Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0508/39986.html    Veröffentlicht: 22.08.2005 17:32    Kurz-URL: https://glm.io/39986

Spezial: Mehr Spieleentwickler entdecken den Weltraum

X3 - Reunion, The Precursors und Darkstar One auf der Games Convention 2005

Auf der Games Convention 2005 waren neben Egosofts viel versprechendem Weltraumspiel "X3 - Reunion" auch zwei Genre-Vertreter von Ascaron und Deep Shadows vertreten. In allen drei Spielen werden Raumschiffkämpfe und Weltraumhandel geboten. Das war es dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten: Ascarons "Darkstar One" ist eher ein klassischer Privateer-Clone mit eigener Story, PlayTens "The Precursors" ist gleichzeitig auch First-Person-Rollenspiel mit eigenartigen Waffen und Bodenfahrzeugen, während X3 den Bau von ganzen Raumschiffflotten und eigenen Raumstationen erlaubt.

X3 - Reunion #1
X3 - Reunion #1
Auf der Spielemesse in Leipzig wurde von den drei Titeln nur X3 einer breiten Öffentlichkeit gezeigt, während nur ein ausgewählter Personenkreis auf die anderen beiden Spiele einen Blick werfen konnte. X3 ist bereits kurz vor der Games Convention in die Beta-Phase eingetreten, an der jedoch nur Mitglieder von Egosofts eigenem DevNet teilnehmen konnten, sofern sie vorher eine Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) unterschrieben haben.

X3 - Reunion #2
X3 - Reunion #2
Auf der Games Convention wurde das Spiel dem Publikum in einer Präsentation vom Ego-Soft-Chef Bernd Lehahn vorgestellt und selbst eine spielbare Version war auf einem der Rechner von Deep Silver zu finden. Diese war jedoch noch nicht fertig und zumindest ein Sektor war noch mit "Work in Progress"-Schriftzügen texturiert, was darauf schließen lässt, dass es sich hier um eine sehr frühe Version handelte. Beim kurzen Anspielen fiel aber schon auf, dass die Grafikqualität einen größeren Sprung gemacht hat. Insbesondere der im Vergleich zum Vorgänger niedrigere Orbit um einen Planeten hinterließ einen guten Eindruck.

X3 - Reunion #3
X3 - Reunion #3
Ein neuer, bald von Ego-Soft zum Download angebotener Trailer offenbart zudem schönere Explosionen und eine hohe Anzahl von gleichzeitig darstellbaren und sehr detaillierten Schiffen. Egosoft spricht hier von bis zu zehn Mal mehr Polygonen, die dargestellt werden können, aber vermutlich so manche Grafikkarte in die Knie zwingen. Der Trailer selbst soll noch auf einer alten Spielversion beruhen: Egosoft-Mitarbeiter "BurnIt" äußerte sich im englischen Forum von Egosoft, dass die Explosionen optisch mittlerweile nochmals überarbeitet wurden.

X3 - Reunion #4
X3 - Reunion #4
Gegenüber dem Vorgänger X2 - The Threat soll der Einstieg beim Neuling erleichtert werden. So lässt sich jetzt die Tastaturbelegung den eigenen Bedürfnissen anpassen und Produktionsstätten können sich nun auch selbst versorgen, aufwendiges Micro-Managment kann so entfallen. Weitere Möglichkeiten für den Spieler sind ein erweiterbares Hauptquartier und das Vernetzen einzelner Stationen zu einem großen Produktionskomplex. So werden Ressourcen direkt zwischen den Stationsteilen transportiert.

X3 - Reunion #5
X3 - Reunion #5
Auch sollen die Spieler die Möglichkeit haben, einen Sektor so weit unter Kontrolle zu bringen, dass eine Mautgebür für fremde Schiffe erhoben werden kann. Weiter verspricht Egosoft ein nochmals vergrößertes Universum mit mehr einzigartigen Objekten, einer verbesserten KI, neuen Waffen und herunterladbaren Erweiterungsmodulen für das Spiel.

