Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0508/40141.html    Veröffentlicht: 31.08.2005 10:59    Kurz-URL: https://glm.io/40141

PC-Gehäusebauform BTX kommt in Schwung

Einzelkomponenten auch von taiwanischen Herstellern

Intels Developer Forum ist nicht nur eine Fachkonferenz für Hard- und Softwareentwickler, sondern auch eine Hausmesse rund um Intel-Technologien. Und nach bald zwei Jahren fanden sich beim IDF Fall 2005 dort nun auch Komponenten für den Formfaktor BTX, die auf eine stärkere Verbreitung der bisher wenig geliebten Gehäuseform schließen lassen.

Die verschiedenen BTX-Formfaktoren bei Dell
Die verschiedenen BTX-Formfaktoren bei Dell
Vor allem bei taiwanischen Herstellern war BTX bisher kaum akzeptiert worden, da das Format mit seiner aufwendigen Luftführung viele bisherigen Investitionen in die Fertigung von Gehäusen und Kühlern obsolet macht. Andere Anbieter, allen voran Dell, setzen verstärkt auf BTX. So ist die Serie Optiplex GX280 seit Februar 2005 schon als BTX erhältlich, in den USA hat der Anbieter, wie das Bild zeigt, schon vier verschiedene BTX-Serien im Angebot.

10-Liter-BTX-Gehäuse
10-Liter-BTX-Gehäuse
Insbesondere bei kleinen PCs hat BTX laut Intels Craig M. Randleman, zuständig für das technische Marketing des Formfaktors, entscheidende Vorteile. So lassen sich ohne großen Aufwand Gehäuse mit unter zehn Litern Volumen herstellen, auch solche mit nur knapp über sieben Litern sind schon gesichtet worden. Zwar seien derartige Designs auch ohne BTX machbar, aber, so Randleman, dann nur mit proprietären Bauteilen oder "maßgeschneidert", wie sich der Ingenieur ausdrückte. Derartige Designs seien immer teurer, als wenn man beispielsweise auf die winzigen Pico-BTX-Boards mit integrierter Grafik setze. Auch das "Tooling", also die Entwicklung und Einstellung von Maschinen, sei für BTX-Formfaktoren durch Wiederverwendbarkeit günstiger.

Shuttle-System SB86i mit BTX-Thermal-Modul
Shuttle-System SB86i mit BTX-Thermal-Modul
Dem Trend zu kleinen Rechnern trägt ebenfalls der Barebone-Marktführer Shuttle Rechnung, dessen Modell SB86i auf dem IDF auch zerlegt zu sehen war. Im Inneren steckt zwar noch ein mehr oder weniger proprietäres Board, das "Thermal Module", die bei BTX übliche Kombination aus CPU-Kühlkörper, Ventilator mit Ansaugfunktion und Luftführung ist dabei jedoch austauschbar.

Lufteinlässe beim Shuttle-BTX-Gehäuse
Lufteinlässe beim Shuttle-BTX-Gehäuse
Trotz der modularen Bauweise bleibt Shuttle bei diesem Gehäuse dem BTX-Standard treu, der vorsieht, dass die kühlere Raumluft von vorne angesaugt und über den Prozessorkühler geblasen wird. An der Rückseite sorgt neben Auslassöffnungen nur noch der Netzteil-Lüfter für den Abtransport der erwärmten Luft.

BTX Thermal Modules
BTX Thermal Modules
Bei den Thermal Modules springen nun auch die taiwanischen Hersteller auf den langsam anfahrenden BTX-Zug auf. Auf dem IDF waren unter anderem Geräte von bekannten Erstausrüstern wie ADDA, AVC oder TaiSol zu sehen. Und ThermalTake stellte den Intel-Präsentatoren auch ein Thermal Module im Blisterpack zur Verfügung, das offenbar für den Einzehandel gedacht ist.

Damit ist nun auch der größte Kritikpunkt bei PC-Selbstbauern gefallen: Man kann sich sein System jetzt aus BTX-Gehäuse und gewünschtem Kühler selbst zusammenstellen. Durch die Luftführung reichen dabei meist auch kleinere, langsamer drehende und damit leisere Lüfter aus. BTX wird zumindest bei großen Towern mit leistungsfähigen Komponenten wie schnellen Grafikkarten zusätzliche Gehäuselüfter jedoch nicht aussterben lassen. [von Nico Ernst]  (ck)


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