Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0508/40115.html    Veröffentlicht: 30.08.2005 10:43    Kurz-URL: https://glm.io/40115

ATIs Grafikkarten verkaufen sich schlecht

Umsatzprognose um fast 20 Prozent gesenkt

ATIs Grafikkarten verkaufen sich derzeit schlecht, was die Umsätze des Unternehmens deutlich nach unten drückt. Vor diesem Hintergrund senkte ATI jetzt seine Umsatz- und Gewinnprognose für das aktuell laufende vierte Quartal des Geschäftsjahres 2004/2005 deutlich.

Ging man bei ATI bisher von einem Umsatz von 550 bis 580 Millionen US-Dollar im vierten Geschäftsquartal aus, senkte ATI seine Umsatzprognose nun auf 465 bis 480 Millionen US-Dollar. Der Gewinn soll durch Abschreibungen auf das Inventar in einer Größenordnung von 60 bis 70 Millionen US-Dollar belastet werden.

Schuld sei der schwache Absatz im Bereich der Desktop-Grafikkarten. Hier liegt ATI sowohl in Bezug auf die verkauften Stückzahlen als auch preislich hinter den eigenen Erwartungen zurück. Alle anderen Produktbereiche laufen laut ATI wie geplant.

ATI hatte im Jahr 2004 - anders als Nvidia - den Fehler begangen, sich etwas zu sehr auf PCI Express zu konzentrieren. Nvidias Partner konnten hingegen dank des Bridge-Chips HSI die GeForce-6-PCI-Express-Chips relativ früh auf AGP-Karten einsetzen. Probleme machte den Kanadiern im wichtigen Mittelklasse-Markt vor allem Nvidias GeForce 6600 GT und hier insbesondere die seit Januar/Februar 2005 verfügbaren AGP-Karten, denn ATIs Konkurrenzchip Radeon X700 Pro ist erst seit Mai/Juni 2005 für den immer noch weit verbreiteten Grafiksteckplatz erhältlich. Die Ursache ist in der späten Verfügbarkeit (ab April 2005) von ATIs eigenem PCI-Express-nach-AGP-Bridge-Chip Rialto zu suchen. Auch mit Crossfire kommt ATI reichlich spät: Nvidia versucht seit Ende 2004 mit seiner SLI-Technik, den Kunden den Kauf zweier statt nur einer GeForce-6-Grafikkarten und möglichst auch noch eines Nforce-4-SLI-basierten Mainboards schmackhaft zu machen. Crossfire-Hardware ist immer noch nicht am Markt erhältlich.

Derzeit bereitet sich ATI darauf vor, den GeForce-7800-GTX-Konkurrenten R520 einzuführen - der neue High-End-Grafikchip tritt die Nachfolge der Radeon-X850-Serie an. Noch verzögert sich die Einführung, mit der Vorstellung war zuletzt für Juli 2005 gerechnet worden - noch hat ATI den Chip aber nicht offiziell vorgestellt. Offiziell hieß es von Seiten ATIs im Juli, eine Vorstellung des neuen Grafikchips sei für den Spätsommer 2005 geplant.  (ji)


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