X3 - Reunion #6
X3 - Reunion #6
Über die Handlung selbst verrät Egosoft nicht viel, außer dass das Spiel offene Fragen des X-Universums lösen soll. Der Titel des Spiels lässt jedoch einiges erahnen. Wie im X-Universum üblich, kann sich der Spieler wieder frei bewegen und selbst entscheiden, wann und wie er der Handlung folgt. Zudem soll es ab und an Bonus-Missionen geben. Eine davon verspricht eine Verfolgungsjagd durch eine Stadtlandschaft.

"X3 - Reunion" soll in Deutschland noch im 4. Quartal 2005 für den PC erscheinen. Als Publisher wird Deep Silver (Koch Media) fungieren.

The Precursors #1
The Precursors #1
Die Entwickler von "The Precursors" bezeichnen ihr Spiel als Genre-Mix aus Shooter, Rollenspiel und Weltraumsimulator. Entwickelt wird das Spiel vom ukrainischen Entwicklerstudio Deep Shadows, das 2001 von ehemaligen Entwicklern von GSC Game World (Stalker) gegründet wurde und deren erstes Spiel "Boiling Point: Road to Hell" in der ersten Jahreshälfte 2005 über Atari erschien, aber die hoch gesteckten Erwartungen als "GTA im Dschungel" nur bedingt erfüllen konnte. Wie auch Boiling Point soll Precursors auf der Vital Engine 2 von Deep Shadows aufsetzen und durch dynamisches Nachladen Wartezeiten vermeiden.

The Precursors #2
The Precursors #2
Die auf der Games Convention 2005 vom Publisher PlayTen gezeigte anspielbare Entwicklerversion von Precursors und einige Videosequenzen zeigten eine zwar nicht sehr beeindruckende, aber doch ordentliche 3D-Grafik. Etwa 30 Prozent der Handlung im Spiel werden im Raumschiff auf wechselnden Seiten verbracht, der Löwenanteil dreht sich darum, auf verschiedenen Planeten die Gründe für den tobenden intergalaktischen Krieg herauszufinden. Precursors soll mit 100 verschiedenen computergesteuerten Personen aufwarten, darunter Menschen und verschiedene Außerirdische.

The Precursors #3
The Precursors #3
Beim Lösen der versprochenen über 250 verschiedenen Missionen sollen immer verstörendere und grausigere Fakten zutage treten. Gruselig oder eher unappetitlich sind auch einige der Waffen: Neben den üblichen Energiewaffen gibt es organische Waffen, die mal nach Käfer, mal nach Raupe aussehen und mit lebendiger, selbst zu züchtender Munition gefüttert werden müssen. Dazu gibt es neben verschiedenen steuerbaren Raumschiffen vom zivilen Frachter bis zum Alien-Zerstörer auch Bodenfahrzeuge, die nach der Landung auf Planeten zur Verfügung stehen - darunter auch Gleiter und Laufmaschinen.

Der Publisher PlayTen konnte auf der Messe nur wenige Detailfragen zum Titel beantworten, so ist nicht ganz klar, ob der Spieler mit dem Raumschiff direkt auf dem Planeten landen kann oder ob der Wechsel zwischen Weltraum und Planetenoberfläche nur per Zwischensequenz zu betrachten ist. Ein Mehrspieler-Modus soll auch geplant sein; ob ein kooperatives Spiel möglich ist, bleibt ebenfalls abzuwarten. Fertig wird The Precursors voraussichtlich Ende 2006 oder Anfang 2007, wie von PlayTen auf der Messe zu erfahren war. Bis jetzt wurde der Titel nur für Windows-PCs angekündigt.

