ferner werden Dokumentnotizen bei Bedarf in eine PDF-Datei übernommen und Lesezeichen können über den PDF-Export verarbeitet werden. Darüber hinaus wurde die Komprimierung von eingebetteten Bilddateien ausgeweitet, so dass nun mehr Kompressionsstufen zur Verfügung stehen.

Deutlich überarbeitet wurde auch die Serienbrieffunktion, die Adressdaten aus verschiedenen Datenquellen einliest. Über den neuen Serienbriefassistenten sollen sich Dokumente bequem an mehrere Adressaten per E-Mail versenden oder mit angepassten Adressdaten zu Papier bringen lassen. Vereinfacht wurde auch das Anlegen von Stilvorlagen. Markierte Textbereiche müssen nur mit der Maus in die Stilvorlagen-Übersicht gezogen werden, um eine neue Vorlage zu erzeugen.

OOo 2.0
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Deutlich flexibler lassen sich die Toolbars in OpenOffice.org 2.0 verwenden, die leicht an beliebige Positionen am Bildschirm postiert werden können. Ferner kann man die Toolbars umfangreich den eigenen Wünschen anpassen. Auch die Einstellungsdialoge wurden erneuert, in denen nur noch die für die genutzte Applikation relevanten Optionen erscheinen. Das erhöht zwar die Übersichtlichkeit, steigert allerdings nach der Installation der Software den einmaligen Konfigurationsbedarf ein wenig. Im Unterschied zu OpenOffice.org 1.x werden Makros in der Standardeinstellung nicht mehr ausgeführt, sondern müssen gezielt aktiviert werden, was die Sicherheit verbessert.

Die Entwickler haben zudem so genannte CustomShapes in OpenOffice.org 2.0 integriert, die wie Microsofts AutoShape-Funktion arbeiten. Dadurch lassen sich derartige Daten aus Microsofts Office-Dokumenten in OpenOffice.org ohne Probleme übernehmen. Derartige Formen können in Größe und Aussehen beliebig verändert werden.

Darüber hinaus unterstützt OpenOffice.org 2.0 digitale Signaturen und den W3C-Standard XForms. Die in OpenOffice.org 1.x als "AutoPilot" bekannten Assistenten werden in OpenOffice.org 2.0 nun auch als Assistenten bezeichnet. Außerdem passt sich die Oberfläche von OpenOffice.org 2.0 nun selbsttätig den gewählten Desktopeinstellungen an und bettet sich somit besser in eine Windows- oder Linux-Umgebung ein.

OOo 2.0
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Die weiteren Neuerungen in OpenOffice.org 2.0 beziehen sich direkt auf die einzelnen Applikationen der Office-Suite. In der Textverarbeitung Writer wurden die Tabellenfunktionen erweitert, um nun auch verschachtelte Tabellen zu verarbeiten, indem eine Tabellenzelle wiederum eine Tabelle enthalten kann. In Tabellenzellen selbst sind Nummerierungen sowie Aufzählungen möglich und es können Seitenumbrüche definiert werden. Dies erhöht zugleich die Kompatibilität mit Word-Dokumenten. Außerdem bietet Writer verbesserte Funktionen zum Zählen von Buchstaben und Wörtern, was nun auch für ausgewählte Bereiche eines Dokuments möglich ist.

OOo 2.0
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Der Befehl "Inhalte einfügen" kann mit der Tastenkombination Strg+Shift+v leicht aufgerufen werden und Writer kennt nun das Textattribut "versteckter Text", um bestimmte Textbereiche zu verbergen. Zudem bietet die Textverarbeitung die Möglichkeit, mehrere nicht verbundene Textbereiche als eine Auswahl zu behandeln, indem die gewünschten Textbereiche mit der Maus bei gedrückter Strg-Taste markiert werden. Ferner markiert ein Dreifachmausklick einen kompletten Satz und ein Vierfachmausklick einen Absatz innerhalb eines Textdokuments.

