Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0509/40364.html    Veröffentlicht: 09.09.2005 14:06    Kurz-URL: https://glm.io/40364

Bundesnetzagentur: Erste Regeln für VoIP

Voice over IP erfreut sich wachsender Beliebtheit

Die Bundesnetzagentur hat erste Eckpunkte zur regulatorischen Behandlung von Voice over IP (VoIP) veröffentlicht. Unter anderem wird die ortsgebundene Vergabe von Ortsnetzrufnummern an VoIP-Anbieter bekräftigt. Wenig Konkretes gibt es hingegen zu den noch ungeklärten Fragen der Notruf-Behandlung bei VoIP.

Die Veröffentlichungen gehen auf die 2004 durchgeführte Anhörung der Bundesnetzagentur zu VoIP zurück. Ziel ist es, der Entwicklung von VoIP einen transparent entwickelten und verlässlichen regulatorischen Rahmen zu geben, damit letztlich der Verbraucher über Vor- und Nachteile der Technik für sich entscheiden kann, heißt es von Seiten der Bundesnetzagentur.

Waren zum Zeitpunkt der Anhörung Mitte 2004 nur einige wenige Anbieter von VoIP-Diensten am Markt, sind es heute bereits knapp 40 Unternehmen, die VoIP-Dienste für den Massenmarkt bereitstellen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche an Großkunden gerichtete Angebote, was die stark wachsende Bedeutung von VoIP bestätige.

Mit den heute veröffentlichten Eckpunkten wurden nun erste Rahmenbedingungen der regulatorischen Behandlung von VoIP bekannt gegeben. Die Bundesnetzagentur will mit ihrem Vorgehen ausdrücklich der Tatsache Rechnung tragen, dass sich VoIP-Dienste derzeit weiter im Markt entwickeln und noch nicht absehbar ist, inwieweit sich bestehende und künftige Geschäftsmodelle als existenzfähig erweisen werden. Daher sei es weder sinnvoll noch möglich, bereits heute ein abschließendes und umfassendes Regelwerk für VoIP zu erstellen.

Unter anderem wird damit klargestellt, dass Ortsnetzrufnummern technologieneutral für VoIP-Dienste genutzt werden können. Die im November 2004 veröffentlichten Eckpunkte für Ortsnetzrufnummern werden vollständig umgesetzt. VoIP-Diensteanbieter soll künftig eigene Rufnummern beantragen können, auch wenn sie nicht selbst Anschlussanbieter sind. Einschränkungen im Hinblick auf nomadische Nutzung, also die Nutzung einer Ortsnetzrufnummer an einem anderem Ort, solle es nicht geben.

Das Thema Notruf wird zwar ebenfalls behandelt, hier fehlen jedoch noch konkrete gesetzliche Vorgaben. Es liege aber im Eigeninteresse der VoIP-Anbieter, möglichst rasch umfassende Notrufmöglichkeiten zu entwickeln und anzubieten, betont die Bundesnetzagentur.

Zum Thema IP-Zusammenschaltung hat die Bundesnetzagentur im August 2005 eine beratende Projektgruppe eingerichtet, die sich aus hochrangigen Telekommunikationsexperten zusammensetzt und bis Mitte 2006 die Grundlagen eines neuen Zusammenschaltungsregimes vorschlagen soll. Ferner hat die Bundesnetzagentur einen Aktionsplan erstellt, aus dem alle Aktivitäten rund um das Thema VoIP ersichtlich werden.  (ji)


Verwandte Artikel:
EU will VoIP fördern   
(11.02.2005, https://glm.io/36259 )
Linksys WRT32XB: Gamingrouter priorisiert Xbox für geringere Lag-Spitzen   
(11.01.2018, https://glm.io/132114 )
Telekommunikationsdienst: Der EuGH muss über Gmail urteilen   
(26.02.2018, https://glm.io/133004 )
Breitbandmessung: Neue Desktop-App fällt bei Verbraucherschützern durch   
(14.02.2018, https://glm.io/132776 )
Gerichtsurteil: Unitymedia darf Kunden-Hotspots doch automatisch aktivieren   
(02.02.2018, https://glm.io/132563 )

Links zum Artikel:
Bundesnetzagentur - VoIP: http://www.bundesnetzagentur.de/enid/a754339afe2f8f62fba280c75ec3fc3d,55a304092d09/am.html

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/