Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0509/40599.html    Veröffentlicht: 22.09.2005 15:49    Kurz-URL: https://glm.io/40599

ARD und ZDF planen flächendeckendes DVB-T

Ausbau des digitalen Antennenfernsehens auch in ländlichen Regionen

ARD und ZDF wollen die Verbreitung des terrestrischen Digitalfernsehens auch in ländlichen Regionen zügig ausbauen. Die nun gefällte Entscheidung der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender sieht vor, dass die flächendeckende Umstellung bis Ende 2008 abgeschlossen ist.

Der weitere DVB-T-Ausbau über die Startregionen in den Ballungsräumen hinaus soll bei Vollendung für über 90 Prozent der Haushalte einen kostengünstigen digitalen Fernsehempfang über Dachantenne ermöglichen. Herbert Tillmann, Vorsitzender der Produktions- und Technikkommission von ZDF und ARD, nimmt dabei auch die privaten Fernsehsender in die Pflicht: "Wir hoffen, dass die kommerziellen Fernsehveranstalter im Interesse der Zuschauer ihre noch zögerliche Haltung hierzu alsbald überdenken."

Die positiven Erfahrungen bei den DVB-T-Umstellungen in den Ballungsräumen würden bestätigen, dass digitales Antennenfernsehen bei einem breiten Publikum auf große Akzeptanz stoße. Mit DVB-T werden digitales Fernsehen und seit der IFA 2005 auch Radio übertragen. DVB-T muss sich allerdings auch Kritik gefallen lassen, auf der IFA erklärten enttäuschte Branchenexperten gegenüber Golem.de, dass die Bildqualität weit hinter dem zurückstehe, was mit MPEG-2-Kodierung über die niedrigen DVB-T-Bandbreiten technisch möglich und auch praktikabel sei.

ZDF-Produktionsdirektor Dr. Andreas Bereczky sieht in der beschlossenen DVB-T-Ausbaustrategie "die Gewähr, dass ZDF und ARD eine maßgebliche Rolle auf diesem Zukunftsmarkt einnehmen werden. Darüber hinaus wird die mobile Nutzung von DVB-T in den nächsten Jahren rasant an Bedeutung gewinnen. ZDF und ARD sind mit dem nun verabschiedeten Versorgungskonzept dafür bestens gerüstet."

Der Umstieg von analog- nach digital-terrestrisch soll stufenweise erfolgen. Es wird angestrebt, die Umstellung bis Ende 2008 abzuschließen. Eine Übergangszeit mit Simulcast-Betrieb wird es nicht mehr geben, in den Städten und Ballungsräumen gab es noch eine zeitweise Parallelübertragung auf digitalem und analogem Weg. Die bisherige analoge terrestrische Programmverbreitung soll also bei Verfügbarkeit von DVB-T in den jeweiligen Bereichen zeitgleich eingestellt werden. Mit der Abschaltung der analogen Versorgung sollen dann auch die Ausstrahlungskosten reduziert werden können.

Bis Ende 2005 sollen rund 45 Millionen Einwohner in Deutschland das digitale Antennenfernsehen empfangen können. Dies entspräche einem Versorgungsgrad von rund 55 Prozent der Bevölkerung.  (ck)


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