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In der Tabellenkalkulation Calc wurde die Zeilenanzahl auf 65.536 erhöht, womit sich die Kompatibilität zu Microsoft Excel verbessert. Weitere Änderungen erfuhren der Szenario-Manager sowie die automatische Zahlenerkennung bei der Eingabe und die Funktionen für Kopf- sowie Fußzeilen wurden überarbeitet. Der Datenpilot bringt zusätzliche Feld- und Tabellenoptionen samt Optimierungen für Seitenfelder, womit das Werkzeug die Datenanalyse vereinfachen soll. Calc bietet außerdem die Möglichkeit, diagonale Linien in Zellen zu verwenden und die Filterfunktikonen für Tabellenzellen wurden überarbeitet.

OOo 2.0
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Der Programmteil Formulare bringt neue Elemente, wozu unter anderem Scroll-Leisten, Spin-Buttons sowie Datenmanipulationsfelder gehören. Zudem wurde die Verknüpfung mit anderen OpenOffice.org-Komponenten erweitert und vereinfacht. Auswahlboxen können etwa direkt mit Calc-Tabellen verbunden werden, um die Listenauswahl aus der Tabelle zu übernehmen sowie die Ergebnisse in die entsprechende Zelle zu übertragen. Ferner erhielten die Formulare erweiterte Datenbankanbindungen und erlauben das Anlegen eigener Datenbank-Frontends. Außerdem können Bilder nun skaliert und gekachelt werden.

Die Präsentationssoftware Impress erhielt eine neue Multi-Pane-Ansicht, was Nutzern von PowerPoint den Wechsel zu Impress vereinfachen soll. Außerdem stehen nun mehr Animationen und Überblendeffekte in der Präsentationskomponente bereit, was zugleich die Kompatibilität zu PowerPoint-Dokumenten verbessert. Damit Impress ohne Probleme mit PowerPoint-Daten klarkommt, wurde die gesamte Code-Basis von Impress neu geschrieben, so dass die Applikation technisch nicht mehr viel mit der Impress-Version aus OpenOffice.org 1.x gemein hat.

OOo 2.0
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Das Zeichenprogramm Draw bringt eine überarbeitete Symbolleiste, um mehrere Standardformen, Blockpfeile, Symbole, Flussdiagramme, Sterne oder Banner darüber bereitstellen zu können. Durch Code-Optimierungen soll der Programmstart der Applikationen allgemein zügiger ablaufen, aber auch für das Öffnen und Speichern von Dokumenten wird ein Geschwindigkeitsgewinn versprochen.

Die nun als Final-Version freigegebene Version von OpenOffice.org 2.0 entspricht dem Release Candidate 3 der Office-Suite, da darin keine gravierenden Fehler mehr gefunden wurden. OpenOffice.org 2.0 kann ab sofort für die Plattformen Windows und Linux unter anderem in deutscher Sprache über die Seiten des PrOOo-Box-Projekts heruntergeladen werden. Eine weitere Liste der Mirror-Server findet sich unter de.openoffice.org.

Das Linux-Archiv kommt auf knapp 105 MByte, während sich die Windows-Version mit rund 75 MByte begnügt. Für FreeBSD, Solaris und MacOS X steht die Final-Version noch nicht zur Verfügung, so dass man derzeit noch auf den Release Candidate 3 zurückgreifen muss. In den kommenden Stunden wird erwartet, dass auch die offiziellen OpenOffice.org-Seiten angepasst werden.

Nachtrag vom 20. Oktober 2005 um 15:45 Uhr:
Mittlerweile sind auch die Webseiten von OpenOffice.org angepasst und man findet die Archive von OpenOffice.org 2.0 dort ebenfalls zum Download.  (ip)


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Links zum Artikel:
OpenOffice.org: http://openoffice.org/
OpenOffice.org (.de): http://de.openoffice.org/
OpenOffice.org (.de) - Downloads: http://de.openoffice.org/about-downloads.html
PrOOo-box: http://www.prooo-box.org
PrOOo-Box (.org) - OpenOffice.org Downloads: http://www.prooo-box.org/ooo-download.html

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