Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0510/41003.html    Veröffentlicht: 13.10.2005 16:30    Kurz-URL: https://glm.io/41003

Zeitung: Software legt Berliner Bürgerämter lahm

Neue Software "Meso" verdoppelt Bearbeitungszeiten

Nach einem Bericht des Tagesspiegels verläuft die Software-Umstellung in den Berliner Bürgerämtern alles andere als reibungslos. Wartezeiten bis zu viereinhalb Stunden müsse man einplanen, so die Zeitung.

Anfang Oktober 2005 stellten die Berliner Bürgerämter auf die neue Software "Meso" (Meldung Einwohner Software) um, nun kommt es zu Problemen. Die Mitarbeiter seien dürftig geschult, zitiert die Zeitung eine Angestellte. Durch Schwierigkeiten mit dem Programm ständen außerdem etliche Daten nicht zur Verfügung. Der Inhalt einer Pressemitteilung lässt sich laut Tagesspiegel kurz so zusammenfassen: "Nichts geht mehr." Manche Standorte bleiben daher auch einfach vorübergehend geschlossen, schreibt die Berliner Morgenpost.

Doch nicht nur die Bearbeitungszeiten in den Bürgerämtern verdoppeln sich, auch die Polizei steht vor einer neuen Schwierigkeit. Zurzeit kann sie nur über 25 spezielle Computer auf das Melderegister zugreifen - vorher war dies von etwa 9.000 PCs aus möglich. Anfragen müssen die Ermittler daher telefonisch stellen. Zu Verzögerungen bei Ermittlungen oder Fahndungen käme es aber nicht, berichtet die Zeitung weiter.

Martin Steltner, Sprecher von Innensenator Ehrhart Körting (SPD), sagte gegenüber dem Tagesspiegel, dass Meso bundesweit erprobt gewesen sei. Bei einer Umstellung dieser Größenordnung seien "einige Aufgeregtheiten" ganz normal. Bis Ende des Jahres sollen die Probleme gelöst sein und auch der Datenaustausch zwischen Bürgerämtern und Polizei wieder funktionieren.

Schon öfter setzte Berlin auf teure Software, die nicht wie geplant funktionierte. Das 23 Millionen teure Fiscus-System für die Finanzbehörde beispielsweise wurde kürzlich wieder aufgegeben. Das Meso-System wurde von der Firma HSH entwickelt.  (js)


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