Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0509/40384.html    Veröffentlicht: 12.09.2005 13:50    Kurz-URL: https://glm.io/40384

Informatiker-Flut: 36 Prozent mehr Informatiker als 2003

Insgesamt stieg die Zahl der Abschlüsse um 6 Prozent

Die Rufe der Industrie nach mehr Informatikern haben offenbar Wirkung gezeigt: Im Jahr 2004 konnten rund 10.900 Personen ein Informatikstudium abschließen, 36 Prozent mehr als 2003, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

Auch wenn üblicherweise einem Absolventenmangel nach einigen Jahren meistens eine Absolventenschwemme folgt, scheinen die Aussichten für die Informatiker derzeit nicht schlecht: Die Zahl der IT-Job-Angebote steigt derzeit nach einer Untersuchung der Computerwoche und des IT-Arbeitsmarktvermittlers Adecco wieder an. So ist die Zahl der freien IT-Stellen von Januar bis Juli 2005 um mehr als ein Viertel (27 Prozent) gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Die meisten Stellen werden nach wie vor von Beratungs- und Softwarefirmen angeboten. Mehr IT-Posten besetzen laut der Analyse auch die Maschinen- und Fahrzeugbauer, die Verlage, die Elektronik- und Telekommunikationsbranche.

Das Statistische Bundesamt gab an, dass es auch Absolventenzuwächse in den Studienbereichen Chemie (plus 8,1 Prozent), Elektrotechnik (plus 6,8 Prozent) und Maschinenbau/Verfahrenstechnik (plus 6,4 Prozent) gab, während sich der rückläufige Trend der letzten Jahre in den Studienbereichen Bauingenieurwesen (minus 9,5 Prozent) und Physik (minus 1,6 Prozent) fortsetzte.

Insgesamt haben 230.900 Prüfungsteilnehmer 2004 ihr Studium an einer deutschen Hochschule abgeschlossen; 49 Prozent oder 112.600 davon waren Frauen. Damit hat die Zahl der Absolventinnen und Absolventen im Vergleich zu 2003 um 6 Prozent zugenommen. Die Absolventenquote (der Anteil der deutschen Erstabsolventen an der gleichaltrigen Bevölkerung) betrug 22 Prozent, er stieg um einen Prozentpunkt.

42 Prozent oder 97.500 der Absolventen erlangten ein Universitätsdiplom, während 33 Prozent oder 76.200 das Studium mit einem Fachhochschulabschluss beendeten. 10 Prozent (23.100) erwarben einen Doktortitel und weitere knapp 10 Prozent (22.500) verließen die Hochschulen als angehende Lehrerinnen und Lehrer. Rund 5 Prozent (11.500) erlangten einen der im Jahr 2000 eingeführten Bachelor- und Masterabschlüsse. Die Hälfte der rund 5.600 Masterabschlüsse erwarben ausländische Studierende.

Im Durchschnitt waren die Absolventen bei Abschluss ihres Erststudiums 27,9 Jahre alt. Ihre Gesamtstudienzeit einschließlich eventueller Fachwechsel betrug 5,7 Jahre. Die Fachstudienzeit, d.h. die Dauer des Abschlussstudiengangs, lag bei 5,2 Jahren. An den Universitäten war die durchschnittliche Fachstudienzeit der Erstabsolventen mit exakt sechs Jahren deutlich höher als an den Fachhochschulen (4,5 Jahre). Erstabsolventinnen und -absolventen der Bachelor-Studiengänge waren beim Erwerb ihres Abschlusses 26 Jahre alt, ihre Fachstudiendauer lag bei durchschnittlich 3,4 Jahren.  (ji)


Verwandte Artikel:
VDE: Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik gefragt   
(03.12.2001, https://glm.io/17244 )
Studie zur Internetnutzung an deutschen Hochschulen   
(14.06.2001, https://glm.io/14356 )

Links zum Artikel:
Statistische Bundesamt: http://www.statistik-bund.de/

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/