Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0507/39261.html    Veröffentlicht: 15.07.2005 09:44    Kurz-URL: https://glm.io/39261

SCO-E-Mail: Linux-Code ist sauber

Interne Untersuchung vor 2002 fand keine Urheberrechtsverletzungen

Auf Groklaw wurde jetzt eine interne E-Mail von SCO veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass SCO in einer Untersuchung des Linux-Quellcodes keine Beweise für Urheberrechtsverletzungen gefunden hat. Die E-Mail stammt allerdings aus dem Jahre 2002, die Untersuchung liegt noch länger zurück. Ihr Inhalt steht aber im Gegensatz zu den aktuellen Behauptungen von SCO, Linux würde die eigenen Urheberrechte verletzen.

Die E-Mail von Reg Broughton, Vize-Präsident bei damals noch Caldera, an Caldera bzw. SCO-Chef Darl McBride zitiert eine E-Mail von Michael Davidson, der die Ergebnisse der möglichen Urheberrechtsverletzungen durch Linux beschreibt. Diese Untersuchung wurde von Bob Swartz als externem Berater durchgeführt.

Die Untersuchung sei angestoßen worden, da der SCO-Vorstand nicht habe glauben können, dass Linux und GNU existieren könnten, ohne dass irgendjemand Teile des proprietären Unix-Codes, an dem SCO die Rechte hält, kopiert habe, heißt es in der E-Mail von Michael Davidson. Man habe gehofft, einen "rauchenden Colt" zu finden.

Doch die Untersuchung, die vier bis sechs Monate gedauert hat, habe nicht das gewünschte Ergebnis geliefert: "Letztendlich fanden wir absolut *nichts*, keinen Beweis für irgendeine Urheberrechteverletzung."

Zwar gebe es einigen Code, der sowohl in Unix als auch in Linux gleichermaßen enthalten sei, beispielsweise X Window, doch dieser gleiche Code stamme von Dritten und sei von SCO wie auch von Linux rechtmäßig übernommen worden.

SCO hat gegenüber CNet die Echtheit der E-Mail bestätigt, verweist aber darauf, dass aus ihr nicht hervorgehe, wann die entsprechende Untersuchung durchgeführt wurde. Die E-Mail von Michael Davidson an Reg Broughton ist auf den 13. August 2002 datiert, so auch die E-Mail, in der Broughton Davidsons Text an Darl McBride weitergeleitet hat. Ende Juni 2002 wurde McBride zum CEO von Caldera ernannt, das Unternehmen änderte seinen Namen dann später in SCO.  (ji)


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Links zum Artikel:
Groklaw (.net): http://www.groklaw.net
SCO Group (.com): http://www.sco.com

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