Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9908/4065.html    Veröffentlicht: 05.08.1999 18:33    Kurz-URL: https://glm.io/4065

Spieletest: Die "Animaniacs" erobern den PC

Animaniacs auf dem PC
Animaniacs auf dem PC
Nun ist es soweit: Die Animaniacs tauchen erstmals auch auf den PC-Bildschirmen auf und bringen dank Southpeak Interactive gleich Ihren unverwechselbaren Charme mit - sie nerven, was das Zeug hält.

Die Story ist schnell erklärt. Der Chef der Warner Brother Studios, Thaddeus J. Plotz, hat Yakko, Wakko und Dot samt aller Dinge, die an die Drei erinnern, von dem Gelände der Warner Brother Studios schaffen lassen. Die Animaniacs müssen jetzt alle Gegenstände, darunter Filmplakate, Auszeichnungen und Filmbänder, die noch an sie erinnern, einsammeln und zurückbringen.

In elf verschiedenen Leveln spielt sich diese Geschichte ab und zum Ende des Spiels warten mehrere Endgegner auf die Drei. Auf dem Weg ans Ziel können die Animaniacs einige Power-Up's einsammeln, die die Punktzahl am Ende eines Levels erhöhen. Im Laufe des Spiels müssen sie es immer wieder mit diversen Halunken, wie dem Sicherheitswächter Ralph oder dem verrückten Professor Dr. Otto von Scratchansniff, aufnehmen. Der Schwierigkeitsgrad ist in drei Stufen einstellbar: Leicht, Mittel, Schwer. Leider sind alle drei Modi zu leicht eingestellt und erhöhen somit nicht gerade die Langzeitmotivation des Spiels.

Die Grafik-Engine kann man genaugenommen gar nicht als Engine bezeichnen, es ist schon sehr mutig von Southpeak zu heutigen Zeiten noch auf 8-Bit-Farbtiefe zu setzen. Das Leveldesign wirkt langweilig und keineswegs innovativ. Die Hintergrundgrafik eines Levels besteht aus nur zwei statischen Bitmaps, die sich unterschiedlich schnell bewegen (Parallax Scrolling), um Tiefe zu simulieren. Dazu bewegen sich noch einige animierte Power-Up's wahllos im Raum, die von den drei Charakteren aufgesammelt werden müssen. Bei der Sounduntermalung sieht es ebenfalls düster aus. Langweilige Hintergundgeräusche gehen einher mit müden Kommentaren der drei Helden.

Erfreulich ist die Multiplayeroption, mit der zwei Spieler gegeneinander antreten können, was man sonst für dieses Spielegenre nur vom wirklich genialen Jazz Jack Rabbit 2 von Epic kennt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, in Microsofts Gaming Zone gegen andere Spieler zu spielen.

Die Animaniacs-Packung beinhaltete neben einer CD-ROM auch eine englische Kurzanleitung. Ob das Spiel auch ins Deutsche portiert wird, ist zu bezweifeln. Die Installation machte keinerlei Schwierigkeiten und auch eine Deinstallation erfolgte ohne Probleme.

Fazit: Der arme Steven Spielberg, das hat er wirklich nicht verdient. Southpeak Interactive kann mit der platten Story, den armseligen Grafiken und dem schwachen Sound keineswegs überzeugen. Um Fans des Animaniacs, egal welchen Alters, etwas Gutes zu tun, sollte das Geld besser in ein gutes Brettspiel gesteckt werden. Die Geschichte hätte, wie auch im Fernsehen, ihren erfolgreichen Lauf nehmen und die jüngere Generation statt vor den Fernseher vor ein interaktives PC Spiel bannen können, schade drum.

 (ck)


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