Darkstar One
Darkstar One
Mit "Darkstar One" entwickelt Ascaron eine Weltraum-Oper im Stile von Privateer, die dem Spieler die Wahl lässt, eine Karriere als Händler, Söldner, Schmuggler, Pirat oder Kopfgeldjäger einzuschlagen. Eine Verbindung zu John Carpenters Kultfilm "Dark Star" gibt es übrigens nicht; Planetensprengungen, intelligente Bomben mit Identitätskrise, Gummiball-Aliens oder tiefgefrorene Kapitäne mit einem Heißhunger nach Sportergebnissen sind also nicht zu erwarten.

Darkstar One
Darkstar One
Als junger Geleitschutzpilot Kayron Jarvis macht man sich auf die Suche nach den Mördern des eigenen Vaters, dessen mit Alien-Technologie bestücktes Schiff Darkstar One einige Mysterien birgt und helfen könnte, den durch zunehmende Übergriffe und eine geheimnisvolle Macht gefährdeten galaktischen Frieden zu sichern. Die Hintergrundgeschichte wurde von Claudia Kern geschrieben und soll einige überraschende Wendungen bieten, erzählt wird sie in mehr als 50 Minuten Zwischensequenzen.

Darkstar One
Darkstar One
Zwar kann der Spieler nur die Darkstar One fliegen, das Schiff soll jedoch mit über 200 verschiedenen Waffen, Schilden und anderer Ausrüstung modifiziert werden können, um es mit unterschiedlichen Gegnern aufnehmen zu können. Neben Energiegeschützen, darunter eine Plasma-Waffe mit verschiedenen taktischen Einsatzzwecken, wird es auch Raketen, Torpedos und Minen geben. Die Minen sind dabei selbst bewaffnet und können etwa genutzt werden, um auf Gegner zu schießen oder Raketen abzuwehren. Die Steuerung des Schiffs durch das "riesige simulierte Universum" erfolgt wie bei einem Shooter per Maus und Tastatur, Joysticks werden voraussichtlich auch unterstützt.

Darkstar One
Darkstar One
Ascaron zufolge wird es auch spezielle Missionen geben, in denen beispielsweise in Canyons, auf Planetenoberflächen oder im Inneren von Asteroiden gekämpft werden muss. Planetenlandungen sind nicht vorgesehen, Landeanflüge beschränken sich auf die Raumstationen. Unterstützung bei Missionen gibt es teilweise durch Freunde, die man im Laufe der Geschichte kennen lernt. Egal ob man nun "gut" oder "böse" spielt, man soll auch politische Streitigkeiten beim Geldverdienen für sich ausnutzen können. Generell sollen die Spieler eine recht freie Hand haben, wie sie im Universum von Darkstar One ihre Geld verdienen. Auch nach dem Ende der Story soll es noch genügend zu tun, zu kaufen und zu entdecken geben, wie etwa Alien-Artefakte.

Darkstar One war auf der Games Convention zwar in einer spielbaren Alpha-Version zu sehen, die Grafik entsprach dabei jedoch noch nicht dem fertigen Produkt, denn es fehlten noch so einige Effekte und auch die Texturen waren laut Ascaron noch nicht die endgültigen. Bei der Spieldauer hoffen die Entwickler, alleine für das Lösen der Story - ohne die Nebenmissionen - eine Spielzeit von 20 Stunden bieten zu können. Ob das abwechslungsreich gelingt, wird sich im ersten Quartal 2006 zeigen, denn dann soll Darkstar One voraussichtlich fertig werden und auch für Genre-Einsteiger geeignet sein.

Von Microsoft war auf der Spielemesse unterdessen zu hören, dass keine weiteren Freelancer-Spiele geplant sind. Freelancer bot als indirekter Privateer-Nachfolger zwar eine nette Story, nach deren Lösung bleibt aber ein fades Spiel ohne weitere Abwechslung. Kein Wunder, dass Fans Privateer in modernisierter Version wieder auferstehen lassen wollen - und auch die Hoffnung auf einen weiteren Elite-Teil ungebrochen ist.  (ck)


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Links zum Artikel:
Ascaron: http://www.ascaron.de
Deep Shadows (.com): http://www.deep-shadows.com/en/index.php
Egosoft (.com): http://www.egosoft.com

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